Herausforderung Steuern für Personalfachleute

Intensivseminar mit vielen Praxisfällen und Aktualitäten

Als Personalfachperson müssen Sie mit den rechtlichen Entwicklungen Schritt halten und die neuen Gesetzesbestimmungen laufend in Ihre Arbeit einfliessen lassen. Die Komplexität der Lohnsysteme, die Rekrutierung von Mitarbeitenden auf dem internationalen Arbeitsmarkt und die Vielzahl flexibler Beschäftigungsmodelle erhöhen die Anforderungen an Ihr Fachwissen. Während die Ausbildung zur Personalfachperson Bereiche wie Sozialversicherungen oder Arbeitsrecht detailliert behandelt, kommen Inhalte rund ums Steuerthema eher zu kurz.

Aus diesem Grund haben wir den Lehrgang «Herausforderung Steuern für Personalfachleute» ins Leben gerufen. Die praxisorientierte Schulung richtet sich an erfahrene Personalfachleute und soll die erwähnten Lücken in der Fachausbildung schliessen.

Anmeldung

Daten für die nächsten Seminare:

  • Dienstag, 29. August 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich
  • Donnerstag, 7. September 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich
  • Dienstag, 26. September 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich
  • Mittwoch, 1. November 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich

Hier geht’s zu mehr Informationen und der Anmeldung.

Schweizer Dienstleistungen in Liechtenstein

Bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen sind seit dem 1. Januar 2017 Neuerungen bei den Melde- und Bewilligungsvorschriften in Kraft. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag. Über die wichtigsten Änderungen im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Liechtenstein haben wir bereits im März 2017 berichtet.

Schweizer Unternehmen, die in Liechtenstein eine Dienstleistung erbringen möchten, müssen je nach Einsatzdauer einiges erfüllen: ausländerrechtliche, berufs- und betriebsbezogene Melde- und Bewilligungspflichten.

Als Erstes braucht das Schweizer Unternehmen eine gewerbliche Legitimation im Herkunftsland. Davor muss es beim Amt für Volkswirtschaft (AVW) online eine Gewerbemeldebestätigung beantragen. Diese berechtigt den Antragsteller, maximal ein Jahr lang grenzüberschreitende Dienstleistungen in Liechtenstein zu erbringen. Dabei überprüft das AVW die Zulassung des Unternehmens in der Schweiz (z.B. anhand eines Handelsregisterauszugs) und gegebenenfalls die fachliche Qualifikation des Geschäftsführers oder Betriebsleiters. Das Unternehmen muss diese Gewerbemeldebestätigung jedes Jahr erneuern.

Wer im Auftrag eines Schweizer Unternehmens bis zu 90 Tage pro Kalenderjahr grenzüberschreitende Dienstleistungen erbringt, untersteht unabhängig von seiner Nationalität einer Meldepflicht. Seit dem 1. Januar 2017 ist die Meldung online über ein elektronisches Meldesystem (EMS) vorzunehmen. Dienstleistungen bis zu 8 Tagen innerhalb von 90 Tagen sind branchenunabhängig davon befreit. Besteht eine Meldepflicht, darf der Mitarbeiter seine Arbeit frühestens 8 Tage nach der Meldung aufnehmen; in Notfällen (Unfälle, Reparaturen o.Ä.) schon am Tag der Meldung.

Wichtig zu wissen: Bei den 90 bewilligungsfreien Dienstleistungstagen, die einem Schweizer Unternehmen pro Kalenderjahr zur Verfügung stehen, handelt es sich um eine Art Kontingent. Dieses wird pro Unternehmen (inkl. Zweigniederlassungen) errechnet – nicht pro Mitarbeiter. Entscheidend sind daher die konkreten Einsatztage in Liechtenstein. Entsendet also ein Arbeitgeber einen oder mehrere Mitarbeiter am gleichen Tag nach Liechtenstein, so wird nur ein Tag der verfügbaren 90 Tage beansprucht. Werden hingegen ein oder mehrere Mitarbeiter an fünf verschiedenen Tagen eingesetzt, so entspricht das fünf Tagen des 90-Tage-Kontingents – ganz gleich, wie viele Mitarbeiter pro Tag im Einsatz sind.

Für Entsendungen, die länger als 90 Tage pro Kalenderjahr dauern, besteht eine Bewilligungspflicht. Bewilligungen werden nur erteilt, wenn sich ein volkswirtschaftliches Interesse nachweisen lässt. Für Unternehmen mit Hauptsitz im Kanton St. Gallen oder Graubünden wird dieser Nachweis erst ab dem 121. Tag geprüft. Das entsendende Unternehmen muss das Bewilligungsgesuch dabei mindestens vier Wochen vor Ablauf der 90-tägigen Frist per Post oder E-Mail beim Ausländer- und Passamt (APA) einreichen. Bei Dienstleistungen, bei denen bereits im Voraus bekannt ist, dass sie mehr als 90 Tage dauern, muss das Unternehmen von Anfang an eine Bewilligung einholen. Für die Dauer der Dienstleistungserbringung besteht ein Anwesenheitsrecht in Liechtenstein.

In der Tabelle haben wir die einzelnen Szenarien für Sie zusammengefasst und der Vollständigkeit halber mit den Zulassungsbedingungen für Dienstleistungen aus Liechtenstein in die Schweiz und für Grenzgänger ergänzt.

Liechtenstein unterzeichnet ein weiteres DBA mit Monaco

Gemäss Medienmitteilung der Liechtensteinischen Regierung vom 29. Juni 2017 hat Liechtenstein ein weiteres Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit Monaco unterzeichnet. Das DBA zwischen Liechtenstein und Monaco bezweckt die Rechtssicherheit von Investoren zu erhöhen und die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu stärken.

Das DBA orientiert sich am aktuellen internationalen OECD-Standard. Es berücksichtigt die Ergebnisse des BEPS-Projektes der OECD und d G20-Länder, welches sich gegen die Steuervermeidung im grenzüberschreitenden Kontext richtet. Der Informationsaustausch ist nach internationalem Standard geregelt, wobei vorgesehen ist, dass der automatische Informationsaustausch (AIA) über das Instrument der Multilateralen Behördenvereinbarung (Multilateral Competent Authority Agreement; MCAA) abgewickelt werden wird.

Wir gehen davon aus, dass das neue DBA mit Monaco noch in diesem Jahr durch den Liechtensteinischen Landtag genehmigt wird, wodurch ein Inkrafttreten per 1. Januar 2018 möglich sein sollte.

Ansprechpartner

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Martin Meyer
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Spontaner Austausch von Steuerrulings (2/2)

Die Implementierung des spontanen (d.h. unaufgeforderten) Austausches von verfügbaren Informationen über schädliche Steuerrulings (BEPS Massnahme 5) schreitet in der Schweiz weiter fort. In einem ersten Post wurde ausgeführt, was als schädlicher Geschäftsvorfall im Sinne der BEPS Massnahme 5 angesehen wird und was die rechtliche Grundlage für den spontanen Austausch von Steuerinformationen ab dem 1. Januar 2018 in der Schweiz bildet.

Verfahren

Anstelle der Steuerrulings selbst sollen auf Basis eines Muster-Meldeformulars nach den Vorgaben von BEPS Massnahme 5 („Template“) insbesondere Informationen über den Inhalt, das Datum der Erteilung und den Zeitraum der Gültigkeit des Steuerrulings sowie Angaben zur Identifikation des Steuerpflichtigen und der involvierten Parteien ausgetauscht werden.

Für die Erhebung dieser Informationen melden sich die Steuerbehörden aktuell bei den Steuerpflichtigen. In diesem Zusammenhang können die Steuerpflichtigen auch die Kündigung von einem Steuerruling beantragen, falls ein potentieller Austausch mit ausländischen Steuerbehörden nicht erwünscht wäre.

Die ausgefüllten Templates müssen durch die Steuerbehörden bis spätestens zum 2. März 2018 (für Steuerrulings erteilt ab 2017) bzw. 30. September 2018 (für Steuerrulings erteilt zwischen 2010 und Ende 2016) an die zuständige Abteilung der ESTV weitergeleitet werden. Sofern die erhaltenen Informationen für den spontanen Austausch qualifizieren, werden sie von der zuständigen Abteilung der ESTV grundsätzlich innerhalb von 3 Monaten an die betroffenen Staaten übermittelt. Der Steuerpflichtige wird jedoch, sofern kein Ausnahmetatbestand vorliegt, vorgängig über den bevorstehenden Austausch der Informationen unterrichtet und kann eine Beschwerde gegen den Entscheid der ESTV erheben. Der Entscheid der ESTV ist wiederum beschwerdefähig und zwar beim Bundesverwaltungsgericht.

Spontaner Austausch von Steuerrulings (1/2)

Informationen für steuerliche Zwecke wurden durch die Schweizer Steuerbehörden bisher nur auf Ersuchen eines anderen Staates auf der Basis eines bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens ausgetauscht. Das internationale Bestreben nach erhöhter Transparenz in Steuerbelangen führte im Rahmen des Base Erosion and Profit Shifting (BEPS) Projekts der OECD und den G-20-Staaten zur Ausarbeitung von Regelungen für die Einführung des spontanen Austausches von Steuerrulings sowie zur Offenlegung von konzerninternen Verrechnungspreisdokumentationen.

OECD BEPS Massnahme 5

Im Rahmen von BEPS Massnahme 5 wurde die Einführung des spontanen (d.h. unaufgeforderten) Austausches von verfügbaren Informationen über schädliche Steuerrulings gefordert. Auf Antrag eines Steuerpflichtigen erteilte verbindliche Vorabzusagen einer Steuerbehörde betreffend Steuerfolgen eines bestimmten für BEPS schädlichen Geschäftsvorfalles sollen spontan mit ausländischen Steuerbehörden ausgetauscht werden.

Als schädlich im Sinne von BEPS werden insbesondere Vorabzusagen bezüglich präferenzielle Steuerregimes, Gewinnanpassungen, Betriebsstätten, Durchlaufgesellschaften sowie unilaterale Verrechnungspreisrulings erachtet. Der spontane Austausch von Informationen zu derartigen Steuerrulings soll mit den Ansässigkeitsstaaten der direkten und der obersten Muttergesellschaft des Steuerpflichtigen sowie den Ansässigkeitsstaaten von sämtlichen nahestehenden Dritten, mit denen der Steuerpflichtige gemäss dem Steuerruling eine Transaktion tätigt, stattfinden. Insbesondere müssen Informationen zu Betriebsstättenrulings an den Ansässigkeitsstaat des Hauptsitzes bzw. der Betriebsstätte übermittelt werden.

Implementierung der BEPS Empfehlung

Für die Schweiz bildet das Übereinkommen des Europarates und der OECD über die Amtshilfe in Steuersachen (Amtshilfeübereinkommen) die rechtliche Grundlage für den spontanen Austausch von Steuerinformationen, worunter auch Informationen über Steuerrulings fallen. Das Amtshilfeübereinkommen, dessen Mitgliederkreis sich fortlaufend erweitert, ist in der Schweiz seit 2017 in Kraft und wird ab 2018 für die Zwecke des spontanen Austauschs von Informationen über Steuerrulings anwendbar.

Die Schweiz wird den spontanen Austausch von Informationen bezüglich den vom Bund, den Kantonen sowie den Gemeinden erhobenen Steuern auf Einkommen und Vermögen bzw. Gewinn und Kapital sowie betreffend die Verrechnungssteuer anwenden. Voraussetzung ist, dass die Informationen für den anderen Staat voraussichtlich erheblich sind.

Durch Anpassungen des Steueramtshilfegesetzes (StAhiG) und der Steueramtshilfeverordnung (StAhiV) verankerte die Schweiz den spontanen Informationsaustausch sowie die Empfehlung von BEPS bezüglich Steuerrulings zusätzlich auch im nationalen Recht. Auf dieser Basis soll die ESTV ab dem 1. Januar 2018 Informationen über schädliche Steuerrulings, die nach dem 1. Januar 2010 erteilt wurden und für am 1. Januar 2018 und später beginnende Steuerperioden noch anwendbar sind, unaufgefordert mit den im Einzelfall betroffenen Steuerbehörden der Mitgliedstaaten des Amtshilfeübereinkommens austauschen. Da dieser Austausch unmittelbar auf dem Steueramtshilfeübereinkommen basiert, ist es unerheblich, ob mit den entsprechenden Mitgliedstaaten des Amtshilfeübereinkommens (separat) ein Doppelbesteuerungsabkommen mit entsprechender Informationsaustauschklausel abgeschlossen wurde.

In einem zweiten Teil erfahren Sie mehr über die praktische Umsetzung (Verfahren) des spontanen Austausches von Steuerrulings in der Schweiz.

Neue Schweizer „FinTech“-Regeln

Die Schweiz erlässt revidierte Bankregulierung, um den Betrieb von FinTech-Geschäftsmodellen zu vereinfachen

Am 1. Februar 2017 eröffnete der Bundesrat eine Vernehmlassung zur Modifikation der Schweizer Bankregulierung. Ziel der Revision war es, eine angemessene Regulierung für FinTech-Unternehmen zu schaffen, die ausserhalb des traditionellen Finanzsektors operieren, wobei das besondere Risikopotenzial des jeweiligen Geschäftsmodells berücksichtigt werden sollte. Die vorgeschlagene Revision beinhaltete Anpassungen sowohl beim Bankengesetz (BankG) als auch bei der Bankenverordnung (BankV). Die Vernehmlassung dauerte bis im Mai 2017.

Am 5. Juli 2017 hat der Bundesrat nun beschlossen, die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen zu verabschieden, sofern die BankV davon betroffen ist. Das neue Regime wird am 1. August 2017 in Kraft treten, so dass FinTech-Unternehmen unmittelbar von den neuen Regeln profitieren können.

Die angepassten Regeln enthalten Folgendes:

  1. Ausnahme für Abwicklungskonten: Es soll eine Ausnahme für Abwicklungskonten geschaffen werden. Diese wird es Unternehmen erlauben, Gelder während 60 Tagen in einem Abwicklungskonto zu deponieren, ohne dass ein solches Konto als Entgegennahme von Publikumseinlagen betrachtet wird, die das Vorliegen einer Bankbewilligung bedingen würde (Art. 5 Abs. 3 lit. c BankV). Die bisherige Fassung der BankV enthielt keine derartige 60-Tage-Frist, was zu gewissen Unsicherheiten führte.
     
  2. Innovationsraum («Sandbox»): Unternehmen dürfen Publikumseinlagen in der Höhe von bis zu CHF 1 Mio. halten, ohne eine Bankbewilligung beantragen zu müssen («Sandbox»). Entsprechend qualifiziert die Entgegennahme von Publikumseinlagen in einem Betrag von weniger als CHF 1 Mio. nicht als «gewerbsmässig», was eine Voraussetzung wäre, um in den Anwendungsbereich des Bankengesetzes  zu fallen (Art. 6 Abs. 2 lit. a BankV). Im Rahmen der geltenden Fassung der BankV gilt jede Entgegennahme von Publikumseinlagen von mehr als 20 Personen als «gewerbsmässig». Gemäss revidierter BankV ist die Anzahl der Personen, von denen Einlagen entgegengenommen werden, belanglos, sofern die Schwelle von CHF 1 Mio. nicht überschritten wird. Ausserdem dürfen die entgegengenommenen Gelder weder investiert noch verzinst werden (Art. 6 Abs. 2 lit. b BankV). Schliesslich müssen die Personen, welche die Gelder zur Verfügung stellen, informiert werden, dass das entsprechende Geschäftsmodell nicht von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) beaufsichtigt wird und dass die Regeln über die Einlagesicherung nicht anwendbar sind (Art. 6 Abs. 2 lit. c BankV). Dieser neue Innovationsraum wird es FinTech-Unternehmen ermöglichen, neue experimentelle Geschäftsmodelle auszuprobieren, ohne unmittelbar eine Bankbewilligung beantragen zu müssen.

Insgesamt werden diese Anpassungen der BankV die Ausübung von Tätigkeiten von FinTech-Unternehmen in der Schweiz erheblich vereinfachen. Zudem ist die Revision der BankV ein weiterer Beweis der Entschlossenheit der Schweizer Regierung, die regulatorischen Rahmenbedingungen konstant zu verbessern und neu zu gestalten, um die Schweiz dadurch als zentralen FinTech-Hub zu fördern.

Ihre Ansprechpartner:

Guenther Dobrauz
Partner|Leader PwC Legal Services Switzerland
Tel. +41 58 792 1497
guenther.dobrauz@ch.pwc.com

Tina Balzli
Director|Legal FS Regulatory & Compliance Services
Tel. +41 58 792 1554
tina.balzli@ch.pwc.com

Simon Schären
Manager |Legal FS Regulatory & Compliance Services
Tel. +41 58 792 1463
simon.schaeren@ch.pwc.com

Hinter erfolgreichen Robotics-Initiativen stehen veränderungsaffine und agile Mitarbeiter

Das Managen von Veränderungen wurde in der Vergangenheit allzu oft mit (zu später) Projektkommunikation und Training gleichgesetzt. In jüngsten Diskussionen ist man sich in Fachkreisen einig darüber, dass sowohl die Organisation als auch die Menschen das Herzstück einer digitalen Transformation ausmachen und schliesslich über deren Erfolg entscheiden. Und trotzdem wird insbesondere im Rahmen von Robotic Process Automation (RPA) oder Artificial Intelligence (AI) weiterhin die Technologie in den Vordergrund gestellt und das Nachziehen der Organisation ausser Acht gelassen. Wenn die Potenziale solcher Transformationen ausgeschöpft, Kosten gespart und Arbeitsinhalt aufgewertet werden sollen, müssen aber die entsprechenden Veränderungen auch auf der Ebene des Geschäftsmodells, der Organisation, der Kultur und des einzelnen Mitarbeiters frühzeitig eingeleitet werden.

Bei allen Automatisierungsbestrebungen geht es um weit mehr als schlanke Prozesse, mehr Effizienz und niedrigere Kosten. Es geht um neue Geschäftsmodelle, moderne Organisationformen und um Menschen, die mit fundamentalen Veränderungen konfrontiert werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei deren neuen Rollen, den damit verbundenen Fähigkeiten sowie dem Umgang mit den neuen technischen Anwendungen. Insbesondere die Schnittstellen Mensch/Maschine, die über rein repetitive Tätigkeiten hinausgehen, die Orchestrierung der Interaktion Mensch/Maschine und die wertgenerierende Schnittstelle Mensch/Mensch sind anders als vorher. Dies wird auch in unserem aktuellen 20th Annual Global CEO Survey von PwC bestätigt. 52% der befragten CEOs gaben an, die Vorteile von der Interaktion Mensch/Maschine sowie den Impact von Artificial Intelligence auf zukünftige Fertigkeiten und Fähigkeiten zur Zeit zu untersuchen.

Demnach formt die «Front-to-End»-Automatisierung ein Unternehmen auf eine Weise um, die weit über bisherige Veränderungen hinausreichen und den Entscheidungsträgern eine umfassende Perspektive auf eine solche Transformation abverlangt.

  1. Schnittstellen: Mit automatisierten Prozessen verändern sich nicht nur die Schnittstellen zwischen Mitarbeitern und Maschine (Software), sondern auch zwischen den Mitarbeitern und Kunden. Ziel muss sein, dass sowohl der Kunde als auch der Mitarbeiter (interne Kunde) die Interaktion Mensch/Maschine als Mehrwert generierend wahrnimmt und dadurch Tätigkeiten wegfallen, die zu Wartezeiten und Ärger statt zu Wertgenerierung führen.
  2. Rollen: Mit der vollständigen Automatisierung der Wertschöpfung verändert sich die Rolle der Menschen fundamental; neue Aufgaben werden geschaffen, alte eliminiert oder maschinell erledigt. Veränderte Kundeninteraktionen rücken ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Das erfordert von den betroffenen Mitarbeitern andere Fähigkeiten und Wirkungsfelder als bisher. So können sie zwar gewisse repetitive und eintönige Aktivitäten abgeben, müssen aber neue, qualifiziertere oder häufig auch kontrollierende Tätigkeiten übernehmen, für die sie nicht unbedingt die nötige digitale Beweglichkeit beziehungsweise entsprechende Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen.
  3. Orchestrierung: Ein Unternehmen, das seine Wertschöpfung automatisiert, braucht eine gekonnte Orchestrierung der neu gestalteten oder neu geschaffenen Interaktion zwischen Mensch und Maschine sowie zwischen Mitarbeitern und (internen) Kunden. Solche Berührungspunkte oder «Touchpoints» sind Schlüsselparameter für den nachhaltigen Erfolg jeder Automatisierungslösung. Insbesondere die Übergabe einer Aufgabe – beispielsweise eines Avatars an seinen menschlichen Kollegen – muss reibungslos funktionieren. Das Ganze muss vom Kunden als gelungenes Zusammenspiel und nicht als Zwei-Klassen-Abfertigung wahrgenommen werden.
  4. Netzwerke: Die Automatisierung erfordert oftmals eine divisionsübergreifende Vorgehensweise und entsprechende Netzwerkfähigkeiten von jedem einzelnen. Besonders herausfordernd ist dabei, dass Netzwerke mehr und mehr miteinander verschmelzen und sich somit auch Hierarchien und Strukturen über kurz oder lang verändern müssen.

Was ist, muss noch werden

Die digitale Organisation steckt bei den meisten Schweizer Unternehmen mit Automatisierungsprojekten immer noch in den Kinderschuhen. Die Mehrheit pickt beispielsweise Einzelprozesse heraus, die sich für eine Automatisierung eignen, und testet in einem ersten Schritt Prototypen, obwohl die zugrundeliegende Technologie bei rein repetitiven Prozessen längst ausgereift ist. Die unternehmensweiten Auswirkungen auf die Mitarbeiter und Kunden sowie deren Beitragspotenzial für die Wertschöpfungsoptimierung bleiben dabei in der Regel im Hintergrund und Partnerschaften werden immer noch als Plan B abgetan.

Ein RPA Business Case wird oft mit einem Mitarbeitereinsparungspotenzial von über 50% ausgewiesen, es wird aber selten aufgezeigt, was für organisatorische und mitarbeiterbezogene Konsequenzen erforderlich wären, um dieses Potenzial wirklich auch auszuschöpfen.

Interessant ist demnach die Diskussion, ob sich eine Organisation einfacher nachziehen lässt, wenn mit Prozessen begonnen wird, die ursprünglich in Billiglohnländer ausgelagert wurden. Aber auch bei dieser Betrachtung kommt man nicht darum herum, die neuen Rollen zu definieren und daraus abzuleiten, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sich die verbleibenden Mitarbeiter aneignen beziehungsweise welche neuen sie mitbringen müssen.

Rundumblick statt Silodenken

Wie bereits hervorgehoben, ist ein Unternehmen gefordert, im Rahmen einer Automatisierungsbestrebung die neuen «Zusammenarbeitsformen» von Mensch/Mensch beziehungsweise Mensch/Maschine auszugestalten. Andererseits sollte es aber auch definieren, wie der Austausch, die Zusammenarbeit sowie die Generierung von neuen Geschäftsideen und Produkten jenseits der Abteilungen – über ganze Geschäftsfelder und Hierarchiestufen hinweg – stattfinden soll.

Es reicht beispielsweise nicht aus, den Kunden im Rahmen des «Onboardings» eine intuitive App zur Datenerfassung zur Verfügung zu stellen. Vielmehr ist der Gesamtprozess («front-to-back») zu beurteilen und sämtliche Verarbeitungsschritte sind zu automatisieren, die den Kunden eine nicht zu überbietende Erfahrung machen lässt, Effizienz und Effektivität verbessern sowie unnötige Kosten eliminieren. Dabei müssen ganze Verarbeitungsschritte neu gestaltet, vereinfacht, ersetzt oder neu geschaffen werden und die dazugehörigen Arbeitspakete verändern sich grundlegend.

Das Unternehmen muss also seine gesamte Aufbau- und Ablauforganisation bis hin zur Ausgestaltung von Funktionen, Rollen, Fähigkeiten und Arbeitsmodellen den automatisierten Strukturen anpassen – nicht nur die Pflichtenhefte.

Hallo Bot – «tschau Sepp»?

Interessant wird es, wenn künstliche Intelligenz ins Spiel kommt. Im Zentrum steht dann nicht nur die effizientere und exaktere Verarbeitung von regelbasierten Prozessen, sondern das intelligente Interagieren mit Kunden – seien diese intern oder extern. So entstehen Dialog- und Beratungsservices unterschiedlichster Art. Mensch und künstliche Intelligenz – beispielsweise in Form von Avatars – agieren im Schlagabtausch und stellen sicher, dass der Kunde immer das jeweilige Gegenüber hat, das die zu lösende Aufgabe am besten erfüllt.

Die Anwendungsbereiche sind natürlich unendlich. Kürzlich hat eine Bank angekündigt, dass ihr ursprünglich im Backoffice eingesetzter Avatar mit episodischem Erinnerungsvermögen nun auch im direkten Kundenkontakt zur Beratung eingesetzt werden soll. Selbstverständlich lassen sich solche Avatare aber auch in weniger komplexen Fragestellungen einsetzen, wie etwa wenn es darum geht, die gezielte Suche von Informationen zu erleichtern sowie das korrekte Ausfüllen von Formularen sicherzustellen. Oder anders gesagt: Warum nicht mit einer einfachen Fragestellung loslegen und ausprobieren und sich dann den komplexeren Fällen zuwenden?

Die Stimme aus dem Off

Mitarbeiter, die in ein RPA- oder AI-Projekt involviert und meistens auch davon betroffen sind, stellen sich Fragen. «Warum braucht unser Unternehmen das überhaupt, wenn es uns noch nie so gut gegangen ist wie heute?», «Soll ich hier mitmachen?», «Wozu ist das alles gut?», «Wie läuft das Ganze ab?», «Was bedeutet es für mich persönlich?», «Wie sieht meine Stelle in Zukunft aus?» und «Werde ich überhaupt noch gebraucht?» Auf diese Fragen muss ein Unternehmen klare Antworten haben. Die Geschäftsleitung muss mit einer starken Stimme die Vision, Strategie und das Geschäftsmodell des Unternehmens aufzeigen, damit die Automatisierungsbestrebungen nachvollzogen werden können und greifbar wird, was diese konkret für das Unternehmen sowie jeden Einzelnen bedeuten. Nur wenn der gemeinsame Weg in eine digitale Zukunft eindeutig ausgeschildert wird, die Organisation nachgezogen und den Mitarbeitern die Möglichkeit eingeräumt wird, auf neue Züge aufzuspringen, werden die Automatisierungsbestrebungen die ersehnten Früchte tragen.

Kurz und gut

Digitalisierungs-, RPA- oder IA-Projekte setzen enorme finanzielle und personelle Kräfte frei. Nun ist es Aufgabe der Unternehmen, solche Transformationen nicht nur auf der technischen Ebene abzuhandeln, sondern auch die organisatorische und humane Reichweite abzumessen und entsprechend neu zu gestalten. Hier kann sich ein Unternehmen profilieren, indem es seine Automatisierungsschwerpunkte von den erwarteten (internen und externen) Kundenerlebnissen ableitet, sozialen Fähigkeiten und Netzwerken einen hohen Stellenwert einräumt sowie intelligente Maschinen als «gleichwertige» Kollegen einführt. Und schliesslich gilt es sicherzustellen, dass die Mitarbeiter begleitet werden, wenn es darum geht, administrative Arbeiten abzugeben und sich jenen zuzuwenden, welche sie aufgrund ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten bzw. ihres Urteilsvermögens besser erfüllen können als Maschinen.

Kontakt

Dr. Milena Danielsen
Director Advisory
Tel. +41 58 792 4447
milena.danielsen@ch.pwc.com
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Juliane Welz
Assistant Manager
Tel. +41 58 792 1913
juliane.welz@ch.pwc.com

Polen streicht Liechtenstein von Black-List

Gemäss Medienmitteilung der Liechtensteinischen Regierung vom 9. Juni 2017 wurde Liechtenstein von der polnischen Black-List der Niedrigsteuerländer entfernt.

Polen reagiert damit auf das Abkommen zwischen Liechtenstein und der EU zum automatischen Informationsaustausch und zum Informationsaustausch auf Anfrage mit Anwendbarkeit ab 1. Januar 2016.

Die Streichung von der polnischen Black-List trägt zur weiteren Stärkung des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein bei. Sie bringt in Liechtenstein ansässigen Gesellschaften steuerliche Vorteile im Bereich der Transferpreisdokumentation und der Hinzurechnungsbesteuerung (controlled-foreign-company; CFC). Sie fallen nicht mehr per se automatisch unter diese Missbrauchsgesetzgebung, sondern nur noch dann, wenn sie die spezifischen Voraussetzungen der polnischen Gesetzgebung erfüllen.

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Martin Meyer
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Studie «2016 Chief Digital Officer» – digitale Verantwortung steigt

Strategy& fühlt mit der jüngsten Studie «2016 Chief Digital Officer» den Puls der Digitalisierungsverantwortung. Die Erhebung zeigt, dass ein Drittel der Schweizer Führungsgremien diese einem Chief Digital Officer (CDO) übertragen, vor allem in der Finanzbranche. Das Profil des CDOs variiert – nicht aber dessen Verpflichtung.

Mit der Studie «2016 Chief Digital Officer» beleuchtet Strategy& die Verantwortung für die digitale Transformation in den 2’500 grössten börsenkotierten Unternehmen weltweit (davon 49 in der Schweiz). Als CDO gelten Führungskräfte, die mit der Digitalisierungsstrategie ihres Unternehmens beauftragt werden. Die Auswertung macht deutlich: Der Chief Digital Officer erobert die Chefetagen. 2015 hatten 6% der Studienteilnehmer einen CDO angestellt; 2016 waren es bereits 19%. 60% der befragten CDOs wurden von 2015 bis 2016 eingestellt. Europa, der Nahe Osten und Afrika (EMEA) verzeichnen die weltweit höchste CDO-Dichte und den stärksten Zuwachs (+30%). Die Schweiz belegt in Europa mit 33% den fünften Platz.

Die Schweizer Finanzdienstleistungsbranche hat die Zeichen der Zeit offensichtlich erkannt und setzt für die konsequente Umsetzung einer Digitalstrategie entsprechende Führungskompetenzen ein. So führt der Finanzsektor das Ranking des CDO-Anteils in der Schweiz an: mit 67% die Versicherer, gefolgt von den Banken mit 50%. Sie digitalisieren nicht nur ihre Kundenaktivitäten, sondern auch ihre internen Abläufe.

Den klassischen CDO gibt es nicht. Die Hälfte der Schweizer CDOs sind Mitglied des Verwaltungsrats, 38% tragen individuelle Titel wie etwa «Head of Digital», 6% bekleiden die Position eines Vizepräsidenten und 6% eines Direktors. Fast zwei Drittel wurden aus den eigenen Reihen rekrutiert. Weibliche CDOs gibt es nur gerade 13%. Die Karrierestufe davor liegt bei 38% der CDOs im Marketing, Verkauf oder Kundenservice. Ein Drittel bringt einen technischen und ein Viertel einen Consulting-, Strategie- oder Business-Development-Hintergrund mit. Die Bedeutung der technischen Erfahrung hat zugenommen. So stammten 2016 bereits 32% und damit mehr als doppelt so viele CDOs als im Vorjahr aus dem technischen Bereich.

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Kontakt

Dr. Daniel Diemers
Partner Financial Services, Strategy& Schweiz
+41 58 792 3190
daniel.diemers@strategyand.ch.pwc.com

Aufgepasst bei Quellensteuer auf Essensentschädigung

Spesen werden üblicherweise für effektive Auslagen nach Belegen vergütet. Bei der Vergütung von notwendigen Auslagen für auswärtige Verpflegung aufgrund eines beruflichen Einsatzes können auch Fallpauschalen angewendet werden. Bei einem echten Auslagenersatz für Geschäftsspesen gehören Spesenentschädigungen nicht zum massgebenden Lohn für die Sozialversicherungen. Einige Kantone nehmen Entschädigungen für Mittagessen auf Geschäftsreisen von dieser Regel aus, selbst wenn ein genehmigtes Spesenreglement vorliegt.

Der Quellensteuer unterliegt Bruttoeinkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit. Darunter fallen zum Beispiel der Monatslohn, Provisionen, Zulagen, Gratifikationen, Trinkgelder oder geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen. Auch Ersatzeinkünfte wie Taggelder der Arbeitslosen-, Invaliden- oder Unfallversicherung und Renten der Invaliden- oder Unfallversicherung unterliegen bei quellensteuerpflichtigen Personen der Besteuerung an der Quelle. Besteuert wird grundsätzlich anhand eines progressiv gestalteten Tarifs, dessen Höhe vom Bruttoeinkommen abhängt. Einige Kantone legen der Besteuerung das monatliche Bruttoeinkommen zu Grunde. Andere verteilen die Steuerlast über einen Jahresausgleich.

Der individuelle Quellensteuertarif berücksichtigt die sozialen Gegebenheiten der steuerpflichtigen Person in mehrfacher Hinsicht. Berücksichtigt werden der Zivilstand, die Anzahl Kinder und ob eine Kirchensteuerpflicht besteht oder nicht. Auch weitere Abzüge, die ein normal Steuerpflichtiger in Abzug bringen kann – etwa Kosten (oder Teilkosten) für den Arbeitsweg, NBU-Abzug und BVG-Beitrag Arbeitgeber oder auswärtige Verpflegung –, sind im Tarif enthalten. Der Ersatz von Berufsauslagen wie Reisespesen ist grundsätzlich nicht der Quellensteuer unterworfen, solange geschäftlich bedingte effektive Auslagen gegenüberstehen. Fallpauschalen, die in einem genehmigten Spesenreglement festgehalten sind, unterliegen grundsätzlich ebenfalls nicht der Quellensteuer.

Dieser Grundsatz wird allerdings durchbrochen, wenn regelmässig Entschädigungen für Mittagessen ausserhalb des üblichen Arbeitsortes ausgerichtet werden. Das gilt sowohl, wenn ein genehmigtes Spesenreglement vorliegt, als auch bei der Abrechnung gemäss Randziffer 52 der Wegleitung zum Lohnausweis. Diese Praxis ist seit 2016 auch explizit in den Muster-Spesenreglementen beispielsweise des Kantons Zürich festgehalten. Sie stützt sich auf Randziffer 14 der Weisung zur Durchführung der Quellensteuer für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom 22. April 2016 (ZStB Nr. 28/053). Auch wenn sich viele Arbeitgeber dieser Pflicht zur Aufrechnung nicht bewusst sind, stellt die nun explizite Aufführung keine Praxisänderung dar, sondern dient der Klarstellung. Denn wenn ein Arbeitnehmer für diese Auslagen nicht selber oder nur teilweise aufkommen muss, stimmt die Quellensteuerbasis so nicht.

Mit genehmigten Spesenreglementen wurde jeweils lediglich bestätigt, dass durch die Verpflegungsentschädigungen kein zusätzliches steuerpflichtiges Einkommen realisiert wird, da die Spesenreglemente steuerlich als angemessen betrachtet werden. Inwieweit nach der Gewährung von Verpflegungsentschädigungen noch Anspruch auf den Verpflegungskostenabzug (Berufskosten) besteht, wird im ordentlichen Veranlagungsverfahren geprüft. Bei quellensteuerpflichtigen Arbeitnehmern erfolgt bei einem jährlichen Einkommen von weniger als CHF 120’000 keine ordentliche Veranlagung. Deshalb sind die im Tarif bereits eingerechneten Verpflegungskosten aufzurechnen.

Der als steuerbares Einkommen aufzurechnende Betrag im Kanton Zürich liegt derzeit bei CHF 1’600 pro Jahr bzw. CHF 133 pro Monat. Damit entspricht er dem jeweils im Quellensteuertarif eingerechneten Abzug für Mehrkosten für auswärtige Verpflegung. Von einer Aufrechnung kann nur abgesehen werden, wenn sich Mitarbeiter vereinzelt – also zirka ein bis zwei Mal pro Monat, auswärtig verpflegen müssen und dafür eine Entschädigung erhalten.

Die Praxis ist nicht ganz unumstritten, denn mit der Genehmigung von Spesenreglementen werden doch jeweils die im Reglement erwähnten Personen abgedeckt. In den bisherigen Reglementen ist keine separate Bestimmung enthalten, dass quellensteuerpflichtige Mitarbeitende anders zu behandeln wären. Der Arbeitgeber kann so nur schwer erkennen, dass das genehmigte Reglement nur mit diesem Vorbehalt anwendbar ist.

Die Unternehmen müssen die bestehenden Spesenreglemente aufgrund dieser Klarstellung nicht neu genehmigen lassen. Dennoch sollten sie ihre Lohnbuchhaltung auf entsprechende Risiken überprüfen. Für die Beurteilung der konkreten Situation empfiehlt sich in jedem Fall, die Wegleitung des Steueramtes im Sitzkanton beizuziehen.