Neue Schweizer „FinTech“-Regeln

Die Schweiz erlässt revidierte Bankregulierung, um den Betrieb von FinTech-Geschäftsmodellen zu vereinfachen

Am 1. Februar 2017 eröffnete der Bundesrat eine Vernehmlassung zur Modifikation der Schweizer Bankregulierung. Ziel der Revision war es, eine angemessene Regulierung für FinTech-Unternehmen zu schaffen, die ausserhalb des traditionellen Finanzsektors operieren, wobei das besondere Risikopotenzial des jeweiligen Geschäftsmodells berücksichtigt werden sollte. Die vorgeschlagene Revision beinhaltete Anpassungen sowohl beim Bankengesetz (BankG) als auch bei der Bankenverordnung (BankV). Die Vernehmlassung dauerte bis im Mai 2017.

Am 5. Juli 2017 hat der Bundesrat nun beschlossen, die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen zu verabschieden, sofern die BankV davon betroffen ist. Das neue Regime wird am 1. August 2017 in Kraft treten, so dass FinTech-Unternehmen unmittelbar von den neuen Regeln profitieren können.

Die angepassten Regeln enthalten Folgendes:

  1. Ausnahme für Abwicklungskonten: Es soll eine Ausnahme für Abwicklungskonten geschaffen werden. Diese wird es Unternehmen erlauben, Gelder während 60 Tagen in einem Abwicklungskonto zu deponieren, ohne dass ein solches Konto als Entgegennahme von Publikumseinlagen betrachtet wird, die das Vorliegen einer Bankbewilligung bedingen würde (Art. 5 Abs. 3 lit. c BankV). Die bisherige Fassung der BankV enthielt keine derartige 60-Tage-Frist, was zu gewissen Unsicherheiten führte.
     
  2. Innovationsraum («Sandbox»): Unternehmen dürfen Publikumseinlagen in der Höhe von bis zu CHF 1 Mio. halten, ohne eine Bankbewilligung beantragen zu müssen («Sandbox»). Entsprechend qualifiziert die Entgegennahme von Publikumseinlagen in einem Betrag von weniger als CHF 1 Mio. nicht als «gewerbsmässig», was eine Voraussetzung wäre, um in den Anwendungsbereich des Bankengesetzes  zu fallen (Art. 6 Abs. 2 lit. a BankV). Im Rahmen der geltenden Fassung der BankV gilt jede Entgegennahme von Publikumseinlagen von mehr als 20 Personen als «gewerbsmässig». Gemäss revidierter BankV ist die Anzahl der Personen, von denen Einlagen entgegengenommen werden, belanglos, sofern die Schwelle von CHF 1 Mio. nicht überschritten wird. Ausserdem dürfen die entgegengenommenen Gelder weder investiert noch verzinst werden (Art. 6 Abs. 2 lit. b BankV). Schliesslich müssen die Personen, welche die Gelder zur Verfügung stellen, informiert werden, dass das entsprechende Geschäftsmodell nicht von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) beaufsichtigt wird und dass die Regeln über die Einlagesicherung nicht anwendbar sind (Art. 6 Abs. 2 lit. c BankV). Dieser neue Innovationsraum wird es FinTech-Unternehmen ermöglichen, neue experimentelle Geschäftsmodelle auszuprobieren, ohne unmittelbar eine Bankbewilligung beantragen zu müssen.

Insgesamt werden diese Anpassungen der BankV die Ausübung von Tätigkeiten von FinTech-Unternehmen in der Schweiz erheblich vereinfachen. Zudem ist die Revision der BankV ein weiterer Beweis der Entschlossenheit der Schweizer Regierung, die regulatorischen Rahmenbedingungen konstant zu verbessern und neu zu gestalten, um die Schweiz dadurch als zentralen FinTech-Hub zu fördern.

Ihre Ansprechpartner:

Guenther Dobrauz
Partner|Leader PwC Legal Services Switzerland
Tel. +41 58 792 1497
guenther.dobrauz@ch.pwc.com

Tina Balzli
Director|Legal FS Regulatory & Compliance Services
Tel. +41 58 792 1554
tina.balzli@ch.pwc.com

Simon Schären
Manager |Legal FS Regulatory & Compliance Services
Tel. +41 58 792 1463
simon.schaeren@ch.pwc.com

Neuer Meilenstein in der FinTech-Regulierung – Vernehmlassungen zur Revision der bankenrechtlichen Regulierung in der Schweiz und in Liechtenstein

Sowohl der Schweizer Bundesrat als auch die Regierung des Fürstentums Liechtensteins haben in den letzten Tagen Vernehmlassungsvorlagen zur Anpassung der jeweiligen bankenrechtlichen Rahmenbedingungen veröffentlicht. Ziel der Revisionen ist es, FinTech-Geschäftsmodelle zu fördern. Zu diesem Zweck werden u.a. neue Bewilligungskategorien geschaffen. Insgesamt kommt es zu einer erheblichen Deregulierung, was beide Jurisdiktionen als FinTech-Standort attraktiver machen wird.

Entwicklung in der Schweiz
Am 1. Februar 2017 hat der Bundesrat eine Vernehmlassung zur Revision des Bankgesetzes („BankG“) und der Bankverordnung („BankV“) eröffnet. Ziel der Revision ist es, FinTech-Unternehmen, die ausserhalb des klassischen Finanzbereichs operieren, angemessen zu regulieren, wobei das besondere Risikopotential des jeweiligen Geschäftsmodells in Betracht gezogen werden soll. Dabei wird eine Deregulierung vorgeschlagen, die die folgenden drei Elemente enthält:

  • Eine Ausnahme für Abwicklungskonten soll geschaffen werden. Danach dürfen u.a. Gelder während sechzig Tagen auf einem Abwicklungskonto gehalten werden, ohne dass dies eine unerlaubte Tätigkeit unter dem BankG darstellt.
  • Ein Innovationsraum soll geschaffen werden, in dem Unternehmen bewilligungsfrei tätig sein können und im Umfang von CHF 1 Mio. Publikumseinlagen entgegennehmen dürfen.
  • Schliesslich sollen Unternehmen, die kein Aktivgeschäft betreiben und die Publikumseinlagen im Umfang von weniger als CHF 100 Mio. entgegennehmen eine Bankbewilligung mit erleichterten Bewilligungsanforderungen beantragen können.

Die Vernehmlassungsfrist dauert bis zum 8. Mai 2017.

Entwicklung in Liechtenstein
Im Fürstentum Liechtenstein werden derzeit ähnliche Initiativen wie in der Schweiz verfolgt. Am 31. Januar 2017 hat die Regierung einen Vernehmlassungsbericht betreffend die Anpassung des Bankengesetzes und des Finanzmarktaufsichtsgesetzes verabschiedet. Dabei soll die Finanzmarktaufsicht das Minimalkapital von Banken und Wertpapierfirmen an das jeweilige Risikoprofil des konkreten Geschäftsmodells anpassen können. Damit sollen die regulatorischen Rahmenbedingungen insbesondere für FinTech-Unternehmen attraktiver gemacht werden. Da die Anpassungen im Einklang mit den Vorgaben des Europäischen Regulierungsrahmens erfolgen, wird im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) auch ein angemessener Marktzugang gewährleistet sein. Die Vernehmlassungsfrist dauert bis zum 10. März 2017.

Kontaktieren Sie uns.

Günther Dobrauz
Partner
Leader Legal FS Regulatory & Compliance Services
+41 58 792 14 97
guenther.dobrauz@ch.pwc.com

Simon Schären
Manager
PwC Legal FS Regulatory and
Compliance Services
+41 58 792 14 63
simon.schaeren@ch.pwc.com

Eine weitere EU-Richtlinie, die einen massiven Einfluss auf Schweizer Finanzinstitute hat – die Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR), auch als Mortgage Credit Directive (MCD) bekannt, trat am 20. März 2014 in Kraft und ergänzt die bereits bestehenden Richtlinien zum Konsumentenschutz, zur irreführenden und vergleichenden Werbung sowie zu unlauteren Geschäftspraktiken im Bereich der Wohnimmobilienkredite.

Die WIKR hat einen umfassenden Geltungsbereich und gilt auch für Nichtkreditinstitute. Dies umfasst auch den Vertrieb von Versicherungs- und Rückversicherungsprodukten und betrifft alle Kreditgeber sowie Kreditvermittler, die bestimmte Kredite an Verbraucher gewähren.

Die Mitgliedstaaten mussten die WIKR bis zum 21. März 2016 in nationales Recht und Vorschriften umsetzen. Nicht alle EU-Mitgliedstaaten sind dieser Pflicht nachgekommen. So haben Kroatien, Zypern, Finnland, Griechenland, Luxembourg, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien und Schweden noch keine Umsetzungsbestimmungen publiziert. Belgien, Lettland, Litauen und Polen haben erst Teile der Umsetzungsbestimmungen publiziert.

Nichtsdestotrotz müssen betroffene Kreditgeber seit dem 21. März 2016 den Anforderungen der WIKR entsprechen. Die WIKR wirkt sich auch auf Schweizer Kreditinstitute und Nichtkreditinstitute aus, die Kredite im Sinne der Richtlinie an in der EU / im EWR domizilierte Verbraucher oder an in der Schweiz domizilierte Kunden mit dem Zweck des Erwerbs einer Liegenschaft in der EU / im EWR erteilen.

Lesen Sie mehr dazu.

Mehr Klarheit bezüglich der Prüfungspflichten nach dem schweizerischen Finanzmarktinfrastrukturgesetz für Unternehmen, die nicht der Aufsicht der FINMA unterstehen (Nichtfinanzielle Gegenparteien)

Nichtfinanzielle Gegenparteien werden bereits ab dem 1. Januar 2017 auf die Einhaltung der Bestimmungen des schweizerischen Finanzmarktinfrastrukturgesetzes (FinfraG) geprüft. EXPERTsuisse, der schweizerische Berufsverband der Wirtschaftsprüfer, hat kürzlich Richtlinien (nachfolgend «Richtlinien») bezüglich der Prüfung von Nichtfinanziellen Gegenparteien, das heisst Unternehmen, die gemäss dem schweizerischen Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG) nicht der Aufsicht der FINMA unterstehen und im Handelsregister eingetragen sind (nachfolgend «Nichtfinanzielle Gegenparteien»), herausgegeben. Die Richtlinien gelten nur für kleine Nichtfinanzielle Gegenparteien, nicht für grosse Nichtfinanzielle Gegenparteien. Die dem FinfraG unterliegenden OTC-Derivate-Positionen (sämtliche dem FinfraG unterliegenden Derivate werden nachfolgend als «Derivat» bezeichnet) dürfen, was Eigenkapital , Kredit- oder Zinsderivate anbelangt, den Schwellenwert von CHF 1,1 Mia. nominal und, was Rohstoff- und sonstige Derivate anbelangt, den Schwellenwert von CHF 3,3 Mia. nominal (nachfolgend «Schwellenwert») nicht übersteigen. Pensionsfonds unterliegen ebenfalls nicht den Richtlinien.

Lesen Sie mehr…

 

Kontaktieren Sie uns telefonisch für eine kostenlose Beratung.

Günther Dobrauz
Partner
Leader Legal FS Regulatory and Compliance Services
+41 58 792 14 92
guenther.dobrauz@ch.pwc.com

Martin Liebi
TLS Senior Manager
Legal FS Regulatory and Compliance Services l Head Capital Markets
+41 58 792 28 86
martin.liebi@ch.pwc.com

Stefan Wüeest
Assurance Director
+41 58 792 59 51
stefan.wueest@ch.pwc.com

Silvan Thoma
TLS Senior
+41 58 792 18 17
silvan.thoma@ch.pwc.com

AIFM und AIF Pass für Liechtenstein

Die EU-Richtlinie über die Verwalter alternativer Anlagefonds (AIFM-RL oder AIFMD) ist zweifelsfrei eines der wichtigsten Regularien der letzten Jahre und hat die betroffene Industrie nachhaltig beeinflusst.

Das Fürstentum Liechtenstein hat diese Entwicklung früh vorausgesehen und diese neuen Bestimmungen nicht nur sehr schnell ins nationale Recht umgesetzt, sondern dabei auch die Gelegenheit genutzt, dem Markt ein differenziertes Produkt und Institutsangebot zur Verfügung zu stellen.

Entsprechend Informationen der liechtensteinischen Regierung hat nunmehr auch der gemeinsame EWR-Ausschuss die Übernahme der sogenannten AIFM-Richtlinie in den EWR-Vertrag unterzeichnet. Somit haben ab 1. Oktober 2016 liechtensteinische alternative Investmentfonds (AIF) und alternative Investmentfondsmanager (AIFM) über das sog. Passporting-System effizient und gleichberechtigt Zugang zum EWR-Binnenmarkt, also zu den 28 EU-Staaten und den EWR/EFTA-Staaten Norwegen und Island.

Bisher konnten bereits Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW), bekannt unter dem englischen Namen Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities (UCITS), von Liechtenstein aus im europäischen Binnenmarkt vertrieben werden. Ab 1. Oktober 2016 gilt dies nun auch für den Bereich der AIF.

Durch die erfolgte Übernahme der AIFM-Richtlinie hat Liechtenstein in den beiden Fondsbereichen UCITS und AIF die gleichen Zugangsmöglichkeiten wie EU-Staaten und ist durch seine auf das Ausland gerichteten Aktivitäten und die spezifischen Vorteile gegenüber anderen Standorten in Europa für Finanzunternehmen aus Nicht-EWR-Staaten ein ideales Eingangstor in den europäischen Markt. Aber auch Unternehmen aus EU-Ländern nutzen bereits die hervorragenden Rahmenbedingungen Liechtensteins wie z.B. die schnellen und effizienten Zulassungsprozesse, das attraktive Steuersystem für Fonds und Unternehmen, den hohen Anlegerschutz, die kapitalkräftigen und sicheren Banken und die kurzen Wege zwischen Fondsgesellschaften, Dienstleistern und Aufsicht und legen Fonds nach liechtensteinischem Recht auf.

Kontakt:

Dr. Günther Dobrauz
Partner
+41 58 792 14 92
guenther.dobrauz@ch.pwc.com

Schweizer Vermögensverwalter von UCITS durch die UCITS V Richtlinie betroffen

UCITS V Richtlinie_DE.JPGDie UCITS-Richtlinien III bis V ersetzten sukzessive die erste Richtlinie 85/611/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften betreffend bestimmte Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren, um der Weiterentwicklung am Finanzmarkt und den bisherigen Erfahrungen der Marktteilnehmer und Aufsichtsbehörden Rechnung zu tragen.

Die Neuerungen der UCITS-Richtlinie V („UCITS-V-Richtlinie“ bzw. „Richtlinie“) betreffen die Verwahrstelle, die Vergütungspolitik, neue Sanktions-regelungen, die ein höheres Sanktions- und Reputationsrisiko beinhalten,
und die Delegationsvorschriften der Verwahrstelle.

Mehr zum Thema erfahren Sie hier!

 

Neue Empfehlung der ESMA zum AIFMD-Pass

Die «European Securities and Markets Authority (ESMA)» hat heute ihre Empfehlung zur Antragstellung auf den «Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD)»-Pass für nicht-EU «Alternative Investment Fund Managers (AIFMs)» und «Alternative Investment Funds (AIFs)» in zwölf Ländern veröffentlicht. Darunter ist auch die Schweiz.

Hier gelangen Sie zur Mitteilung der ESMA.

Bei Fragen zur Thematik steht Ihnen unser Experte Günther Dobrauz gerne jederzeit zur Verfügung.

Kontakt:
Günther Dobrauz
Partner Tax and Legal
guenther.dobrauz@ch.pwc.com
Geschäft: +41 58 792 14 97
Privat: +41 79 894 5873

Packaged Retail and Insurance-based Investment Product (PRIIP) – Die europäische Verordnung zum Produktinformationsblatt und die Überschneidung zur Prospektpflicht im FIDLEG

Das Prinzip der standardisierten Informationsweitergabe in der Finanzindustrie

Jeder kennt die Beipackzettel bei Medikamenten – in standardisierter Form werden die Wirkungsweise, die Risiken und Nebenwirkungen aufbereitet und dem Anwender mitgeteilt. Hand aufs Herz – wie oft haben Sie die Informationen tatsächlich gründlich gelesen, diese Informationen der Haftungsabsicherung des Produktherstellers und gegebenenfalls des behandelnden Arztes, der die Informationen tatsächlich interpretieren kann?

Dennoch findet das Prinzip der standardisierten Informationsweitergabe in der Finanzindustrie immer wieder Nachahmer: Beginnend mit den wesentlichen Informationen für Anlegerinnen und Anleger für Effektenfonds und übrige Fonds für traditionelle Anlagen mit der Teilrevision des Kollektivanlagengesetzes (KAG) wird mit dem Entwurf des Finanzdienstleistungsgesetzes (FIDLEG-E) ein Basisinformationsblatt für Finanzinstrumente für Privatkundinnen und -kunden in der Schweiz eingeführt.

Als Vorlage für dieses Basisinformationsblatt dienten die Prospektrichtlinie der Europäischen Union (EU) sowie die Verordnung über Basisinformationsblätter (Packaged Retail and Insurance-based Investment Products, PRIIPs), welche Ende Dezember 2014 verabschiedet wurde. Umzusetzen ist die EU-Verordnung ab dem 31. Dezember 2016.

Das FIDLEG-E und die Verordnung PRIIP nehmen Hersteller und Personen, die diese verkaufen bzw. dazu beraten, in die Pflicht und verlangen am «point of sale» die Abgabe eines Basisinformationsblatts an den Privatkunden: Sie müssen dem Kunden vor Abschluss des Geschäfts aktuelle Informationen zugänglich machen, damit dieser seine Entscheidung treffen kann. Diese Entscheidung sollte durch eine einheitliche Aufbereitung der Informationen erleichtert werden.

Auf nachfolgende Fragen wird in der Publikation eingegangen sowie ein Beispiel eines Basisinformationsblattes für ein PRIIP aufgezeigt:

  • Was ist eigentlich ein PRIIP?
  • Was ist das Ziel der PRIIP-Verordnung und des FIDLEG-E mit dem Basisinformationsblatt?
  • Bis wann ist das FIDLEG in Kraft?
  • Welche Produkte sind keine PRIIPs und können ausgeschlossen werden?
  • Bis wann ist die PRIIP-Verordnung in der EU umzusetzen?

Erfahren Sie mehr: Download Publikation

Gerne unterstützen wir Sie dabei, diese Herausforderung zu meistern. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf:

Dr. Günther Dobrauz, MBA

Partner, Leader Legal FS Regulatory and
Compliance Services, 
Zürich
+41 58 792 14 97
guenther.dobrauz@ch.pwc.com

Sabine Bartenschlager-Igel 

Senior Manager, Head Asset Management,
Legal FS Regulatory and Compliance Services, Zürich
+41 58 792 28 73
sabine.bartenschlager-igel@ch.pwc.com

Michael Taschner

Senior Manager
Legal FS Regulatory and Compliance Services, Zürich

+41 58 792 10 87
michael.taschner@ch.pwc.com

Neue Regeln für den Schweizer Finanzplatz durch FIDLEG und FINIG – Ein Update

Der Finanzplatz Schweiz steht vor einem fundamentalen Umbau seiner Regulierung. Gleich drei neue Regelwerke (das Finanzmarktinfrastrukturgesetz FinfraG, das Finanzdienstleistungsgesetz FIDLEG und das Finanzinstitutsgesetz FINIG) sollen grosse Teile der bisherigen Regulierung ersetzen. Das FinfraG wurde bereits vom Parlament verabschiedet und wird am 1. Januar 2016 zusammen mit den ausführenden Verordnungen in Kraft treten.

Am 27. Juni 2014 hat der Bundesrat zudem die Vernehmlassung zum FIDLEG und FINIG eröffnet, welche bis zum 17. Oktober 2014 dauerte. Wir hatten Sie damals im Rahmen einer Broschüre zu den Auswirkungen dieser beiden Regulierungen informiert. Inzwischen hat der Bundesrat Entwürfe zu FIDLEG und FINIG einschliesslich Botschaft erarbeitet, welche am 4. November 2015 veröffentlicht wurden. Die entsprechende parlamentarische Debatte darf mit Spannung erwartet werden. Anlässlich der Veröffentlichung der Entwürfe zu FIDLEG und FINIG senden wir Ihnen anbei eine aktualisierte Fassung unserer Broschüre.

Erfahren Sie mehr: Neue Regeln für den Schweizer Finanzplatz durch FIDLEG und FINIG – Update November 2015

Finanzinstitutsgesetz (FINIG)

Grundlegend neu ist eine vorgesehene „Bewilligungskaskade“ sowie der Einbezug der einfachen Vermögensverwalter und Trustees in diese. Dabei soll eine Bewilligung auf einer bestimmten Stufe der Kaskade jeweils auch die Bewilligung für alle Aktivitäten unterer Stufen beinhalten. Eine Bank müsste also nicht mehr wie heute zusätzlich eine Effektenhändlerbewilligung (oder, wie sie neu heisst, eine Bewilligung als Wertpapierhaus) benötigen für die entsprechende Aktivität.

Mit dem Zusammenfassen in einem einzigen Gesetz sollen bestehende, materiell aber nicht gerechtfertigte Unterschiede zwischen den Arten von Bewilligungsträgern bereinigt werden. Die Einführung einer expliziten, aufsichtsrechtlich verpflichtenden „Weissgeldstrategie“ wurde im Vorentwurf zum FINIG festgeschrieben, inzwischen aber im Rahmen des Entwurfs des Bundesrats wieder aufgegeben.

Erstmals sollen auch einfache Vermögensverwalter und Trustees einer Bewilligungspflicht unterliegen. Da damit ein zusätzlicher Aufwand für den Vermögensverwalter (meistens nur einer oder wenige Mitarbeiter) verbunden ist, wird diese Neuerung wohl auch Auswirkungen auf den Markt haben (Bereinigung, Zusammenschlüsse).

Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG)

Die bisherige Regulierung erfasste im Wesentlichen nur Institute und Akteure in der Schweiz. Aktivitäten von Playern ohne faktische Präsenz in der Schweiz (Vertretung, Zweigniederlassung oder Tochtergesellschaft) waren nicht betroffen. Dies soll sich teilweise ändern, indem eine Registrierungspflicht für Kundenberater solcher Akteure eingeführt wird. Diese gleicht zumindest teilweise den Wettbewerbsnachteil der schweizerischen Finanzinstitute im internationalen Geschäft aus und erlaubt der Aufsichtsbehörde einen Überblick über die bisher vollständig unkontrollierten grenzüberschreitenden Angebote von Finanzdienstleistungen in die Schweiz.

Die vom Bundesgericht wiederholt bestätigte Handhabung von Retrozessionen wird im Entwurf FIDLEG gesetzlich verankert. Diese auch für Execution-only-Tätigkeiten.

Weitere Neuerungen betreffen:

  • Verdichtete Offenlegungs-, Dokumentations- und Ab- bzw. Aufklärungspflichten für alle Finanzdienstleister
  • Neue Ausbildungsanforderungen für Kundenberater
  • Produktspezifische Dokumentationspflichten (Prospekt, Basisinformationsblatt)

Da einer der Ausgangspunkte zum FIDLEG die Verbesserung des Kundenschutzes darstellt, stehen auch einige Neuerung bei der Durchsetzung von allfälligen Kundeansprüchen im Gesetzesentwurf. Ausgehend von einem umfassenden Anspruch auf Herausgabe von Dokumenten und dem Zugang zu einer Ombudsstelle soll auch eine für den Kunden günstigere Kostenregelung bei Zivilprozessen eingeführt werden.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf:

Simon Schären 

Manager, Zürich
+41 58 792 14 63
simon.schaeren@ch.pwc.com

Dr. Günther Dobrauz, MBA

Partner, Leader Legal FS, Zürich
+41 58 792 14 97
guenther.dobrauz@ch.pwc.com

Vereinfachte Freistellung: Markteintritt in Deutschland wird für Schweizer Banken leichter

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) und die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben sich vor kurzem auf das «vereinfachte Freistellungsverfahren» mit entsprechenden Massnahmen geeinigt. Dieser Konsens erleichtert den Schweizer Banken den Markteintritt in Deutschland.

Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über den vereinfachten Markteintritt mit dem untenstehenden Summary.

Vereinfachtes Freistellungsverfahren