Aktualitätenseminar 2017: Neuigkeiten aus den Bereichen Steuern, Sozialversicherungen, Arbeits- und Bewilligungsrecht

In diversen Rechtsbereichen des HR sind Änderungen erfolgt oder stehen noch an. Was diese für Ihr Unternehmen bedeuten, erfahren Sie an unserem Aktualitätenseminar vom 10. Mai 2017.

Als Personalprofi, Payrollverantwortlicher und -sachbearbeiter, Finanzbuchhalter oder Treuhänder sollten Sie diese Veranstaltung nicht verpassen. Denn das Programm ist ebenso breit gefächert wie aufschlussreich:

  • Wir starten mit einem Aktualitätenblock: UVG-Revision, Altersvorsorge 2020, Stand der hängigen FABI-Motion, Kreisschreiben zur Aus- und Weiterbildung, Fragen zum Lohnausweis 2016 und zu anderen Sozialversicherungs- und Steuerthemen. Hier legen wir die Schwerpunkte nach dem Entwicklungsstand per Anfang Mai 2017 fest.
  • Im Anschluss erläutert Markus Kühni, juristischer Fachexperte Quellensteuer, kantonales Steueramt Zürich, und Präsident der SSK-Arbeitsgruppe Quellensteuern, was bis zur Umsetzung des revidierten Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) passiert. Dieses wurde von beiden Räten im Dezember 2016 verabschiedet. Zudem erhalten Sie wichtige Informationen zu aktuellen Neuerungen im Quellensteuerverfahren.
  • Am Nachmittag widmen wir uns weiteren zentralen HR-Themen wie Arbeitsbewilligungen, Datenschutz oder Zeiterfassung. Internationale Entwicklungen führen zu einer Anpassung des Datenschutzgesetzes in der Schweiz. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich darauf vorbereiten – und wie Sie in Ihrem Alltag von unserem Praxiswissen profitieren.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen anregenden Dialog.

Datum & Zeit:
Mittwoch, 10 Mai 2017
9.00 Uhr bis 16.45 Uhr

Mehr Informationen finden Sie in unserem Programm.

Ort:
PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich

Kosten:
CHF 900 (inkl. MWST)

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AIA: Die Schweiz erhöht den Druck auf Liechtenstein

Nachdem das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) anfang Dezember 2016 die Vernehmlassung zur Einführung des automatischen Informationsaustauschs in Steuersachen (AIA) mit 21 Ländern eröffnet hat, wurde die Liste mittels einer zweiten Vernehmlassung Anfang Februar 2017 um weitere 20 Staaten und Territorien ergänzt. Der AIA mit insgesamt 41 Ländern soll am 1. Januar 2018 in Kraft treten, so dass im Jahr 2019 ein erster Datenaustausch erfolgen kann. Rechtlich wird der AIA mit den oben aufgeführten Staaten und Territorien gestützt auf die multilaterale Vereinbarung der zuständigen Behörden über den automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten (Multilateral Competent Authority Agreement; MCAA) umgesetzt. Das MCAA basiert auf dem von der OECD entwickelten internationalen Standard zum Informationsaustausch. Nach Abschluss der Vernehmlassungen sollen beide Vorlagen zu einem Geschäft zusammengeführt und dem Parlament unterbreitet werden.

Zügige Globalisierung des AIA

Die jüngsten Entwicklungen rund um die OECD und das Global Forum zeigen gemäss dem erläuternden Bericht des EFD, dass andere Länder, einschliesslich Finanzzentren wie das Vereinigte Königreich, Luxemburg und Liechtenstein, die sich zur Anwendung des AIA verpflichtet haben, ihr Netzwerk von AIA-Partnerstaaten zügig ausbauen. Die Schweiz muss entsprechend handeln um die Risiken zu mindern, sich gegenüber der OECD und den G20 rechtfertigen zu müssen. Mit diesen beiden Vernehmlassungen wird der AIA mit fast allen G20- und OECD-Staaten, den wichtigsten Wirtschafts- und Handelspartnern sowie zahlreichen Finanzplätzten aktiviert, was gemäss dem EFD zur Konsolidierung des globalen „level playing filed“ beiträgt.

Liechtenstein ist ein AIA-Wunschpartner der Schweiz

Die Schweiz hat Liechtenstein als wichtigen Wirtschafts- und Handelspartner auf ihre „Wunschliste“ der AIA-Partnerstaaten aufgenommen. Zwischen den Nachbarländern bestehen enge politische Beziehungen und wirtschaftliche Verflechtungen. Aufgrund zahlreicher Verträge bilden die beiden Länder einen gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraum mit offenen Grenzen. Gemäss Bericht des EFD besteht seitens der Schweiz aufgrund des bedeutenden liechtensteinischen Finanzsektors ein Interesse an der Einführung des AIA. Nebst dem politischen Druck seitens OECD und den G20, dass die Schweiz das AIA-Abkommensnetz weiter erweitert, geht es der Schweiz offensichtlich auch darum, Steuerinformationen über (vermutete) undeklarierte Vermögenswerte von Schweizern am Finanzplatz Liechtenstein zu erhalten.

Nun ist Liechtenstein gefordert

Die Massnahme der Schweiz erhöht den Druck auf Liechtenstein seine bisherige Position zu überdenken. Medienberichten vom Oktober 2016 zufolge wollte Liechtenstein dannzumal den AIA mit der Schweiz noch vermeiden und eine (Abgeltungssteuer-) „Lösung prüfen, die den steuerlichen Bedürfnissen der beiden Partnerstaaten einfacher und direkter Rechnung trägt“. Auch auf der Ende 2016 in Liechtenstein verabschiedeten Liste mit 32 weiteren AIA-Partnerstaaten ist die Schweiz nicht aufgeführt, womit sich kein automatisches „Matching“ ergibt.

Keine „Sonderlösung Liechtenstein“

Mit diesem Schritt hat Bern ein unmissverständliches Signal nach Vaduz gesandt: Die Schweiz ist an einer „Sonderlösung Liechtenstein“ nicht interessiert und möchte den globalen Standard des AIA rasch auch mit Liechtenstein implementieren. Nun gilt es die Reaktion aus Liechtenstein abzuwarten, wobei der Handlungsspielraum aufgrund des grossen politischen Drucks marginal erscheint. Die Einführung des AIA zwischen der Schweiz und Liechtenstein ist somit wohl keine Grundsatzfrage mehr, sondern bloss noch eine Frage der Zeit. Ein Inkrafttreten auf 1. Januar 2018 mit erstem Datenaustausch im Jahr 2019 erachten wir als realistisches Szenario.

Ansprechpartner

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Ralph Bieri
PwC | Senior Manager
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GDPR key challenges: #1 Anwendbarkeit auf aussereuropäische Unternehmen

Im Mai 2016 ist die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO, im Englischen GDPR) in Kraft getreten. Nach einer zweijährigen Übergangsfrist wird die DSGVO ab Mai 2018 in der gesamten Europäischen Union (EU) verbindlich angewendet werden.

Zwar handelt es sich bei der DSGVO um ein Gesetz der EU, das allerdings unter Umständen auch für schweizerische und andere aussereuropäische Unternehmen Geltung haben kann. Einerseits ist dies der Fall, wenn sie Niederlassungen in der EU unterhalten. Andererseits untersteht ein aussereuropäisches Unternehmen gemäss dem neu eingeführten „Marktortprinzip“ der DSGVO, wenn es auf dem Gebiet der EU Waren und Dienstleistungen anbietet oder wenn es das Verhalten von Personen mit Aufenthalt in der EU beobachtet.

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Kontakte:


Susanne Hofmann
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Birchstrasse 160 | Postfach | CH-8050 Zürich

 

 


Michael Adrian Meyer
PwC | TLS Senior Manager
Office: +41 58 792 51 31
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PricewaterhouseCoopers AG
St. Jakobs-Strasse 25 | CH-4002 Basel

 

Neuer Meilenstein in der FinTech-Regulierung – Vernehmlassungen zur Revision der bankenrechtlichen Regulierung in der Schweiz und in Liechtenstein

Sowohl der Schweizer Bundesrat als auch die Regierung des Fürstentums Liechtensteins haben in den letzten Tagen Vernehmlassungsvorlagen zur Anpassung der jeweiligen bankenrechtlichen Rahmenbedingungen veröffentlicht. Ziel der Revisionen ist es, FinTech-Geschäftsmodelle zu fördern. Zu diesem Zweck werden u.a. neue Bewilligungskategorien geschaffen. Insgesamt kommt es zu einer erheblichen Deregulierung, was beide Jurisdiktionen als FinTech-Standort attraktiver machen wird.

Entwicklung in der Schweiz
Am 1. Februar 2017 hat der Bundesrat eine Vernehmlassung zur Revision des Bankgesetzes („BankG“) und der Bankverordnung („BankV“) eröffnet. Ziel der Revision ist es, FinTech-Unternehmen, die ausserhalb des klassischen Finanzbereichs operieren, angemessen zu regulieren, wobei das besondere Risikopotential des jeweiligen Geschäftsmodells in Betracht gezogen werden soll. Dabei wird eine Deregulierung vorgeschlagen, die die folgenden drei Elemente enthält:

  • Eine Ausnahme für Abwicklungskonten soll geschaffen werden. Danach dürfen u.a. Gelder während sechzig Tagen auf einem Abwicklungskonto gehalten werden, ohne dass dies eine unerlaubte Tätigkeit unter dem BankG darstellt.
  • Ein Innovationsraum soll geschaffen werden, in dem Unternehmen bewilligungsfrei tätig sein können und im Umfang von CHF 1 Mio. Publikumseinlagen entgegennehmen dürfen.
  • Schliesslich sollen Unternehmen, die kein Aktivgeschäft betreiben und die Publikumseinlagen im Umfang von weniger als CHF 100 Mio. entgegennehmen eine Bankbewilligung mit erleichterten Bewilligungsanforderungen beantragen können.

Die Vernehmlassungsfrist dauert bis zum 8. Mai 2017.

Entwicklung in Liechtenstein
Im Fürstentum Liechtenstein werden derzeit ähnliche Initiativen wie in der Schweiz verfolgt. Am 31. Januar 2017 hat die Regierung einen Vernehmlassungsbericht betreffend die Anpassung des Bankengesetzes und des Finanzmarktaufsichtsgesetzes verabschiedet. Dabei soll die Finanzmarktaufsicht das Minimalkapital von Banken und Wertpapierfirmen an das jeweilige Risikoprofil des konkreten Geschäftsmodells anpassen können. Damit sollen die regulatorischen Rahmenbedingungen insbesondere für FinTech-Unternehmen attraktiver gemacht werden. Da die Anpassungen im Einklang mit den Vorgaben des Europäischen Regulierungsrahmens erfolgen, wird im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) auch ein angemessener Marktzugang gewährleistet sein. Die Vernehmlassungsfrist dauert bis zum 10. März 2017.

Kontaktieren Sie uns.

Günther Dobrauz
Partner
Leader Legal FS Regulatory &
Compliance Services
+41 58 792 14 97
guenther.dobrauz@ch.pwc.com

Simon Schären
Manager
PwC Legal FS Regulatory and
Compliance Services
+41 58 792 14 63
simon.schaeren@ch.pwc.com

Schweizer Pensionskassen – Aktuelle Themen für Arbeitgeber im Jahr 2017 und darüber hinaus

Das Jahr 2017 wird viele Unternehmen mit weiteren Herausforderungen und Fragen zu ihren Vorsorgeplänen konfrontieren. Wir heben 5 der
wichtigsten Diskussionspunkte hervor:

  1. Bewertung von Rentnerverpflichtungen

Der Deckungsgrad wird auf einem scheinbar guten Niveau bleiben. Doch diese Prognose allein spiegelt nicht die volle Realität wider. Ein Haupttreiber für den Deckungsgrad ist der technische Zinssatz, welcher verwendet wird, um die Rentnerverpflichtungen zu bewerten. Dieser Wert wird von der Geschäftsleitung der jeweiligen Pensionskasse festgelegt und ist nicht an Marktkonditionen gekoppelt.

Renditerückgänge von langfristigen Anleihen deuten darauf hin, dass die langfristigen Renditen der Vorsorgeeinrichtungen aktuell niedriger sind als in der Vergangenheit. Um dies zu berücksichtigen, müssen die Pensionskassen eine Aktualisierung ihres technischen Zinssatzes in Betracht ziehen. Wenn sie diesen jedoch nicht stark genug anpassen, werden die Verpflichtungen unterbewertet.

  1. Sinkende Anleiherenditen haben den Vermögenswert der Anleihen angetrieben – Vorsicht vor Diskrepanzen

Trotz einer Erholung im letzten Quartal, führte der Rückgang der Anleiherenditen im Jahr 2016 dazu, dass einige Anlageklassen im Wert stiegen. Zu erwähnen sind insbesondere Anleihen- und Festzinsvermögen, welche um rund 5% angestiegen sind.

Bei niedrigeren Zinsen werden Mieteinnahmen höher bewertet. Umgekehrt blähen preiswertere Hypotheken die Bewertungen auf.

Einige Vorsorgeeinrichtungen werden versucht sein, Versicherungsnehmer für diese “positiven” Nachrichten mit höheren Zinsen zu belohnen. Die Ungleichheit zwischen der Bewertung von Vermögenswerten (auf der Grundlage von Marktwerten) und Verpflichtungen (auf der Grundlage ausgewählter Annahmen) bedeutet, dass die tatsächliche Situation einer Pensionskasse auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Entscheidungen sollten daher mit Vorsicht getroffen werden.

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  1. Steigende Zinsen bei Immobilienvermögen sind mit Vorsicht zu geniessen

Pensionskassen setzten im Jahr 2016 weiterhin auf Immobilien als Anlageklasse. Es gibt viele gute Gründe, die für Anlagen in Form von Immobilien sprechen. Sie bieten stabile Erträge und sind illiquide und langfristige Vermögenswerte. Diese Kriterien können für langfristige Anleger wie beispielsweise Pensionskassen, vorteilhaft sein.

Immobilien sollten in jedem diversifizierten Vermögensportfolio vertreten sein. Aber die Vergangenheit zeigt, dass wirtschaftliche Erschütterungen jederzeit auftreten und auch den Immobilienmarkt signifikant beeinflussen können. Ein Freund sagte mir einmal: „Schweizer Immobilienpreise sinken nie“ – solche Aussagen lassen die Alarmglocken läuten, da die Leute dazu tendieren, die Schweizer Immobilienkrise in den frühen 1990er Jahren zu vergessen! Pensionskassen sollten daher auf der Hut sein.

  1. 1e-Vorsorgepläne – neues Gesetz bringt Möglichkeiten für Arbeitnehmer und Sponsoren mit sich

Sogenannte 1e-Vorsorgepläne ermöglichen Versicherungsnehmern, für die Sparbeiträge ab einem Jahressalär von CHF 127’000 ihre eigene Investitionsstrategie zu wählen. Ein neues Gesetz zu diesen Plänen wird voraussichtlich in der ersten Hälfte dieses Jahres erwartet.

Das Gesetz bezweckt, den Arbeitgeber von Risiken zu befreien, indem frühere Ansprüche seitens der Begünstigten wegfallen. Dies könnte zu tieferen Verbindlichkeiten führen, da es unter IFRS und US GAAP möglich sein sollte, solche Pläne als Beitragsprimat zu bilanzieren. Ein 1e-Vorsorgeplan gibt den Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Sparstrategie auf ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen – sei es entweder ein konservatives und ausgewogenes Portfolio wie momentan bei Pensionskassen üblich oder eine aggressivere Strategie.

  1. Neuer Fokus IFRS-Rechnungslegung für Pensionskassen

Die Risikoteilung von Schweizer Vorsorgeplänen passt aktuell nicht zu IFRS. Einige Vorsorgeleistungen dieser Pläne sind an die Performance der Vorsorgeeinrichtung gebunden (z.B. Zinsgutschriften und Umwandlungssätze). Dadurch wird das Risiko zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern aufgeteilt.

Um sich dieser Herausforderung zu stellen, sollten im Jahr 2017 neue Lösungswege präsentiert werden. Diese Ansätze werden den Unternehmen die Möglichkeit geben, die Art ihrer Vorsorgepläne in der finanziellen Situation besser wiederzugeben. Dies wird Unternehmen vor grundlegende Fragen stellen: Was passiert im Falle einer Unterdeckung? Werden die Mitarbeiter aufgefordert, eine Sanierung mitzutragen?

Wie werden wir Leistungsanpassungen bewältigen? Wie in den Vorjahren verspricht 2017 ein weiteres herausforderndes Jahr im Schweizer Pensionskassengeschäft zu werden.

Laden Sie hier das PDF herunter.

Outsourcing – Banken und Versicherer: wie Regulierte die Anforderungen der FINMA einhalten

Revidiertes Rundschreiben über Outsourcing (Auslagerungen) veröffentlicht

Am 6. Dezember 2016 veröffentlichte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) eine revidierte Version des Rundschreibens (FINMA-RS) 2008/7 „Outsourcing Banken“ unter der neuen Bezeichnung 2017/xx „Outsourcing – Banken und Versicherer“, das sich bis 31. Januar 2017 in Anhörung befindet. Es soll per 1. Juli 2017 in Kraft treten und gilt für alle Banken, Finanzgruppen, Effektenhändler sowie neu für Versicherer unabhängig von ihrer Grösse oder Aufsichtskategorie.

Wesentliche Änderungen betreffen interne Auslagerungen, Auslagerungen ins Ausland sowie die Einbettung des Datenschutzgesetzes (DSG). Erläuterungen zu den einzelnen Bereichen entnehmen Sie bitte dem weiterführenden Link.

Swiss-US Privacy Shield: Neuer Rahmen für Datenübermittlung in die USA

Das sogenannte Swiss-US Privacy Shield ersetzt das Safe-Harbor-Abkommen zwischen der Schweiz und den USA. Das Abkommen setzt einen neuen regulatorischen Rahmen für die Übermittlung von Personendaten aus der Schweiz an zertifizierte Firmen mit Sitz in den USA. Für die schweizerischen Transfers von Personendaten in die USA werden die gleichen Standards gelten wie für diejenigen aus der EU.

Das schweizerische Datenschutzgesetz sieht für die Übermittlung von Personendaten ins Ausland spezifische Regeln vor. Diese dienen dazu, die Persönlichkeit und die Rechte der von der Datenübermittlung betroffenen Personen zu schützen. Da aus Perspektive der schweizerischen Gesetzgebung die USA nicht über ein angemessenes Datenschutzniveau verfügen, haben die Unternehmen bei der Übermittlung von Personendaten in die USA besondere Vorkehrungen zu treffen.

Bis anhin konnten sich schweizerische Unternehmen dazu auch auf das sogenannte Swiss-US Safe-Harbor-Abkommen verlassen. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hat allerdings im Oktober 2015, nachdem der Europäische Gerichtshof das analoge Abkommen der Europäischen Union mit den USA (EU-US Safe-Harbor-Abkommen) für ungültig erklärt hatte, auch die Anwendbarkeit des Swiss-US Safe-Harbor-Abkommens in Frage gestellt.

Im August 2016 haben die EU und die USA das Nachfolgeabkommen, das EU-US Privacy Shield, eingeführt. Auch die Schweiz ist mit den USA in Verhandlungen getreten, woraus nun das Swiss-US Privacy Shield resultierte.

Stärkung der Anwendung der Datenschutzprinzipien, neue Aufgaben für den EDÖB
Das Privacy Shield soll für Personen, deren Daten in die USA übermittelt werden, wesentliche Verbesserungen bringen: Die Anwendung der Datenschutzprinzipien soll gestärkt und die Überwachung des regulatorischen Rahmens durch die US-Behörden soll erhöht werden. Ebenso soll die Zusammenarbeit zwischen dem US-Departement of Commerce (DOC) und dem EDÖB intensiviert werden. Den betroffenen Personen werden konkrete Instrumente zur Verfügung gestellt, um sich bei zertifizierten US-Unternehmen oder den zuständigen Behörden direkt über Datenbearbeitungen zu informieren und Korrekturen und Löschungen durchzusetzen. So wird in der Schweiz beispielsweise der EDÖB als Anlaufstelle im Zusammenhang mit Datenübermittlungen in die USA zur Verfügung stehen.

Gleich lange Spiesse wie in der EU für die Übermittlung von Personendaten in die USA
Das Abkommen entspricht der Lösung zwischen den USA und der EU sowie des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), das EU-US Privacy Shield. Diese Übereinstimmung ist von grosser Bedeutung, denn so werden im transatlantischen Datenverkehr gleiche Rahmenbedingungen für Personen und Unternehmen aus der Schweiz und dem EU/EWR-Raum sichergestellt. Es gelten damit für Übermittlungen von Personendaten aus der Schweiz in die USA die gleichen Standards wie für diejenigen aus der EU. Dies erhöht einerseits die Rechtssicherheit und mindert anderseits Zusatzkosten für die Wirtschaft.

Handlungsbedarf für Unternehmen
Drei Monate nach der Finalisierung des Abkommens können US-Unternehmen beim DOC den Zertifizierungsprozess einleiten. Interessierten amerikanischen Unternehmen wird empfohlen, beim DOC das Privacy Shield Zertifikat zu erlangen. Schweizerische Unternehmen sollten darauf achten, dass ihre amerikanischen Partner über diese Zertifizierung verfügen. Denn nur so können schweizerische Unternehmen Personendaten in die USA übermitteln, ohne ergänzende vertragliche Garantien zu verlangen. Unternehmen sollten zudem die bestehenden vertraglichen Grundlagen für die Datentransfers in die USA überprüfen und soweit notwendig an das Swiss-US Privacy Shield anpassen.

Update: Neue Bescheinigungen für Rentenbesteuerung 2016 von deutschen Grenzgängern

Für in der Schweiz arbeitende deutsche Grenzgänger steht eine Veränderung in der Besteuerung von Renten bevor. So will es der Bundesfinanzhof im deutschen Karlsruhe laut einem Urteil von Ende Juli. Die Besteuerung von Beiträgen und von Leistungen aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge (BVG, umgangssprachlich oft Pensionskasse genannt) wird rechtlich angepasst. Davon sind insbesondere Arbeitnehmer betroffen, die in der beruflichen Vorsorge im Überobligatorium versichert sind. Die Änderungen treten für das Steuerjahr 2016 in Kraft. Damit die Betroffenen ihre Einkommenssteuer korrekt deklarieren können, brauchen sie neue Bescheinigungen.

Deutsche Grenzgänger sind in der Schweiz grundsätzlich BVG-versichert, sofern sie der Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV) unterstehen und die Beitrittsvoraussetzungen hinsichtlich Lohnhöhe und Alter erfüllen. Die deutschen Steuerbehörden haben bislang keine speziellen Bescheinigungen der Pensionskasse gefordert. Ganz anders in den Bereichen Kinderzulagen, Krankentaggeldbeiträge und anderen Elementen.

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Ratifizierung des Kroatien Protokolls

Am 16. Dezember 2016 hat der Bundesrat die Erweiterung des Freizügigkeitsabkommens (FZA) mit der EU auf Kroatien unterzeichnet – nachdem er von den eidgenössischen Räten im Juni 2016 dazu ermächtigt wurde. Die entsprechenden Vereinbarungen treten am 1. Januar 2017 in Kraft. Die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) konnte kürzlich geklärt werden: So wurde die vom Parlament auferlegte Bedingung, dass «mit der EU eine mit der schweizerischen Rechtsordnung vereinbare Regelung zur Steuerung der Zuwanderung besteht», als erfüllt betrachtet.

Die Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien hebt die Beziehung zwischen den beiden Staaten auf eine neue Ebene. In Migrationssachen kommt in Zukunft nicht mehr das Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer (AuG) zur Anwendung, sondern das FZA. Dieses garantiert den freien Personenverkehr im Umfang der Bestimmungen mit der EU nun auch für Staatsbürger aus Kroatien. Der Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt wird kroatischen Staatsangehörigen genauso vereinfacht, wie Personen aus den übrigen EU-Staaten. Mit einer Einschränkung: Vor der vollen Personenfreizügigkeit gilt während zehn Jahren ein Übergangsregime, das die Zuwanderung aus Kroatien in den ersten Jahren nach dem Inkrafttreten kontingentiert.

Auch im Bereich der Sozialversicherungen entstehen aus der Ausdehnung des FZA Änderungen für die Betroffenen. So gelten neu die Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 und 987/2009 ab dem 1. Januar 2017 auch für Verhältnisse mit Kroatien. Im Weiteren sind die Formulare im Rechtsverkehr mit der EU ebenfalls für Sachverhalte mit Kroatien anzuwenden.

Bei der freiwilligen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung müssen gerade Personen mit Wohnsitz in Kroatien aufpassen. Ab dem 1. Januar 2017 können sie dieser nicht mehr beitreten. Personen, die dann bereits der freiwilligen Versicherung angeschlossen sind, können diese bis spätestens zum 31. Dezember 2022 weiterführen. Ist ein Versicherter am 1. Januar 2017 freiwillig versichert und hat er das 50. Altersjahr erreicht, so kann er die Versicherung bis zum Eintritt in das ordentliche Rentenalter weiterführen.

Kontakt:

Brigitte Zulauf
TLS Partner
brigitte.zulauf@ch.pwc.com
+41 58 792 47 50

Neues Datenschutzgesetz für die Schweiz

Gerade rechtzeitig vor Weihnachten hat der Bundesrat am 21. Dezember 2016 den Vorentwurf für die Totalrevision des schweizerischen Datenschutzgesetzes (DSG) in die Vernehmlassung geschickt. Die Revision steht unter dem Stern der Stärkung des Datenschutzes und der Individualrechte der einzelnen Bürger. Gleichzeitig werden die Entwicklungen auf europäischer Ebene berücksichtigt, so insbesondere die jüngst in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union (EU-DSGVO) sowie die Datenschutzkonvention des Europarats (SEV 108).

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Kontakte:

Susanne Hofmann-Hafner
Leiterin Datenschutz
susanne.hofmann@ch.pwc.com
+41 58 792 17 12

Michael Adrian Meyer
Datenschutzexperte
michael.adrian.meyer@ch.pwc.com
+41 58 792 51 31

Marco Schurtenberger
Spezialist Risk Assurance und Cyber Security marco.schurtenberger@ch.pwc.com
+41 58 792 22 33