Aus der Praxis, für die Praxis

Wissenswertes und Trends aus dem Rechnungswesen und der Saläradministration

Ihr Fachgebiet ist ständig in Bewegung. Damit auch Sie es bleiben, begrüssen wir Sie dieses Jahr erneut zu unserem Seminar «Praxisfälle für KMU». Ob als Geschäftsführer, Finanz- und Personalverantwortlicher oder als Sachbearbeiter des Salär- oder Rechnungswesens: An diesem Anlass erfahren Sie Aktuelles und Praktisches über das Rechnungswesen und die Saläradministration.

Daten für die nächsten Seminare:

  • Dienstag, 24. Oktober 2017, Winterthur
  • Mittwoch, 25. Oktober 2017, Basel
  • Donnerstag, 26. Oktober 2017, St. Gallen
  • Donnerstag, 2. November 2017, Zürich
  • Dienstag, 7. November 2017, Zug
  • Mittwoch, 8. November 2017, Bern
  • Dienstag, 21. November 2017, Luzern

Zur Anmeldung

Erfahren Sie mehr über das Seminar und das Programm.

MWST-Satzänderung per 1. Januar 2018?

Erstmals in der Geschichte der Schweizer Mehrwertsteuer könnten der Normal- und der Sondersatz sinken! Ob und in welcher Höhe eine Senkung per 1. Januar 2018 erfolgen wird, entscheidet das Schweizer Stimmvolk am 24. September 2017 im Rahmen der Abstimmung zur AHV-Revision.

Definitive Folgen zum 31.12.2017

Am 31. Dezember 2017 läuft die befristete Zusatzfinanzierung der Invalidenversicherung (IV) aus Mitteln der Mehrwertsteuer aus. Dadurch werden die drei Steuersätze automatisch sinken. Auf den 1. Januar 2018 tritt aber auch die Erhöhung um 0,1% zur Finanzierung der Bahninfrastruktur (FABI) in Kraft. Unter Berücksichtigung dieser beiden Effekte wären die Steuersätze zum 1. Januar 2018 die folgenden:

Normalsatz:  7,7%
Sondersatz:  3,7%
Reduzierter Satz: 2,5%

Mögliche Folgen aufgrund der Reform der Altersvorsorge 2020

Aktuell ist noch offen, ob beim Normal- und Sondersatz per 1. Januar 2018 eine zusätzliche Steuersatzerhöhung zu Gunsten der Altersvorsorge erfolgen wird. Sollte das Stimmvolk am 24. September 2017 der Abstimmungsvorlage zustimmen, bleiben die MWST-Sätze auf dem aktuellen Niveau.

Sind Sie, Ihr Unternehmen und die Buchhaltungssoftware für eine Steuersatzänderung bereit?

Lehnt das Stimmvolk die AHV-Revision ab, werden die MWST-Sätze ab 1. Januar 2018 gesenkt. Für die mögliche Umstellung verbleiben somit nur wenig mehr als drei Monate. Kommt es zu einer Änderung der Steuersätze, ist Folgendes zu berücksichtigen:

  • Steuerkennzeichen in der Buchhaltungssoftware:
    Es müssen neue Ausgangs- und Vorsteuerkennzeichen eingeführt werden (Normalsatz 7,7%, Sondersatz 3,8%).
  • Anwendbarer Steuersatz:
    Massgebend, ob eine Leistung zu den aktuellen oder neuen Steuersätzen fakturiert werden, ist der Zeitpunkt der erbrachten Leistung. Wird eine Lieferung noch im Jahr 2017 erbracht, ist diese zu den aktuellen Steuersätzen in Rechnung zu stellen. Stellt Ihr Unternehmen im Dezember 2017 eine Rechnung aus für eine Dienstleistung, die erst im Januar 2018 oder später erbracht wird, ist der neue Steuersatz anzuwenden.
    Auf der Vorsteuerseite gilt der Grundsatz «Die effektiv in Rechnung gestellte Steuer darf in Abzug gebracht werden» auch beim Ausweisen eines nicht korrekten Steuersatzes.
  • Rechnungsformulare und -Vorlagen müssen angepasst werden
  • Beachtung der Folgen in Verträgen, Offerten etc.:
    In den Verträgen ist auf die MWST hinzuweisen (entweder Hinweis auf den Steuersatz in Prozentpunkten oder «zuzüglich gesetzlicher MWST»).

Fazit und Empfehlung

Sollte die Steuersatzerhöhung in der Volksabstimmung am 24. September 2017 abgelehnt werden, sind die verbleibenden drei Monate relativ kurz, um alle Änderungen vorzunehmen. Vor allem der EDV-Systemumstellung ist im Vorfeld Rechnung zu tragen. Automatische Buchungsabläufe sowie die Ausdrucke auf den Rechnungsformularen sind vor dem 1. Januar 2018 zu überprüfen. Grundsätzlich empfehlen wir, die bestehenden Steuerkennzeichen nicht mit den neuen Sätzen zu überschreiben, sondern neue Steuerkennzeichen mit einer neuen Gültigkeitsdauer anzulegen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren persönlichen Berater von PricewaterhouseCoopers oder treten Sie mit unseren MWST-Spezialisten in Kontakt. Wir freuen uns auf Sie!

Herausforderung Steuern für Personalfachleute

Intensivseminar mit vielen Praxisfällen und Aktualitäten

Als Personalfachperson müssen Sie mit den rechtlichen Entwicklungen Schritt halten und die neuen Gesetzesbestimmungen laufend in Ihre Arbeit einfliessen lassen. Die Komplexität der Lohnsysteme, die Rekrutierung von Mitarbeitenden auf dem internationalen Arbeitsmarkt und die Vielzahl flexibler Beschäftigungsmodelle erhöhen die Anforderungen an Ihr Fachwissen. Während die Ausbildung zur Personalfachperson Bereiche wie Sozialversicherungen oder Arbeitsrecht detailliert behandelt, kommen Inhalte rund ums Steuerthema eher zu kurz.

Aus diesem Grund haben wir den Lehrgang «Herausforderung Steuern für Personalfachleute» ins Leben gerufen. Die praxisorientierte Schulung richtet sich an erfahrene Personalfachleute und soll die erwähnten Lücken in der Fachausbildung schliessen.

Anmeldung

Daten für die nächsten Seminare:

  • Dienstag, 29. August 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich
  • Donnerstag, 7. September 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich
  • Dienstag, 26. September 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich
  • Mittwoch, 1. November 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich

Hier geht’s zu mehr Informationen und der Anmeldung.

Alle Grundsteuern unter Dach und Fach

Steuern Sie Ihr Immobilienportfolio in die richtige Richtung.

Unter manchem Dach wohnt ein Ach. Ob Jahresabschluss, An- oder Verkauf von Immobilien – als Experte wissen Sie, dass Steuern und Gebühren föderalistisch geregelt sind: Jeder Kanton hat seine eigenen Regeln. Mehr noch: Die Gesetze und Regelungen ändern sich laufend. Damit Sie stets wissen, wie viele Steuern auf Ihren Dächern lasten, sind wir bei allen Fragen zu Ihren Immobilien gerne für Sie da.

Die Gesetze für Grundstückgewinn und Handänderungssteuern unterscheiden sich von Kanton zu Kanton und ändern sich laufend. Eine besondere Herausforderung sind «latente Steuern»: verborgene Steuerlasten, die sich durch die Differenz zwischen Verkehrswert und Buchwert beziehungsweise Gestehungskosten ergeben.

Lesen Sie weiter in unserem Newsletter.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre gewohnte PwC-Ansprechperson oder einen der untenstehenden Experten

Jochen Richner
Corporate Tax Director
jochen.richner@ch.pwc.com
Florian von Felten
Corporate Tax Manager
florian.von.felten@ch.pwc.com
Dr. Niklaus Honauer
VAT Partner, Zürich
niklaus.honauer@ch.pwc.com
Philipp Aichele
Legal Director, Basel
philipp.aichele@ch.pwc.com

 

Gesetzesänderung bei der Schweizer Steuerpflicht

Schweizer Mehrwertsteuer erlegt ausländischen Firmen neue Pflichten auf

Die Teilrevision des Schweizer Mehrwertsteuergesetzes (MWSTG) bringt per 1. Januar 2018 Änderungen für Unternehmen ohne hiesigen Standort. So kann die Schweizer MWST-Pflicht für Unternehmen gelten, die zwar nicht hier ansässig sind, aber Leistungen mit Bezug zur Schweiz erbringen. Das ist grundsätzlich dann der Fall, wenn das ausländische Unternehmen Umsätze in der Schweiz erzielt, diese also den Leistungsort für die MWST darstellt. Die nachfolgenden Ausführungen beschreiben die MWST-Situation in der Schweiz – heute und in naher Zukunft.

Hier können Sie die Publikation herunterladen.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre gewohnte PwC-Ansprechperson oder unsere PwC Expertin

Julia Sailer
Director
Leiterin VAT compliance Schweiz
Tel. +41 58 792 44 57
julia.sailer@ch.pwc.com

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Immatriculation à la TVA en Suisse, quoi de neuf ?

Les entreprises étrangères doivent en principe s’immatriculer à la TVA en Suisse lorsqu’elles y exercent une activité économique.

Immatriculation à la TVA Suisse - Quoi de neuf ?

Les règles actuelles dispensent ces sociétés d’une telle obligation lorsque:

  • les prestations de services rendues par une entreprise établie hors du
    territoire Suisse sont soumises au mécanisme de l’auto-liquidation. Le destinataire suisse de la prestation est donc redevable de la TVA ;
  • les entreprises étrangères réalisent en Suisse des livraisons de biens pour un montant inférieur à CHF 100’000 par an. A noter qu’en Suisse la notion de livraison de biens (vs. prestations de services) est différente des autres pays, notamment celle des Etats membres de l’Union Européenne. Ainsi une transaction qualifiée de prestation de services dans l’Union Européenne pourra très bien être considérée comme une livraison de biens en Suisse et ainsi contraindre l’entreprise étrangère à s’immatriculer à la TVA en Suisse, dès lors que son chiffre d’affaires annuel excède CHF 100’000. Les entreprises du secteur du bâtiment et des travaux publics sont particulièrement confrontées à cette divergence de qualification.

 

La réforme partielle de la loi sur la TVA suisse aura, lors de son entrée en vigueur, un impact direct pour les entreprises étrangères, notamment:

  • par la modification du mode de calcul du seuil d’assujettissement de CHF 100’000 annuel : celui-ci sera désormais calculé mondialement et non plus seulement en fonction du chiffre d’affaires réalisé en Suisse. Ainsi, une entreprise étrangère réalisant un chiffre d’affaires mondial excédant CHF 100’000 devra s’assujettir à la TVA en Suisse, peu importe le montant du chiffre d’affaires réalisé en Suisse. En outre, elle devra potentiellement trouver un représentant fiscal et verser une garantie bancaire. La dispense d’immatriculation des entreprises réalisant uniquement des prestations de services est maintenue quel que soit le montant du chiffre d’affaires réalisé. Cependant cette dispense ne s’applique pas aux entreprises étrangères délivrant des services de télécommunication ou des services électroniques à des personnes non assujetties à la TVA domiciliées en Suisse. Ces prestataires devront alors vérifier les volumes de chiffre d’affaires réalisés et, le cas échéant, s’immatriculer à la TVA en Suisse. Ils devront également désigner un représentant fiscal et constituer une garantie bancaire.
  • Actuellement, une franchise de TVA lors de l’importation de biens s’applique lorsque la valeur de la TVA est au maximum de CHF 5. Avec la nouvelle loi TVA, cette franchise est maintenue. Cependant, dans le cadre du commerce en ligne, les prestataires devront s’immatriculer à la TVA en Suisse et appliquer la TVA à leurs clients si le montant des chiffres d’affaires issus de ces livraisons excède CHF 100’000 par an.

 

N’hésitez pas à nous contacter pour davantage d’informations sur la nouvelle loi TVA et sur les impacts que celle-ci pourrait avoir sur votre activité.

Photo CV Patricia MorePatricia More
Associée, TVA
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patricia.more@ch.pwc.com

Comment_Olivier_09438_02Olivier Comment
Senior Manager, TVA
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TVA – Intermédiation financière/négociation – De lourdes incertitudes subsistent

Cmanaging_taxesomment distinguer les prestations d’intermédiaire, de négociateur, d’apporteur d’affaires et de représentant? Le 23 octobre 2014, le Tribunal Administratif Fédéral (TAF) a refusé la modification de la pratique proposée par l’Administration fédérale des contributions (AFC), division principale de la TVA, concernant le traitement TVA à apporter aux prestations d’intermédiaire dans le secteur financier. Saisi d’un recours de droit public, le Tribunal Fédéral (TF) a déclaré celui-ci irrecevable dans son arrêt du 18 mars 2016, laissant la place financière suisse dans l’incertitude la plus totale.

  1. La notion d’intermédiaire financier et/ou négociateur

1.1   Avant l’entrée en vigueur de la nouvelle LTVA en 2010

Le traitement TVA lié aux prestations d’intermédiation a toujours été, dans sa plus primaire expression, simple, à savoir qu’il suit le traitement TVA des services pour lesquels l’intermédiation est intervenue. Ainsi, si quelqu’un procède à une intermédiation, entre deux tiers, aboutissant à une entente pour la fourniture de services soumis à l’impôt, le service de l’intermédiaire sera lui aussi soumis à l’impôt.

Sous le régime de l’ancienne loi, le contour précis de l’intermédiation a été défini par la pratique de l’AFC et la jurisprudence. Ainsi, il avait été établi que pour que la prestation de négociation puisse suivre le traitement de la transaction principale, il fallait que les conditions de la représentation directe soient remplies, c’est-à-dire que le représentant agisse expressément au nom et pour le compte du représenté.

Dès lors, les activités d’intermédiaire consistant uniquement à établir une relation avec des clients (finder’s fee) ne tombaient pas sous cette définition et étaient qualifiées par l’AFC de prestations de services dans le domaine de la publicité ou de la fourniture d’informations (services ne bénéficiant pas de l’exclusion du champ de l’impôt).

1.2   Lors de l’entrée en vigueur de la nouvelle loi suivie de la publication de la pratique administrative de l’AFC en avril 2012

Avec l’entrée en vigueur de la nouvelle loi, nombreux étaient ceux qui espéraient voir la pratique de l’AFC relative à l’intermédiation financière s’assouplir. En s’appuyant sur un changement de vocabulaire dans la norme sur la représentation directe dans la version allemande de la nouvelle loi, l’AFC a justifié une modification de sa pratique sur l’intermédiation car il existait, selon elle, des motifs sérieux et objectifs de procéder à cette modification. S’inspirant de la pratique européenne sur la négociation, notre administration fiscale se distança donc de la pratique antérieure et s’affranchit de la notion de représentation directe, rapprochant la qualité d’intermédiaire financier de celle des intermédiaires en assurances.

Reprenant presque mot pour mot la pratique établie par la Cour de Justice de l’Union Européenne, l’AFC a défini l’activité d’intermédiaire financier (activité de négociation) comme l’activité d’une personne agissant en qualité d’entremetteur et ayant pour but de parvenir à la conclusion d’un contrat entre deux parties dans le domaine du marché monétaire et du marché de capitaux, sans qu’elle-même ne soit partie au contrat en question et sans qu’elle n’ait un intérêt propre au contenu dudit contrat. Elle doit être exercée au titre d’activité distincte d’entremise, être différente des prestations contractuelles typiques fournies par les parties prenantes et doit porter sur des opérations commerciales individuelles. Bien que la conclusion effective du contrat ne soit pas une condition sine qua non, le négociant doit déployer une activité présentant une certaine intensité dans ce but.

La seule ombre au tableau était que l’AFC se gardait une certaine latitude dans l’appréciation de l’étendue de la notion, au travers du concept de l’implication de l’intermédiaire. Ce faisant, elle mettait d’une part la charge du fardeau de la preuve sur ses épaules (et à sa discrétion) de qualifier les transactions, mais surtout en l’absence d’une pratique établie sur la base de cette nouvelle obligation, mettait à mal le principe de la sécurité du droit.

  1. L’Arrêt du Tribunal administratif fédéral et la décision du TF

Dans son arrêt du 23 octobre 2014 (A-4913/2013), le TAF a mis un terme à la petite révolution qui se dessinait. Il explique pourquoi, selon lui, ce changement de pratique opéré par l’AFC n’est pas justifié. Il ne prend dès lors même pas la peine d’apporter des éclairages sur la nouvelle pratique administrative dans la mesure où celle-ci n’aurait jamais dû être appliquée.

Se référant à l’absence de changement dans le texte de la nouvelle loi de la norme relative au traitement des services financiers et en interprétant, d’une part, la jurisprudence constante et, d’autre part, les travaux préparatoires et le message du Conseil fédéral relatif à la nouvelle loi TVA, le TAF conclu que l’intention véritable du législateur n’était pas de modifier la portée des exclusions du champ de l’impôt.

A ce jour, et malgré la décision du TF de ne pas entrer en matière sur le recours de l’AFC, cette dernière n’a pas encore modifié sa pratique. Même si la décision du TAF semble claire quant à l’étendue de la notion de l’intermédiaire dans les milieux financiers, il demeure une incertitude quant à la lecture qu’en fera l’administration et quant à l’impact qu’aura la mise en œuvre de la décision sur sa propre pratique.

  1. Conclusion

L’argumentation du TAF, efficace et sans concession, convainc. Le silence dans le message du Conseil fédéral sur la notion d’intermédiation financière, lors de la refonte de la loi, ne saurait être interprété largement au point de supposer une volonté du législateur de changer le contenu de la notion en laissant une marge de manœuvre à l’administration. Pour soutenir son point de vue, le TAF rappelle que la jurisprudence constante a établi que les exclusions doivent être interprétées de manière restrictive. D’un point de vue juridique, l’AFC a, au travers de sa nouvelle pratique administrative, procédé à une interprétation extensive qui ne se justifie dès lors pas.

Bien que, en l’état, nous estimons que la position du TAF est la seule défendable d’un point de vue légal, force est de constater que cette conception est en décalage avec ce que les milieux financiers entendent par « intermédiation financière/négociation ». Le fait que l’ « intermédiaire » ne puisse être, d’un point de vue TVA, qu’un représentant direct ne correspond pas à la réalité des activités au sein des banques et institutions financières. Un établissement financier, lorsqu’il agit comme intermédiaire, fournit un service d’entremise durant lequel il peut être amené à négocier les termes des services rendus et leurs contenus. C’est bien le rapprochement commercial des deux co-contractants qui est déterminant. Contrairement au représentant direct, il ne contracte pas lui-même les services au nom et pour le compte de leur client ou de tiers.

Cette zone trouble n’est pas souhaitable et laisse beaucoup d’incertitudes quant à l’application du droit. Ceci est d’autant plus vrai que beaucoup d’intervenants des milieux financiers ne savent plus à quel saint se vouer car en l’absence de décision du TF sur le sujet, tout traitement TVA effectué aujourd’hui pour ce type de services peut s’avérer par la suite incorrecte et lourd de conséquences. En ce sens, une décision du TF, qui établirait de manière définitive une définition sur ce point de principe, aurait permis de calmer les esprits et les craintes de certains.

Nous sommes d’avis que la seule manière de faire correspondre les deux notions passera par un changement législatif. Ce dernier ne sera probablement pas opéré en 2017 avec la deuxième phase de la révision de la LTVA durant laquelle il n’est pas prévu de traiter de l’extension du champ d’application des exclusions. Il est néanmoins souhaitable que ce sujet soit traité prochainement par le législateur. En toute logique, il devra suivre la volonté exprimée lors de la première révision d’aligner la TVA suisse sur la TVA européenne. Cela permettra également de faire correspondre un peu plus la notion d’intermédiation selon la LTVA à celle actuellement conçue par les marchés financiers. Enfin, ce changement évitera aussi de mettre les institutions financières suisses dans une position différente des institutions européennes alors que le marché européen tente au contraire de permettre à ses propres « ressortissantes » d’évoluer dans un environnement de plus en plus compétitif au bénéfice d’un cadre légal plus égalitaire et transparent, notamment avec l’élaboration et la mise en œuvre de MiFID II.

Contacts

FabienneFabienne Boinnard
Director, PwC Lausanne
+41 58 792 84 24
fabienne.boinnard@ch.pwc.com

 

Gilles WidderGilles Widder
Assistant Manager, PwC Lausanne
+41 58 792 82 51
gilles.widder@ch.pwc.com

Unterschiedliche Mehrwertsteuer für Mann und Frau

Die politische Diskussion um die Mehrwertsteuer treibt immer wieder seltsame Blüten. Letztes Beispiel ist die Abschaffung der Tamponssteuer in Grossbritannien. Auf öffentlichen Druck hin (300’000 Britinnen haben die Petition unterschrieben) hat Premierminister David Cameron bei der EU eine Ausnahme durchgesetzt, so dass der Weg frei ist, zukünftig Binden und Tampons nicht mehr mit der MWST zu belasten.

Begründet wird diese Steuerausnahme mit der Ungleichbehandlung der Frau. Männer müssten für diese Hygieneprodukte kein Geld ausgeben, weshalb der Staat doch wenigstens die MWST weglassen könne.

Ich mag den Frauen die Steuerersparnis durchaus gönnen, obwohl sie bei einem aktuellen Steuersatz von 5% nicht besonders hoch ausfallen wird. Aber die Begründung könnte weitere Begehrlichkeiten nach sich ziehen. So könnten die Männer Anspruch auf die Steuerbefreiung von Rasierartikeln erheben, weil diese Produkte ebenfalls (überwiegend) von Männern verwendet werden. Und wieso nicht auch gleich das Bier von der Steuer befreien, weil statistisch nachgewiesen ist, dass Männer deutlich mehr Bier trinken (müssen) als Frauen.

Oft wenn die Politik im Spiel ist, geht der Blick auf das Ganze verloren und es kommt zu unnötigen Abweichungen von der Steuersystematik.

MWST-Codes mit Kultstatus oder neulich bei einem Kunden…

Dieser Beitrag stammt von Sandra Schneider, Senior Manager PwC Basel.

Neulich bei einem Kunden (Ähnlichkeiten mit lebenden Unternehmen und realen Handlungen sind rein zufällig) fand ich im EDV-System die folgende Bezeichnung für einen aktiven MWST-Code: 0% Wust. Mnemosyne, die griechische Göttin der Erinnerung, hätte ihre wahre Freude daran. Die (Warenumsatzsteuer – Wust) als Vorgängerin des MWST-Systems in der Schweiz ist seit Ende 1994 tot. Diese kultige Bezeichnung steht in den Untiefen der MWST-Codes-Landschaft nicht alleine da. So finden sich Bezeichnungen wie ‘Dienstleistungs-Export’, ‘Out of Scope’ oder ‘Nicht MWST relevant’, ‘0% MWST’ ohne Bezug zur Steuerbefreiung, ‘6.5% MWST’ oder weitere nicht mehr gültige Steuersätze, etc: Ein Export kann nur physisch und mit Gegenständen oder Waren erfolgen, es gibt keine Transaktion, welche nicht MWST relevant ist (Stichwort Prüfspur) und 0% MWST benötigt immer eine gesetzliche Grundlage (Warum?).

Ostern steht vor der Tür. Nehmen Sie dies als Anlass für einen Frühlingsputz Ihrer MWST-Codes. Suchen Sie die ‘faulen’ Eier. Bezeichnen Sie die MWST-Codes klar und eindeutig und vermerken Sie bei nicht mehr gültigen Steuersätzen, dass die MWST-Codes ‘obsolete’ sind. Nehmen Sie dabei das MWST-Abrechnungsformular als Basis. Ein paar Beispiele für Textbezeichnungen (Dabei steht CH für das Deklarationsland, AST für Ausgangssteuer): ‘CH AST 0% Warenexport aus CH mit Zollbeleg’ / ‘CH AST 0% Dienstleistungen im Ausland’ / ‘CH AST 0% Erlösabgrenzungen’, etc. Eröffnen Sie dabei so viele MWST-Codes wie nötig und so wenige wie möglich.

Ob obiger Kunde anlässlich einer MWST-Kontrolle der Eidg. Steuerverwaltung nach der GE-Karte (Grossisten-Karte) seiner Kunden gefragt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

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Hochzeits- und Trauerreden mit und ohne Niveau

Die Rechtsprechung zum deutschen Umsatzsteuerrecht ist immer wieder eine Fundgrube für skurile Fälle. Sie werfen natürlich auch immer die Frage auf, wie die Lösung in der Schweiz aussieht. Konkret ging es um die Frage, zu welchem Steuersatz das Entgelt für Hochzeits- und Trauerreden zu versteuern ist.

Ein Absolvent der evangelischen Theologie machte für die von ihm gehaltenen Hochzeits-, Geburtstags-, Trennungs- und Trauerreden den ermäßigten Steuersatz geltend. Die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes ist nach Ansicht des Bundesfinanzhofes nicht davon abhängig, dass die Zuhörer ein Entgelt bezahlen. Die Steuerbegünstigung ist auch dann möglich, wenn die Vergütung durch den Veranstalter des Ereignisses, z.B. das Hochzeitspaar bezahlt wird. Entscheidend ist, dass der Redner ein „ausübender Künstler“ ist. Eigenschöpferische Leistungen müssen prägend sein; die “schablonenartige” Redetätigkeit ist zum Normalsatz zu versteuern. Der Fall wird nun an die Vorinstanz zurückgewiesen, die das zu beurteilen hat.

Wie die Frage aus Schweizer Sicht zu beantworten wäre, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Konsultiert man die Broschüre Kultur, so stellt man fest, dass auch die Schweiz den Begriff des ausübenden Künstlers kennt. Ausübende Künstler sind gemäss Art. 33 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz (URG) natürliche Personen, die ein Werk (…) darbieten. Und Werke sind gemäss Art. 2 URG, unabhängig von ihrem Wert oder Zweck, geistige Schöpfungen der Literatur und Kunst, die individuellen Charakter haben. Für den Redner ist deshalb zu beurteilen, ob er ein ausübender Künstler und seine Rede somit ein Werk ist. Damit kämen eigentlich ähnliche Abgrenzungskriterien wie in Deutschland zur Anwendung.

Für die schweizerische Praxis gehe ich aber eher davon aus, dass solche Reden nicht zu versteuern sind. Ich kann mir nämlich nur schwer vorstellen, wie die Eidgenössische Steuerverwaltung beurteilen will, ob es sich um eine “schablonenartige” Rede handelt.

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