Aus der Praxis, für die Praxis

Wissenswertes und Trends aus dem Rechnungswesen und der Saläradministration

Ihr Fachgebiet ist ständig in Bewegung. Damit auch Sie es bleiben, begrüssen wir Sie dieses Jahr erneut zu unserem Seminar «Praxisfälle für KMU». Ob als Geschäftsführer, Finanz- und Personalverantwortlicher oder als Sachbearbeiter des Salär- oder Rechnungswesens: An diesem Anlass erfahren Sie Aktuelles und Praktisches über das Rechnungswesen und die Saläradministration.

Daten für die nächsten Seminare:

  • Dienstag, 24. Oktober 2017, Winterthur
  • Mittwoch, 25. Oktober 2017, Basel
  • Donnerstag, 26. Oktober 2017, St. Gallen
  • Donnerstag, 2. November 2017, Zürich
  • Dienstag, 7. November 2017, Zug
  • Mittwoch, 8. November 2017, Bern
  • Dienstag, 21. November 2017, Luzern

Zur Anmeldung

Erfahren Sie mehr über das Seminar und das Programm.

Herausforderung Steuern für Personalfachleute

Intensivseminar mit vielen Praxisfällen und Aktualitäten

Als Personalfachperson müssen Sie mit den rechtlichen Entwicklungen Schritt halten und die neuen Gesetzesbestimmungen laufend in Ihre Arbeit einfliessen lassen. Die Komplexität der Lohnsysteme, die Rekrutierung von Mitarbeitenden auf dem internationalen Arbeitsmarkt und die Vielzahl flexibler Beschäftigungsmodelle erhöhen die Anforderungen an Ihr Fachwissen. Während die Ausbildung zur Personalfachperson Bereiche wie Sozialversicherungen oder Arbeitsrecht detailliert behandelt, kommen Inhalte rund ums Steuerthema eher zu kurz.

Aus diesem Grund haben wir den Lehrgang «Herausforderung Steuern für Personalfachleute» ins Leben gerufen. Die praxisorientierte Schulung richtet sich an erfahrene Personalfachleute und soll die erwähnten Lücken in der Fachausbildung schliessen.

Anmeldung

Daten für die nächsten Seminare:

  • Dienstag, 29. August 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich
  • Donnerstag, 7. September 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich
  • Dienstag, 26. September 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich
  • Mittwoch, 1. November 2017, 8.30 bis 16.15 Uhr
    PwC Zürich, Birchstrasse 160, 8050 Zürich

Hier geht’s zu mehr Informationen und der Anmeldung.

Schweizer Dienstleistungen in Liechtenstein

Bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen sind seit dem 1. Januar 2017 Neuerungen bei den Melde- und Bewilligungsvorschriften in Kraft. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag. Über die wichtigsten Änderungen im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Liechtenstein haben wir bereits im März 2017 berichtet.

Schweizer Unternehmen, die in Liechtenstein eine Dienstleistung erbringen möchten, müssen je nach Einsatzdauer einiges erfüllen: ausländerrechtliche, berufs- und betriebsbezogene Melde- und Bewilligungspflichten.

Als Erstes braucht das Schweizer Unternehmen eine gewerbliche Legitimation im Herkunftsland. Davor muss es beim Amt für Volkswirtschaft (AVW) online eine Gewerbemeldebestätigung beantragen. Diese berechtigt den Antragsteller, maximal ein Jahr lang grenzüberschreitende Dienstleistungen in Liechtenstein zu erbringen. Dabei überprüft das AVW die Zulassung des Unternehmens in der Schweiz (z.B. anhand eines Handelsregisterauszugs) und gegebenenfalls die fachliche Qualifikation des Geschäftsführers oder Betriebsleiters. Das Unternehmen muss diese Gewerbemeldebestätigung jedes Jahr erneuern.

Wer im Auftrag eines Schweizer Unternehmens bis zu 90 Tage pro Kalenderjahr grenzüberschreitende Dienstleistungen erbringt, untersteht unabhängig von seiner Nationalität einer Meldepflicht. Seit dem 1. Januar 2017 ist die Meldung online über ein elektronisches Meldesystem (EMS) vorzunehmen. Dienstleistungen bis zu 8 Tagen innerhalb von 90 Tagen sind branchenunabhängig davon befreit. Besteht eine Meldepflicht, darf der Mitarbeiter seine Arbeit frühestens 8 Tage nach der Meldung aufnehmen; in Notfällen (Unfälle, Reparaturen o.Ä.) schon am Tag der Meldung.

Wichtig zu wissen: Bei den 90 bewilligungsfreien Dienstleistungstagen, die einem Schweizer Unternehmen pro Kalenderjahr zur Verfügung stehen, handelt es sich um eine Art Kontingent. Dieses wird pro Unternehmen (inkl. Zweigniederlassungen) errechnet – nicht pro Mitarbeiter. Entscheidend sind daher die konkreten Einsatztage in Liechtenstein. Entsendet also ein Arbeitgeber einen oder mehrere Mitarbeiter am gleichen Tag nach Liechtenstein, so wird nur ein Tag der verfügbaren 90 Tage beansprucht. Werden hingegen ein oder mehrere Mitarbeiter an fünf verschiedenen Tagen eingesetzt, so entspricht das fünf Tagen des 90-Tage-Kontingents – ganz gleich, wie viele Mitarbeiter pro Tag im Einsatz sind.

Für Entsendungen, die länger als 90 Tage pro Kalenderjahr dauern, besteht eine Bewilligungspflicht. Bewilligungen werden nur erteilt, wenn sich ein volkswirtschaftliches Interesse nachweisen lässt. Für Unternehmen mit Hauptsitz im Kanton St. Gallen oder Graubünden wird dieser Nachweis erst ab dem 121. Tag geprüft. Das entsendende Unternehmen muss das Bewilligungsgesuch dabei mindestens vier Wochen vor Ablauf der 90-tägigen Frist per Post oder E-Mail beim Ausländer- und Passamt (APA) einreichen. Bei Dienstleistungen, bei denen bereits im Voraus bekannt ist, dass sie mehr als 90 Tage dauern, muss das Unternehmen von Anfang an eine Bewilligung einholen. Für die Dauer der Dienstleistungserbringung besteht ein Anwesenheitsrecht in Liechtenstein.

In der Tabelle haben wir die einzelnen Szenarien für Sie zusammengefasst und der Vollständigkeit halber mit den Zulassungsbedingungen für Dienstleistungen aus Liechtenstein in die Schweiz und für Grenzgänger ergänzt.

Spontaner Austausch von Steuerrulings (2/2)

Die Implementierung des spontanen (d.h. unaufgeforderten) Austausches von verfügbaren Informationen über schädliche Steuerrulings (BEPS Massnahme 5) schreitet in der Schweiz weiter fort. In einem ersten Post wurde ausgeführt, was als schädlicher Geschäftsvorfall im Sinne der BEPS Massnahme 5 angesehen wird und was die rechtliche Grundlage für den spontanen Austausch von Steuerinformationen ab dem 1. Januar 2018 in der Schweiz bildet.

Verfahren

Anstelle der Steuerrulings selbst sollen auf Basis eines Muster-Meldeformulars nach den Vorgaben von BEPS Massnahme 5 („Template“) insbesondere Informationen über den Inhalt, das Datum der Erteilung und den Zeitraum der Gültigkeit des Steuerrulings sowie Angaben zur Identifikation des Steuerpflichtigen und der involvierten Parteien ausgetauscht werden.

Für die Erhebung dieser Informationen melden sich die Steuerbehörden aktuell bei den Steuerpflichtigen. In diesem Zusammenhang können die Steuerpflichtigen auch die Kündigung von einem Steuerruling beantragen, falls ein potentieller Austausch mit ausländischen Steuerbehörden nicht erwünscht wäre.

Die ausgefüllten Templates müssen durch die Steuerbehörden bis spätestens zum 2. März 2018 (für Steuerrulings erteilt ab 2017) bzw. 30. September 2018 (für Steuerrulings erteilt zwischen 2010 und Ende 2016) an die zuständige Abteilung der ESTV weitergeleitet werden. Sofern die erhaltenen Informationen für den spontanen Austausch qualifizieren, werden sie von der zuständigen Abteilung der ESTV grundsätzlich innerhalb von 3 Monaten an die betroffenen Staaten übermittelt. Der Steuerpflichtige wird jedoch, sofern kein Ausnahmetatbestand vorliegt, vorgängig über den bevorstehenden Austausch der Informationen unterrichtet und kann eine Beschwerde gegen den Entscheid der ESTV erheben. Der Entscheid der ESTV ist wiederum beschwerdefähig und zwar beim Bundesverwaltungsgericht.

Spontaner Austausch von Steuerrulings (1/2)

Informationen für steuerliche Zwecke wurden durch die Schweizer Steuerbehörden bisher nur auf Ersuchen eines anderen Staates auf der Basis eines bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens ausgetauscht. Das internationale Bestreben nach erhöhter Transparenz in Steuerbelangen führte im Rahmen des Base Erosion and Profit Shifting (BEPS) Projekts der OECD und den G-20-Staaten zur Ausarbeitung von Regelungen für die Einführung des spontanen Austausches von Steuerrulings sowie zur Offenlegung von konzerninternen Verrechnungspreisdokumentationen.

OECD BEPS Massnahme 5

Im Rahmen von BEPS Massnahme 5 wurde die Einführung des spontanen (d.h. unaufgeforderten) Austausches von verfügbaren Informationen über schädliche Steuerrulings gefordert. Auf Antrag eines Steuerpflichtigen erteilte verbindliche Vorabzusagen einer Steuerbehörde betreffend Steuerfolgen eines bestimmten für BEPS schädlichen Geschäftsvorfalles sollen spontan mit ausländischen Steuerbehörden ausgetauscht werden.

Als schädlich im Sinne von BEPS werden insbesondere Vorabzusagen bezüglich präferenzielle Steuerregimes, Gewinnanpassungen, Betriebsstätten, Durchlaufgesellschaften sowie unilaterale Verrechnungspreisrulings erachtet. Der spontane Austausch von Informationen zu derartigen Steuerrulings soll mit den Ansässigkeitsstaaten der direkten und der obersten Muttergesellschaft des Steuerpflichtigen sowie den Ansässigkeitsstaaten von sämtlichen nahestehenden Dritten, mit denen der Steuerpflichtige gemäss dem Steuerruling eine Transaktion tätigt, stattfinden. Insbesondere müssen Informationen zu Betriebsstättenrulings an den Ansässigkeitsstaat des Hauptsitzes bzw. der Betriebsstätte übermittelt werden.

Implementierung der BEPS Empfehlung

Für die Schweiz bildet das Übereinkommen des Europarates und der OECD über die Amtshilfe in Steuersachen (Amtshilfeübereinkommen) die rechtliche Grundlage für den spontanen Austausch von Steuerinformationen, worunter auch Informationen über Steuerrulings fallen. Das Amtshilfeübereinkommen, dessen Mitgliederkreis sich fortlaufend erweitert, ist in der Schweiz seit 2017 in Kraft und wird ab 2018 für die Zwecke des spontanen Austauschs von Informationen über Steuerrulings anwendbar.

Die Schweiz wird den spontanen Austausch von Informationen bezüglich den vom Bund, den Kantonen sowie den Gemeinden erhobenen Steuern auf Einkommen und Vermögen bzw. Gewinn und Kapital sowie betreffend die Verrechnungssteuer anwenden. Voraussetzung ist, dass die Informationen für den anderen Staat voraussichtlich erheblich sind.

Durch Anpassungen des Steueramtshilfegesetzes (StAhiG) und der Steueramtshilfeverordnung (StAhiV) verankerte die Schweiz den spontanen Informationsaustausch sowie die Empfehlung von BEPS bezüglich Steuerrulings zusätzlich auch im nationalen Recht. Auf dieser Basis soll die ESTV ab dem 1. Januar 2018 Informationen über schädliche Steuerrulings, die nach dem 1. Januar 2010 erteilt wurden und für am 1. Januar 2018 und später beginnende Steuerperioden noch anwendbar sind, unaufgefordert mit den im Einzelfall betroffenen Steuerbehörden der Mitgliedstaaten des Amtshilfeübereinkommens austauschen. Da dieser Austausch unmittelbar auf dem Steueramtshilfeübereinkommen basiert, ist es unerheblich, ob mit den entsprechenden Mitgliedstaaten des Amtshilfeübereinkommens (separat) ein Doppelbesteuerungsabkommen mit entsprechender Informationsaustauschklausel abgeschlossen wurde.

In einem zweiten Teil erfahren Sie mehr über die praktische Umsetzung (Verfahren) des spontanen Austausches von Steuerrulings in der Schweiz.

Neue Schweizer „FinTech“-Regeln

Die Schweiz erlässt revidierte Bankregulierung, um den Betrieb von FinTech-Geschäftsmodellen zu vereinfachen

Am 1. Februar 2017 eröffnete der Bundesrat eine Vernehmlassung zur Modifikation der Schweizer Bankregulierung. Ziel der Revision war es, eine angemessene Regulierung für FinTech-Unternehmen zu schaffen, die ausserhalb des traditionellen Finanzsektors operieren, wobei das besondere Risikopotenzial des jeweiligen Geschäftsmodells berücksichtigt werden sollte. Die vorgeschlagene Revision beinhaltete Anpassungen sowohl beim Bankengesetz (BankG) als auch bei der Bankenverordnung (BankV). Die Vernehmlassung dauerte bis im Mai 2017.

Am 5. Juli 2017 hat der Bundesrat nun beschlossen, die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen zu verabschieden, sofern die BankV davon betroffen ist. Das neue Regime wird am 1. August 2017 in Kraft treten, so dass FinTech-Unternehmen unmittelbar von den neuen Regeln profitieren können.

Die angepassten Regeln enthalten Folgendes:

  1. Ausnahme für Abwicklungskonten: Es soll eine Ausnahme für Abwicklungskonten geschaffen werden. Diese wird es Unternehmen erlauben, Gelder während 60 Tagen in einem Abwicklungskonto zu deponieren, ohne dass ein solches Konto als Entgegennahme von Publikumseinlagen betrachtet wird, die das Vorliegen einer Bankbewilligung bedingen würde (Art. 5 Abs. 3 lit. c BankV). Die bisherige Fassung der BankV enthielt keine derartige 60-Tage-Frist, was zu gewissen Unsicherheiten führte.
     
  2. Innovationsraum («Sandbox»): Unternehmen dürfen Publikumseinlagen in der Höhe von bis zu CHF 1 Mio. halten, ohne eine Bankbewilligung beantragen zu müssen («Sandbox»). Entsprechend qualifiziert die Entgegennahme von Publikumseinlagen in einem Betrag von weniger als CHF 1 Mio. nicht als «gewerbsmässig», was eine Voraussetzung wäre, um in den Anwendungsbereich des Bankengesetzes  zu fallen (Art. 6 Abs. 2 lit. a BankV). Im Rahmen der geltenden Fassung der BankV gilt jede Entgegennahme von Publikumseinlagen von mehr als 20 Personen als «gewerbsmässig». Gemäss revidierter BankV ist die Anzahl der Personen, von denen Einlagen entgegengenommen werden, belanglos, sofern die Schwelle von CHF 1 Mio. nicht überschritten wird. Ausserdem dürfen die entgegengenommenen Gelder weder investiert noch verzinst werden (Art. 6 Abs. 2 lit. b BankV). Schliesslich müssen die Personen, welche die Gelder zur Verfügung stellen, informiert werden, dass das entsprechende Geschäftsmodell nicht von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) beaufsichtigt wird und dass die Regeln über die Einlagesicherung nicht anwendbar sind (Art. 6 Abs. 2 lit. c BankV). Dieser neue Innovationsraum wird es FinTech-Unternehmen ermöglichen, neue experimentelle Geschäftsmodelle auszuprobieren, ohne unmittelbar eine Bankbewilligung beantragen zu müssen.

Insgesamt werden diese Anpassungen der BankV die Ausübung von Tätigkeiten von FinTech-Unternehmen in der Schweiz erheblich vereinfachen. Zudem ist die Revision der BankV ein weiterer Beweis der Entschlossenheit der Schweizer Regierung, die regulatorischen Rahmenbedingungen konstant zu verbessern und neu zu gestalten, um die Schweiz dadurch als zentralen FinTech-Hub zu fördern.

Ihre Ansprechpartner:

Guenther Dobrauz
Partner|Leader PwC Legal Services Switzerland
Tel. +41 58 792 1497
guenther.dobrauz@ch.pwc.com

Tina Balzli
Director|Legal FS Regulatory & Compliance Services
Tel. +41 58 792 1554
tina.balzli@ch.pwc.com

Simon Schären
Manager |Legal FS Regulatory & Compliance Services
Tel. +41 58 792 1463
simon.schaeren@ch.pwc.com

Arbeitsunfähigkeit und Arztzeugnis

In Kürze

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. In der Regel verlangen Arbeitgeber, dass ihre Arbeitnehmer bei Absenzen aufgrund von Krankheit oder Unfall ein Arztzeugnis vorlegen. Im Zusammenhang mit Versicherungslösungen sind diese gar dazu verpflichtet. Bei häufigen oder sehr langen Absenzen und in Zweifelsfällen wird sogar ein Vertrauensarzt konsultiert, der dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers bestätigen soll. Aus rechtlicher Sicht ist zu klären, unter welchen Voraussetzungen der Arbeitgeber ein Vertrauensarzt beiziehen und welche Informationen dieser gegenüber dem Arbeitgeber offenlegen darf. Mit letzterer Frage hat sich das Bundesgericht vor kurzem befasst.

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Für Fragen zum Thema:

Martin Zeier
Legal Services
E-mail
+41 58 792 52 74
Myriam Büchi
Legal Services
E-Mail
+41 58 792 44 28
Christine Bassanello
Legal Services
E-Mail
+41 58 792 51 21

Der Countdown läuft: Ein Jahr noch zur Anpassung an die EU-Datenschutzgrundverordnung

Am 25. Mai 2016 ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union (EU) in Kraft getreten. Nach der zweijährigen Übergangsfrist wird sie genau in einem Jahr am 25. Mai 2018 direkt und unmittelbar gelten.

Das neue EU-Datenschutzrecht bringt substanzielle Änderungen für Unternehmen, die mit personenbezogenen Daten umgehen: Dazu zählen die neuen Anforderungen an die Transparenz, die Verhältnismässigkeit sowie die Nachweisbarkeit der gesetzeskonformen Datenbearbeitung. Diese stellen viele Unternehmen vor grosse Herausforderungen. Zudem führt das neue Recht zu einer substanziellen Stärkung der Stellung der betroffenen Personen – der Datensubjekte. Diese haben nach der DSGVO klar geregelte Rechte. Zu nennen sind das Recht auf Auskunft, auf Berichtigung und Löschung von personenbezogenen Daten, auf Einschränkung der Bearbeitung, auf Übertragbarkeit ihrer Daten oder auf Widerspruch gegenüber einer Bearbeitung. All diesen Rechten müssen Unternehmen als Datenverantwortliche gerecht werden.

Nebst zahlreichen Aufgaben für Unternehmen werden den Datenschutzaufsichtsbehörden neue Kompetenzen und Durchsetzungsinstrumente zuteil. Zu den massgeblichen Neuerungen zählen die verschärften Sanktionen von bis zu EUR 20m oder 4% des Jahresumsatzes des betroffenen Unternehmens, je nachdem, welcher der Beträge höher ist.

Empfehlung

Schweizerische Unternehmen, die (z.B. aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit auf dem europäischen Markt) der DSGVO unterstehen, haben nun noch ein Jahr Zeit, um sich an die neuen Vorgaben der DSGVO anzupassen. Die Anforderungen sind zu analysieren, Lücken zu identifizieren und Massnahmen sind zu planen und umzusetzen. Es gilt, vorbereitet zu sein.

Kontakte:

Susanne Hofmann
Legal Compliance Leader
+41 58 792 17 12
Email

Michael Adrian Meyer
Legal Services – Senior Manager
+41 58 792 51 31
Email

Reto Häni
Partner and Leader Cybersecurity
+41 58 792 75 12
Email

Idir Laurent Khiar
Legal Services – Assistant Manager
+41 58 792 17 51
Email

PwC’s Legal Services – Employment News – Bonus: Gratifikation oder Lohnbestandteil?

IN KÜRZE
Oftmals setzt sich die Vergütung eines Arbeitnehmers aus dem Grundlohn und einem variablen Teil (oft als „Bonus“ bezeichnet) zusammen. Da das Schweizer Rechtssystem den Begriff „Bonus“ als solches nicht kennt, ist fraglich, wie diese variable Vergütung rechtlich einzuordnen ist und ob diese etwa Gratifikation oder Lohnbestandteil darstellt. Dazu ist einerseits die vertragliche Grundlage, andererseits aber auch die betriebliche Praxis genauer zu analysieren. Was auf den ersten Blick als belanglose Qualifikationsfrage anmutet, ist jedoch hinsichtlich der Rechtswirkung von beachtlicher Relevanz.

1. RECHTLICHE QUALIFIKATION
Ob der Bonus etwa Gratifikation, Leistungslohn, Anteil am Geschäftsergebnis oder eine Mischform darstellt, hängt primär von der vertraglichen Ausgestaltung aber auch von der betrieblichen Praxis betreffend die Auszahlung sowie vom Verhältnis der Zahlung zum Lohn („Akzessorietät“) ab.

a) Vertragliche Ausgestaltung
Entscheidend ist demnach, ob der Bonus als freiwillige Zuwendung zu betrachten ist oder dieser derart ausgestaltet ist, dass dessen Höhe bestimmt oder zumindest bestimmbar ist und somit nicht mehr im Ermessen des Arbeitgebers liegt. Im ersten Fall stellt der Bonus eine Gratifikation dar. Ist die Höhe des Bonus bestimmt oder bestimmbar, wird grundsätzlich von einem Lohnbestandteil ausgegangen. Bestimmbar wäre beispielsweise ein Bonus, der nur vom Geschäftsergebnis oder anderen bestimmten Bilanzzahlen abhängt. Soweit jedoch der Bonus von persönlichen Leistungszielen abhängt, die nicht messbar formuliert sind bzw. deren Erreichen auch von der subjektiven Einschätzung abhängig ist oder dessen Ausrichtung (trotz Bestimmbarkeit) allein im Ermessen des Arbeitgebers liegt, ist hingegen von einer Gratifikation auszugehen. Ebenfalls von einer Gratifikation auszugehen ist dann, wenn der Bonus als völlig freiwillige Zuwendung des Arbeitsgebers ausbezahlt wird.

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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre gewohnte PwC-Ansprechperson oder einen der untenstehenden Experten

Martin Zeier
Legal Services
martin.zeier@ch.pwc.com
Myriam Büchi
Legal Services
myriam.buechi-baentli@ch.pwc.com
Christine Bassanello
Legal Services
christine.bassanello@ch.pwc.com

GDPR key challenges: #1 Anwendbarkeit auf aussereuropäische Unternehmen

Im Mai 2016 ist die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO, im Englischen GDPR) in Kraft getreten. Nach einer zweijährigen Übergangsfrist wird die DSGVO ab Mai 2018 in der gesamten Europäischen Union (EU) verbindlich angewendet werden.

Zwar handelt es sich bei der DSGVO um ein Gesetz der EU, das allerdings unter Umständen auch für schweizerische und andere aussereuropäische Unternehmen Geltung haben kann. Einerseits ist dies der Fall, wenn sie Niederlassungen in der EU unterhalten. Andererseits untersteht ein aussereuropäisches Unternehmen gemäss dem neu eingeführten „Marktortprinzip“ der DSGVO, wenn es auf dem Gebiet der EU Waren und Dienstleistungen anbietet oder wenn es das Verhalten von Personen mit Aufenthalt in der EU beobachtet.

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Kontakte:


Susanne Hofmann
PwC | Legal Compliance Leader
Office: +41 58 792 17 12
Mobile: +41 79 286 83 67
Email
PricewaterhouseCoopers AG
Birchstrasse 160 | Postfach | CH-8050 Zürich

 

 


Michael Adrian Meyer
PwC | TLS Senior Manager
Office: +41 58 792 51 31
Mobile: +41 79 150 75 64
Email
PricewaterhouseCoopers AG
St. Jakobs-Strasse 25 | CH-4002 Basel