Liechtenstein baut sein AIA-Netzwerk mit weiteren 27 Staaten aus

Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom 10. Oktober 2017 den Bericht und Antrag (BuA) betreffend die Notifikation der Partnerstaaten gemäss der Multilateralen Vereinbarung der zuständigen Behörden über den automatischen Informationsaustausch (AIA) über Finanzkonten (MCAA) verabschiedet. Die Regierung schlägt dem Landtag einen weiteren substanziellen Ausbau der Liste der Partnerstaaten für einen AIA ab dem Jahr 2019 mit Bezug auf Meldedaten ab dem 1. Januar 2018 vor. Darunter befinden sich die Schweiz und die G20-Staaten Brasilien, Indonesien und Russland.

Nachdem der AIA bereits mit insgesamt 61 Ländern seit Anfang 2016 oder 2017 in Kraft ist, ist nun die bilaterale Aktivierung des AIA für einen ersten Austausch im Jahr 2019 mit folgenden 27 Jurisdiktionen geplant:

Aruba Ghana Nauru Saudi Arabien
Barbados Indonesien Niue Sint Eustatius
Bonaire Israel Russland Schweiz
Brasilien Kolumbien Saba Singapur
Cook Inseln Libanon Samoa Sint Maarten
Costa Rica Marshall Inseln Saint Lucia Uruguay
Curaçao Montserrat

Die Regierung Liechtensteins hält sich bei der Umsetzung des AIA mit weiteren Staaten und Jurisdiktionen an die Eckpunkte der beschlossenen Finanzplatzstrategie. Als „Early Adopter“ soll Liechtenstein daher nun in einem dritten Schritt nach der EU und einer ersten Umsetzung über das MCAA mit einer weiteren Anzahl interessierter und geeigneter Partnerstaaten den AIA umsetzen. Bei der Auswahl der Partnerstaaten ist der Spielraum durch die Vorgaben und Erwartungshaltung der OECD bzw. des Global Forums nicht gross. Die Liste der 27 neuen Partnerstaaten ist daher unter Abwägung aller rechtlichen und politischen Überlegungen zustande gekommen.

AIA mit 88 von 102 committeten Ländern

Sofern der Landtag diesem Antrag zustimmt, hat Liechtenstein sein AIA-Netzwerk auf 88 Partnerstaaten ausgebaut. Insgesamt haben sich derzeit weltweit 102 Staaten und Jursdiktionen zur Umsetzung des AIA verpflichtet. Gemäss BuA der Regierung erfüllen per Oktober 2017 jedoch 15 Staaten und Jurisdiktionen die Anforderungen für eine Umsetzung des AIA (noch) nicht. Zu diesen zählen beispielsweise Bahamas, Hong Kong (China), Macao (China), Panama oder die Türkei. Daher wird der AIA mit diesen Ländern derzeit entsprechend (noch) nicht aktiviert. Sofern diese Staaten in Zukunft die die internationalen Kriterien erfüllen, sollen sie in einem weiteren Schritt – unter Vorbehalt der Zustimmung des Landtags – ebenfalls als geplante Partnerstaaten notifiziert werden. Dies kann jedoch frühestens für einen Austausch im Jahr 2020 für Meldedaten ab 2019 geschehen.

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Martin Meyer

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Martin leads the Private Wealth and Financial Services Practice in Liechtenstein and St. Gallen. He is a certified Swiss tax and Liechtenstein trustee expert. He has considerable project experience with setting up international private wealth structures, investment funds and investment structures for real estate. He is working with a wide range of investment, private, retail and regional banks as well as with life and non-life insurance companies and banking service providers.