WEITERE VERZÖGERUNGEN BEIM FIDLEG UND FINIG

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Die Wirtschaftskommission des Ständerates (WAK-S) hat am 2. November 2017 die Differenzbereinigung beim Bundesgesetz über Finanzdienstleistungen (FIDLEG) und beim Bundesgesetz über Finanzinstitute (FINIG) fortgesetzt.

Bei den meisten Differenzen beantragt die WAK-S die Zustimmung zur Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK-N). Die WAK-S wich jedoch in den folgenden Punkten von der WAK-N ab:

  • die WAK-S möchte eine Ausnahme von der Prospektpflicht für Angebote, welche über 12 Monate berechnet maximal 8 Millionen und nicht nur 2,5 Millionen Franken umfassen (Art. 38 Abs. 1 Bst. e FIDLEG);
  • die WAK-S möchte, dass die Haftung dann entfällt, wenn die notwendige Sorgfalt eingehalten wurde. Es soll also nicht mehr auf das Verschulden abgestellt werden (Art. 72 FIDLEG);
  • die WAK-S möchte, dass das Verfahren vor der Ombudsstelle auch weiterhin kostenlos ist. Dies soll direkt aus dem Gesetz ersichtlich sein, damit der gesetzgeberische Wille klar ist (Art. 78 Abs. 1 FIDLEG);
  • die WAK-S möchte an beiden Bussenartikeln (Art. 92 und 93 FIDLEG) festhalten; und
  • die WAK-S möchte auch bezüglich Mindestkapital und Sicherheiten (Art. 19 FINIG) beim Beschluss des Ständerates bleiben.

Die WAK-S ist bei ihrer Beratung lediglich bis zu Artikel 57 FINIG gelangt. Da die Beratung aufgrund der vielen Differenzen nicht abgeschlossen werden konnte, kann das Geschäft erst in der Frühjahrssession 2018 vom Ständerat behandelt werden. Allfällige danach noch verbleibende Differenzen werden erst in der Sommersession 2018 bereinigt.

Mit einer Inkraftsetzung des FIDLEG und FINIG kann daher frühestens per Sommer 2019 gerechnet werden.

Die Fintech Banklizenz (sog. „Banking license light“) tritt voraussichtlich auch erst mit der Inkraftsetzung des FIDLEG und FINIG in Kraft.

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Guenther Dobrauz

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Guenther leads PwC Legal in Switzerland and the Legal FS Regulatory & Compliance Services department. He is a PwC Partner since 2015 and a global expert on legal advisory, specializing in supporting the structuring, authorization and ongoing lifecycle management of financial intermediaries and their products. He in particular also focuses on leading large scale regulatory change and compliance alignment projects.

Guenther is the author of books on investment selection, FinTech Regulation and European, Swiss and Liechtenstein investment law. He also wrote 80+ publications in international expert magazines and has to date been speaking at more than 60 conferences worldwide.

Guenther Dobrauz received his Masters and PhD degrees in law from Johannes Kepler University (Linz, Austria). He holds an MBA from the University of Strathclyde Graduate School of Business (Glasgow, UK) and has participated in Harvard Business School’s Executive Education Program.

Guenther Dobrauz was Legal Counsel of an international hedge fund group and served as Managing Partner and Legal Counsel of a Swiss Venture Capital firm. He has practiced in court and with a leading business law firm.