Paying Taxes 2018

Stabile Steuerbelastung für Unternehmen in der Schweiz

Die Schweiz bleibt mit einer gleichbleibenden Gesamtsteuerrate von 28,8 Prozent weit unter dem weltweiten Durchschnitt von 40,5 Prozent (2017: 40,4 Prozent). Wie in den Vorjahren belegt sie im Vergleich zu den 32 analysierten EU- und EFTA-Staaten Rang 7. Diese und weitere Erkenntnisse zeigt unsere Studie «Paying Taxes 2018», die wir gemeinsam mit der Weltbank veröffentlicht haben.

Noch besteht Digitalisierungspotenzial

Onlineplattformen machen die Steuerabwicklung effizienter, darum haben weitere Länder solche eingeführt. Dadurch konnten die Unternehmen ihren Aufwand für Steuerpflichten um weitere 5 Stunden pro Jahr auf 240 Stunden senken. In den EU- und EFTA-Ländern beträgt der Zeitaufwand heute durchschnittlich 161 Stunden (Vorjahr: 164 Stunden). In der Schweiz wendet ein KMU dafür nach wie vor 63 Stunden auf. Mit 19 Zahlungen belegt die Schweiz unter den EU- und EFTA-Staaten Rang 28 von 32 (wie im Vorjahr).

Zum zweiten Mal in Folge haben wir in unserer Studie den «Post-Filing Index» integriert. Dieser misst den administrativen Aufwand für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer und für die nachträgliche Korrektur einer Steuererklärung bei den Gewinnsteuern. Die Schweiz liegt bei diesem Index innerhalb Europas nur gerade auf Platz 19 (Vorjahr 25). Diese relativ schlechte Platzierung hat zwei Hauptgründe: Einerseits erfolgt bei der Mehrwertsteuer im europäischen Vergleich die Auszahlung von Steuerguthaben vergleichsweise spät. Anderseits ist das Veranlagungssystem bei der Gewinnsteuer eher aufwendig. Eine nachträgliche Korrektur der Steuererklärung durch den Steuerpflichtigen mit einem Rektifikat beansprucht mangels elektronischer Schnittstelle zum Steueramt übermässig viel Zeit. Mit digitalen Hilfsmitteln liesse sich das Steuererklärungsverfahren effizienter gestalten.

Ein Ja und ein Aber

Unsere Studie macht deutlich: Die Schweiz steht international zwar weiterhin gut da. Allerdings darf sie nicht ins Hintertreffen geraten. Fortschritte bei der Digitalisierung und die erfolgreiche Umsetzung der Steuervorlage 17 werden den Schweizer Unternehmen im internationalen Umfeld Rechtssicherheit geben. In der Gesamtbetrachtung der Einfachheit von Steuersystemen bleibt die Schweiz im weltweiten Vergleich auf Platz 19 und in Europa auf Platz 6.

Über die Studie

Mit «Paying Taxes 2018» haben wir anhand eines Muster-KMUs die Steuersysteme von 190 Ländern verglichen. Als Indikatoren dienten uns die Gesamtsteuerbelastung, der Zeitaufwand für die Steuerpflicht und die Anzahl Steuerzahlungen. Mit diesen Kenngrössen haben wir den «Ease of paying taxes» errechnet – kurz: die Einfachheit des Steuersystems. Mit der Gesamtsteuerrate vergleichen wir die Summe aller von einem Unternehmen zu tragenden und zulasten der Erfolgsrechnung zu verbuchenden Steuern und Zwangsabgaben (Gewinn-, Kapital- und Grundsteuern, Stempelabgaben und Verbrauchssteuern sowie Arbeitgeberbeiträge an die Sozialwerke) mit dem Gewinn vor Abzug dieser Steuern. «Paying Taxes 2018» ist hier in Englisch erhältlich.

Veröffentlicht von

Armin Marti

Armin Marti

Armin Marti
PwC
Birchstrasse 160
Postfach, 8050 Zurich
+41 58 792 43 43

Armin leads the PwC Swiss Tax Policy efforts. He holds a Master in Business Administration from the University of St. Gallen, Switzerland (lic. oec. HSG) and has qualified as a Swiss Certified Tax Expert. As a member of the global PwC International Tax Services (ITS) Network and former Swiss corporate tax leader, ITS leader and Transfer Pricing leader, Armin has gained extensive experience in leading complex cross-border tax projects. Armin Marti has over 30 years experience in providing international tax consultancy for large quoted and privately held Swiss and foreign multinationals. He advises his clients in international tax, transfer pricing, tax policy and tax strategy matters, including domestic and cross-border tax restructurings, acquisitions and divestments, effective supply chain and business models.