Die Geldwäschereirichtlinie der EU bezieht künftig auch „Virtuelle Währungen“ mit ein

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In ihrer Pressemitteilung vom 21. Dezember 2017 hat die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA mitgeteilt, dass sie die europäische Einigung, künftig auch „Virtuelle Währungen“ in die Bestimmungen zum Kampf gegen Geldwäsche miteinzubeziehen, begrüsst. Gemäss FMA sei dies „ein wichtiger Schritt, damit künftig auch diese Online-Dienstleister ihre Kunden gleich wie die Finanzhäuser gemäss der üblichen Sorgfaltspflichten identifizieren, prüfen und die Transaktionen laufend überwachen müssen“.

Gemäss den Bestimmungen der neuen Geldwäschereirichtlinie der EU werden somit zukünftig auch Tauschbörsen für „Virtuelle Währungen“ sowie sogenannte „Wallet Provider“ (elektronische Geldbörsen) den Bestimmungen der Geldwäscherei-Richtlinie unterworfen werden. Die Neuerungen sollen wie folgt umgesetzt werden:

  • Unter den Anwendungsbereich der Geldwäscherei-Richtlinie fallen Tauschbörsen für virtuelle Währungen dann, wenn sie den Umtausch virtueller Währungen gegen gesetzliche Zahlungsmittel anbieten. Von der Richtlinie nicht erfasst wird jedoch der Tausch unterschiedlicher virtueller Währung untereinander.
  • Anbieter elektronischer Geldbörsen (sog. „Wallet Provider“), welche die jeweiligen kryptographischen Schlüssel der Inhaber von virtuellen Währungen verwalten, fallen ausnahmslos unter die Bestimmungen der Geldwäscherei-Richtlinie. Sie sind darüber hinaus verpflichtet, sich registrieren zu lassen.
  • In der Geldwäscherei-Richtlinie wird erstmals eine gesetzliche Definition für virtuelle Währungen eingeführt.

Nach Abschluss des europäischen Prozesses sind die Gesetzgeber verpflichtet, die neue Geldwäscherei-Richtlinie innerhalb von 18 Monaten in nationales Recht umzusetzen.

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Guenther Dobrauz

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Guenther leads PwC Legal in Switzerland and the Legal FS Regulatory & Compliance Services department. He is a PwC Partner since 2015 and a global expert on legal advisory, specializing in supporting the structuring, authorization and ongoing lifecycle management of financial intermediaries and their products. He in particular also focuses on leading large scale regulatory change and compliance alignment projects.

Guenther is the author of books on investment selection, FinTech Regulation and European, Swiss and Liechtenstein investment law. He also wrote 80+ publications in international expert magazines and has to date been speaking at more than 60 conferences worldwide.

Guenther Dobrauz received his Masters and PhD degrees in law from Johannes Kepler University (Linz, Austria). He holds an MBA from the University of Strathclyde Graduate School of Business (Glasgow, UK) and has participated in Harvard Business School’s Executive Education Program.

Guenther Dobrauz was Legal Counsel of an international hedge fund group and served as Managing Partner and Legal Counsel of a Swiss Venture Capital firm. He has practiced in court and with a leading business law firm.