Das Gesundheitswesen im Wandel

Neu: Monatlich Beiträge zu Healthcare verfügbar!

Neue Versorgungsmodelle, der anhaltende Trend «ambulant vor stationär», die zunehmende Patientenzentrierung, veränderte Mitarbeiterbedürfnisse, die verstärkte Digitalisierung der verschiedenen Prozesse sowie Aufgabenfelder und nicht zuletzt der anhaltende Kostendruck und Tarifdiskussionen – all dies beschäftigt das Schweizer Gesundheitswesen und wird es in den nächsten Jahren prägen und verändern. Wir, Ihre PwC-Experten für Fragen im Bereich Gesundheitswesen, möchten Ihnen regelmässig in Themenfelder Einblicke geben, welche die Akteure auf dem Markt bewegen, und Sie über die kommenden Trends und Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Dazu werden auf diesem Blog neu monatliche Beiträge zum Thema Healthcare aufgeschaltet.

Bleiben Sie am Ball und diskutieren Sie mit über die Zukunft des Schweizer Gesundheitswesens. Wir freuen uns, mit unseren Blogbeiträgen zum Gedankenaustausch anzuregen und Ihre Meinungen aufzunehmen.

In unserem ersten Blogbeitrag beleuchten wir die Veränderungen in der Versorgung, welche wir auch in unserer neuesten Studie «Schweizer Spitäler: So gesund waren die Finanzen 2016», welche im Dezember 2017 erschienen ist, thematisiert haben.

Die Schweizer Spitallandschaft im Umbruch

Der Wandel im Gesundheitswesen akzentuiert sich auf verschiedenen Ebenen: bei Patienten, bei medizinischen Akteuren und bei neuen medizinisch-technischen und pharmakologischen Möglichkeiten. So weisen zum Beispiel Patienten generell eine gesteigerte Anspruchshaltung als Dienstleistungsempfänger gegenüber Leistungserbringern auf, wodurch letztere aufgrund des Fachkräftemangels und des verstärkten finanziellen Drucks einem enormen Spannungsfeld ausgesetzt sind.

Der finanzielle Druck bzw. die nicht ausreichende Profitabilität vieler Schweizer Spitäler führt zunehmend dazu, dass Spitäler einen relativ akuten Bedarf an Ergebnisverbesserung haben und sich so hinsichtlich ihrer Leistungserbringung – sei es prozessual, über Kooperationen oder über das Angebotsportfolio – hinterfragen müssen. Zum einen muss den schlechter werdenden Ergebnissen entgegengewirkt werden, zum anderen sollen aber auch die steigenden Ansprüche der Patienten befriedigt werden. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass diesem Spannungsfeld mit neuen Versorgungsmodellen wie Walk-in-Kliniken oder Retailkliniken begegnet werden kann, welche sich vermehrt an den Bedürfnissen der Patienten ausrichten (in den genannten Beispielen durch Nähe und schnelle Behandlungen ausserhalb einer hoch installierten Spitalinfrastruktur) und somit gleichzeitig eine effizientere Nutzung teurer (Spital-)Infrastruktur erlauben.

Diese Entwicklung unterstützt schon jetzt den Trend aus Gesamtversorgungssicht des Spitalmarkts, welcher sich unserer Einschätzung nach immer stärker in ein «Hub and Spoke»-Modell entwickeln wird. In diesem stellen Zentrumsspitäler die hoch spezialisierte Versorgung sicher, und regionale Gesundheitszentren, Walk-in-Kliniken und Retailkliniken bieten aufeinander abgestimmte und versorgungsstufengerecht abgestufte Angebote an. Ein solches «Hub and Spoke»-Modell kann als Versorgungsnetzwerk einer Gesundheitsregion zum einen eine höhere Prozesseffizienz und somit höhere Patientenorientierung in der Behandlungsqualität erreichen, zum anderen durch Reduktion nicht benötigter Infrastruktur auch eine zwingend notwendige Kostensenkung im Gesundheitswesen erzielen. Lesen Sie mehr dazu in unserer Spitalstudie ab S. 36 (www.pwc.ch/spitalstudie).

Optimale Patientenbetreuung dank neuer Rollenbilder

Mit den erwarteten strukturellen Veränderungen des Gesundheitswesens verändert sich auch zunehmend die Leistungserstellung im Spital. So etablieren sich neue Rollenbilder und digitale Technologien im Gesundheitswesen, die somit sowohl den Alltag von Patienten als auch von Leistungserbringern verändern.

In unserer Studie haben wir ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Pflegeberufe gelegt. Es zeigt sich, dass sich innerhalb der Pflege spezialisierte Rollenprofile herausbilden, welche die Aufgabenverteilung bei der Leistungserstellung im Spital verschieben. So können sogenannte Advanced Nurse Practitioners (ANPs) durch ihre weiterführende Bildung vermehrt auch koordinierende Aufgaben in der Versorgung der Patienten wahrnehmen. Im Gegensatz dazu übernehmen sogenannte Physician Assistants (PAs) klar delegierte Aufgaben, auf welche sie spezialisiert sind. Auch im ambulanten Bereich entwickeln sich diese Rollenbilder rasant, sodass ANPs oder PAs vermehrt Aufgaben übernehmen können, welche früher direkt durch die Ärzte durchgeführt wurden.

Wir haben in unserer Studie diese neuen Rollenmodelle im Detail beschrieben. Zudem können Sie in unseren Interviews mit Frau Prof. Dr. Rebecca Spirig, Direktorin Pflege und MTTB des USZ, sowie Frau Isabelle Lehn, Leiterin Pflege CHUV, den Einfluss dieser Entwicklungen auf die Weiterbildung in den Pflegeberufen nachlesen. Beide gehen dabei auch auf die Implikationen auf die Organisation der Spitäler und die veränderten Ansprüche der nachkommenden Generationen an das Gesundheitswesen als Arbeitgeber ein.

In jedem Fall kann festgehalten werden, dass Leistungserbringer im Gesundheitswesen agil und offen für Neues bleiben sollten, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Zentrale Veränderungen wie neuartige Organisationsstrukturen, gestiegene Patientenerwartungen und neue Berufsbilder in der medizinischen Versorgungslandschaft der Schweiz werden sich laufend und immer schneller weiterentwickeln. Um in diesem dynamischen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben und ökonomische Anreize optimal zu nutzen, sollten sich die Leistungserbringer verändern und teilweise neu erfinden.

Ausblick: Ambitionen der Healthcare-Beiträge

Wie eingangs erwähnt, wollen wir mit unseren Healthcare-Beiträgen die neuesten Trends und Entwicklungen im Schweizer Gesundheitswesen beleuchten und diskutieren. Es erwartet Sie also ein bunter Mix aus Themen, zum Beispiel Überlegungen über innovative Finanzierungskonzepte, digitale Entwicklungen im Bereich der Prozessorganisation oder neue Behandlungspfade aufgrund sich verändernder Patientenbedürfnisse. Selbstverständlich werden wir dabei auch tagesaktuelle Themen aufnehmen. Besonders gerne greifen wir dabei Ihre Anregungen und Themenwünsche auf. Sie sind herzlich eingeladen, mit uns zu diskutieren und uns mitzuteilen, auf welche Themen wir näher eingehen sollen. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

Im Namen des Healthcare-Teams von PwC

Ihr Paul Sailer

PS: Der nächste Healthcare-Blogbeitrag erscheint voraussichtlich Ende Januar. Möchten Sie per E-Mail darüber informiert werden? Dann hinterlassen Sie uns bitte hier Ihre Kontaktdaten.