Weitreichende Folgen disruptiver Innovationen

Der liechtensteinische Finanzplatz hat in den vergangenen Jahren seine Anpassungsfähigkeit bewiesen, indem er sich mit den Rahmenbedingungen mitverändert hat. Die Akteure der Finanzindustrie betreuen heute mehr Vermögen als vor Ausbruch der Finanzkrise. Die Standortattraktivität für Private Banking und Wealth Management ist ungebrochen. Dabei unterliegt die Branche nicht nur im Fürstentum Liechtenstein einem fundamentalen Wandel. Wichtigster Treiber ist die Digitalisierung. Am stärksten betroffen sind die Banken. Immer mehr sogenannte „digitale Disruptoren“ bieten Bankdienstleistungen an, ohne selbst ein Bankenmodell betreiben zu wollen.

Herausforderung Digitalisierung

Das Verhalten und die Erwartungen der Kunden haben sich entwickelt. Neue Wettbewerber (z.B. FinTechs) und neue Technologien (z.B. Blockchain) verändern das Geschäftsmodell der Banken grundlegend. Die Digitalisierung bietet neue Chancen, schafft aber auch Risiken. Traditionell aufgestellte Banken betreiben ein integriertes Geschäft. Dabei werden selbst entwickelte Produkte über die eigenen Vertriebskanäle vertrieben. Sämtliche Transaktions- und Supportdienstleistungen werden intern erbracht. Im Kontrast dazu ermöglichen neue Technologien eine hohe Standardisierung und damit eine Zerlegung der Wertschöpfungskette. Laut dem PwC Global FinTech Report 2017 wollen 82 % der befragten Studienteilnehmer in den nächsten drei bis fünf Jahren Partnerschaften mit FinTech-Unternehmen eingehen. 77 % gehen davon aus, dass die Blockchain-Technologie bis im Jahr 2020 in ihrem Unternehmen Teil der produktiven Systemumgebung sein wird. Die Banken in Liechtenstein werden sich dieser Entwicklung nicht entziehen können. Sie sind gefordert, die strategischen Handlungsoptionen sorgfältig zu analysieren und die richtigen Massnahmen in die Praxis umzusetzen.

Attraktive Rahmenbedingungen

Die Regierung unterstützt den technologischen Wandel mit dem Programm „Impuls Liechtenstein“ und dem bei der liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht (FMA) angesiedelten „Regulierungslabor“. Die FMA verfolgt eine zukunftsgerichtete Regulierung in Übereinstimmung mit europäischem Recht. Das Kompetenzteam des Regulierungslabors berät Finanzintermediäre an der Schnittstelle zwischen Regulierung und Markt. Auf gesetzlicher Ebene sind Anpassungen im Bankengesetz erfolgt, die eine bedarfsgerechte Zulassung von Leistungserbringern erlauben. Zudem bestehen gesonderte gesetzliche Grundlagen für Zahlungs- und E-Geld-Institute. Daneben profitieren Dienstleister und Organisationen von privaten Initiativen, die zur wichtigen Vernetzung der FinTech-Branche in Liechtenstein beitragen.

Intakte Chancen

Die Chancen, den technologischen Wandel zu meistern, sind intakt. Der Finanzplatz Liechtenstein zeichnet sich durch ein grosses Know-how im Finanzbereich, schnelle und kurze Entscheidungswege sowie praxisorientierte Lösungen aus. Dies schafft Stabilität und Rechtssicherheit. Das sind gute Voraussetzungen, um in einer schnelllebigen Zeit auch in Zukunft erfolgreich im Wettbewerb bestehen zu können. Die Finanzintermediäre sind aber mehr denn je gefordert, ihre Anpassungsfähigkeit auch in Zukunft unter Beweis zu stellen.

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Claudio Tettamanti
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Claudio ist Partner und Marktleiter Liechtenstein. Der dipl. Betriebsökonom FH und dipl. Wirtschaftsprüfer - nach schweizerischem und liechtensteinischem Recht - verfügt über langjährige Erfahrung in der Prüfung und Beratung von Banken, Vermögensverwaltern und Fondsgesellschaften. Claudio ist Mitglied der liechtensteinischen Wirtschaftsprüfervereinigung und ist für den Branchenverband als Experte für die Finanzbranche tätig.