FINMA revidiert Rundschreiben zur „Video- und Online-Identifizierung“

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Am 18. März 2016 hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA das Rundschreiben 2016/7 „Video- und Online-Identifizierung“ in Kraft gesetzt. Finanzintermediären ist es seither möglich, neben der persönlichen Vorsprache oder der Eröffnung einer Kundenbeziehung auf dem Korrespondenzweg, neue Kunden auf dem digitalen Weg zu identifizieren.

In ihrer Medienmitteilung vom 13. Februar 2018 hat die FINMA mitgeteilt, dass die Sorgfaltspflichten beim digitalen Kunden-Onboarding an die technologischen Weiterentwicklungen angepasst werden. Der Entwurf zum teilrevidierte Rundschreiben umfasst in Bezug auf die digitale Identifizierung neuer Kunden insbesondere folgende Neuerungen:

Video-Identifizierung

  • Um eine sichere Identifizierung zu gewährleisten und die Verwendung gefälschter Ausweise zu erschweren, sollen neu mindestens drei zufällig ausgewählte optische Sicherheitsmerkmale der Identifikationsdokumente durch die Finanzintermediäre überprüft werden (z.B. Hologramme, Laserkippbilder, Sicherheitsfaden, Mikroschrift etc.);
  • Die formalen Merkmale (z.B. Layout, Orthographie, Schriftart etc.) sollen neu mit Referenzen aus einer Ausweisdatenbank abgeglichen werden;
  • Die Verifikation der Vertragspartei im Identitätsprozess mittels Einmalpasswort (TAN) soll neu nicht mehr verlangt werden;
  • Neu soll der Identifizierungsvorgang auch dann fortgesetzt werden dürfen, wenn Hinweise auf erhöhte Risiken vorliegen. Die Geschäftsbeziehung soll jedoch erst nach Durchführung zusätzlicher Abklärungen und Zustimmung der vorgesetzten Person / Geschäftsführung aufgenommen werden dürfen.

Online-Identifizierung

  • Finanzintermediäre sollen angehalten werden, von allen relevanten Seiten der Identifizierungsdokumente ein Lichtbild einzuholen. Analog zur Video-Identifizierung soll auch bei der Online-Identifizierung der Vergleich mit einer Ausweisdatenbank verlangt werden;
  • Als zusätzliches Sicherheitselement wird neu eine Lebenderkennung (selfie with liveness detection) gefordert;
  • Neu soll nicht mehr zwingend eine Überweisung von einer Bank in der Schweiz verlangt werden. Unter bestimmten Vorgaben sollen auch Überweisungen von Banken in Liechtenstein oder in einem Mitgliedstaat der Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF) ausreichend sein.

Die FINMA führt bis zum 28. März 2018 eine Anhörung durch. Den Finanzintermediären wird eine Übergangsfrist von 6 Monaten ab Inkrafttreten des teilrevidierten Rundschreibens gewährt, um ihre Prozesse bei der Video- und Online-Identifizierung anzupassen.

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Guenther Dobrauz

Guenther Dobrauz

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Guenther leads PwC Legal in Switzerland and the Legal FS Regulatory & Compliance Services department. He is a PwC Partner since 2015 and a global expert on legal advisory, specializing in supporting the structuring, authorization and ongoing lifecycle management of financial intermediaries and their products. He in particular also focuses on leading large scale regulatory change and compliance alignment projects.

Guenther is the author of books on investment selection, FinTech Regulation and European, Swiss and Liechtenstein investment law. He also wrote 80+ publications in international expert magazines and has to date been speaking at more than 60 conferences worldwide.

Guenther Dobrauz received his Masters and PhD degrees in law from Johannes Kepler University (Linz, Austria). He holds an MBA from the University of Strathclyde Graduate School of Business (Glasgow, UK) and has participated in Harvard Business School’s Executive Education Program.

Guenther Dobrauz was Legal Counsel of an international hedge fund group and served as Managing Partner and Legal Counsel of a Swiss Venture Capital firm. He has practiced in court and with a leading business law firm.