Wie werden Schweizer Unternehmen digitale Champions?

PwC-Studie 2018 Industrie 4.0

Beziehen Sie die Schweizer Resultate hier.

Die digitale Transformation ist die wichtigste Herausforderung für Industrieunternehmen weltweit. Die neue Studie von PwC «How to Be a Digital Operations’ Champion – Global Industry 4.0 Study 2018» zeigt, dass Schweizer Unternehmen Aufholbedarf haben.

Die Studie untersucht das digitale Ökosystem von Industrieunternehmen, wie weit die Einführung neuer Technologien fortgeschritten ist und welchen Einfluss die digitale Revolution auf die Mitarbeiter und die Unternehmenskultur hat. Die Unternehmen wurden ebenfalls gefragt, welche Digitalisierungsprojekte sie in den kommenden fünf Jahren umsetzen werden. Die Studie liefert Antworten aus der Befragung von 1155 Industrieunternehmen in 26 Ländern – mit einer separaten Auswertung für die Schweiz.

Um es vorwegzunehmen: In der Schweiz sind digitale Champions rar, und zu viele Schweizer Unternehmen nehmen sich selbst noch als digitale Novizen wahr. Die Region Asien-Pazifik führt die digitale Transformation weltweit an, Europa hinkt bezüglich Digitalisierung generell hinterher.

Digitalisierung ist für Unternehmen, die im globalen Wettbewerb stehen, zentral. Bereits mehr als 40% der weltweit befragten Unternehmen haben neue Schlüsseltechnologien implementiert, mehr als 70% planen eine Einführung in den nächsten fünf Jahren. Von der Nutzung neuer Technologien versprechen sich die Unternehmen Umsatzsteigerungen von 15% und Effizienzgewinne von 12% über die nächsten fünf Jahre.

Der Einsatz neuer Technologien kann also handfeste Wettbewerbsvorteile mit sich bringen. Bereits geplante Einführungen digitaler Lösungen konzentrieren sich auf die Bereiche der vorausschauenden Bewirtschaftung von Fertigungsanlagen und Produkten, der integrierten Planung der Einkaufs- und Fertigungsketten und des Einsatzes von Robotik.

Abbildung 1: Die Vorteile von Investitionen in digitale Technologien. Durchschnittlich erwartete Vorteile über die nächsten 5 Jahre.

Digitale Champions, rund 10% der global agierenden Unternehmen in der verarbeitenden Industrie, offerieren ihren Kunden digitale Ökosysteme, die das operative Geschäft und die eingesetzte Technologie mit den Kunden verknüpfen. Neue Technologien werden dabei umfassend installiert, um eine Zusammenarbeit entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu ermöglichen. Die Digitalisierung bietet grossen Unternehmen die Möglichkeit, den Anteil der Produktion in reifen Märkten und nahe bei den Endkunden zu erhöhen.

Regionale Unterschiede weisen darauf hin, dass die Region Asien-Pazifik auf dem Weg zur Digitalisierung führend ist. Asiatische Unternehmen sind digital am reifsten und am zuversichtlichsten betreffend die digitale Transformation (58%). Nord- und südamerikanische Unternehmen liegen knapp dahinter (54%), während Europa klar zurückliegt (42%). Auch die Vorteile der Einführung digitaler Technologien werden im asiatisch-pazifischen Raum am positivsten beurteilt.

Bei Schweizer Unternehmen sind Fertigungsmanagementsysteme und Robotikapplikationen schon häufiger anzutreffen als im globalen Durchschnitt. Auch die digitale Unternehmenskultur ist verhältnismässig weit entwickelt. Aber in Bezug auf integrierte Lieferketten und künstliche Intelligenz liegen sie deutlich zurück, im Besonderen im Vergleich zu Asien und den USA. Die im Rahmen der Studie befragten 50 Schweizer Unternehmen sind insgesamt weniger digitalisiert als die internationalen. Zu viele Schweizer Unternehmen nehmen sich selbst als digitale Novizen wahr, und digitale Champions sind in der Schweiz selten. Zuversichtlich stimmt, dass die Schweizer Industrieunternehmen in den nächsten fünf Jahren grosse Anstrengungen zur Umsetzung von Industrie 4.0 unternehmen werden. Zudem lässt sich ein Trend zur Rückverlagerung bestimmter Produktionsprozesse in die Schweiz zu erkennen.

Roger Müller, Head Digital Operations, PwC Schweiz, erklärt: «Von den Schweizer Befragten glaubt knapp die Hälfte (41%), dass zukünftig wieder mehr Produkte im eigenen Land produziert werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz könnte also durch mehr Automatisierung steigen, wenn die Herstellungskosten konkurrenzfähig mit der Lohnarbitrage von Billiglohnländern werden und Firmen wieder Vorteile darin sehen, vor Ort in der Nähe ihrer Absatzmärkte zu produzieren.»

Abbildung 2: Was ist der Status quo in der Schweiz betreffend neue Technologien? Wie weit haben Sie die entsprechenden Technologien in Ihrem Unternehmen bereits eingesetzt? (50 Unternehmen in der Schweiz, verglichen mit 1155 Unternehmen weltweit)

Der Einsatz der vieldiskutierten künstlichen Intelligenz steht jedoch erst am Anfang. Lediglich 15% der Industrieunternehmen weltweit – und nur 1% in der Schweiz – geben an, mit künstlicher Intelligenz zu arbeiten, dies vor allem in den Bereichen Produktionsoptimierung sowie Forschung und Entwicklung. Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, die Qualität operativer Entscheidungsprozesse zu revolutionieren. Die Herausforderungen bei der Einführung von Lösungen, die auf künstlicher Intelligenz basieren, liegen vor allem darin, dass die Mitarbeiter mit diesen neuen Technologien nicht vertraut sind und sie somit nur schwer umsetzen und von ihnen profitieren können. Zudem ist die Transparenz dieser Technologien noch nicht weit genug fortgeschritten, das nötige Vertrauen kann noch nicht entstehen. Vielfach sind die einsetzbaren Lösungen noch nicht marktreif.

Beziehen Sie die Studie hier

PwC’s Experience Center Opening, 14. Juni 2018

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Kontakt

Roger Müller
Head Digital Operations
PwC Schweiz
Tel. +41 58 792 16 37
roger.mueller@ch.pwc.com

Veröffentlicht von

Roger Mueller

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