Setzen Sie sich frühzeitig mit DAC6 auseinander

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Die Europäische Union führt radikale Massnahmen ein, um steuerlichen Missbrauch zu bekämpfen und mehr Fairness bei der Besteuerung sicherzustellen. Die Transparenz wird weiter erhöht, um potenziell aggressive Steuerplanungsmodelle aufzudecken.

Die geänderten Bestimmungen der EU-Amtshilferichtlinie 2011/16/EU bezüglich des verpflichtenden automatischen Informationsaustauschs im Bereich der Besteuerung über meldepflichtige grenzüberschreitende Modelle (in Kurzform «DAC6») werden für Steuerberater, Dienstleister und Steuerzahler – auch in der Schweiz ansässige Unternehmen und Privatpersonen – weitreichende Folgen haben.

DAC6 sieht zwingende Offenlegungspflichten für bestimmte Steuerplanungsmodelle mit EU-grenzüberschreitenden Elementen vor, sofern der Hauptvorteil solcher Modelle die Erwartung einer geringeren steuerlichen Belastung ist oder andere spezifische Kennzeichen (sogenannte «Hallmarks») gemäss der neuen Richtlinie aufweist. Die Europäische Union wird ein gemeinsames Kommunikationsnetzwerk (Common Communication Network, CCN) einrichten, über das der zwingend vorgeschriebene automatische Informationsaustausch über meldepflichtige, grenzüberschreitende Steuerplanungsmodelle erfolgen soll.

Obwohl die Richtlinie erst am 1. Juli 2020 in Kraft tritt, müssen Steuerzahler und Intermediäre ihre grenzüberschreitenden Steuerplanungsmodelle bereits ab Mai 2018 überwachen. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, zu handeln.

Das Wichtigste zu DAC6 im Überblick

Wer? Intermediäre wie Steuerberater, Buchhalter, Banken und Rechtsanwälte, die für ihre Kunden potenziell aggressive Steuerplanungsmodelle mit einem EU-grenzüberschreitenden Element konzipieren, vermarkten, organisieren, implementieren oder zur Implementierung bereitstellen, sowie Personen, die Unterstützung und Beratung diesbezüglich erbringen.

Was? Obligatorische Meldungen seitens Intermediäre (oder Steuerzahler) sowie automatischer Informationsaustausch der Steuerbehörden der EU-Mitgliedstaaten über das gemeinsame Kommunikationsnetzwerk (CCN) bezüglich zahlreicher grenzüberschreitender Steuerplanungsmodelle, an denen Einzelpersonen oder Unternehmen beteiligt sind.

Weshalb? Das primäre Ziel von DAC6 sind die Stärkung der Steuertransparenz und die Bekämpfung aggressiver Steuerplanung. Die Änderungen greifen weitgehend die Elemente von Aktionspunkt 12 des Projekts BEPS auf, welche die Offenlegungspflicht für potenziell aggressive Steuerplanungsmodelle vorsehen.

Wie? Intermediäre müssen potenziell aggressive Steuerplanungsmodelle mit einem grenzüberschreitenden Element den Steuerbehörden des jeweiligen Landes melden, in dem sie ansässig sind. Anschliessend werden die Informationen vom jeweiligen EU-Mitgliedstaat über das gemeinsame Kommunikationsnetzwerk (CCN) vierteljährlich mit allen anderen Mitgliedstaaten geteilt.
Falls der Steuerzahler ein Steuerplanungsmodell selbständig („in-house“) entwickelt oder die Dienstleistungen eines ausserhalb der EU ansässigen Beraters in Anspruch nimmt oder sofern ein „legal professional privilege“ Anwendung findet, hat der Steuerzahler selbst die Steuerbehörden zu informieren.

Intermediäre (oder Steuerzahler), die ihrer Meldepflicht nicht nachkommen, müssen Sanktionen in Kauf nehmen. Die Auferlegung effektiver, angemessener und abschreckender Sanktionen obliegt den EU-Mitgliedstaaten.

Finden Sie mehr Informationen zu DAC6 und ob Sie betroffen sind auf unserer Webseite. Unsere Experten stehen Ihnen gerne zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung.

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Bruno Hollenstein

Bruno Hollenstein

Bruno Hollenstein
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Bruno is a Tax Partner in the Financial Services Team in Zürich. He is specialised in the area of Operational Taxes and has several years of experience in advising clients from the financial services sector.
He is advising cantonal, regional, retail and private banks as well as fiduciary companies and family offices in Switzerland and Liechtenstein on FATCA, QI, OECD’s Common Reporting Standard (CRS), 871(m), and tax transparency topics.