Disclose 27, Fokus-Artikel 6: Audit 4.0, Part 2, High Performing Auditors

Disclose – Das Onlinemagazine von PwC 

«Für Höchstleistung braucht es Menschen, digitale Technologien und Vertrauen.»

Die Lektüre unseres jüngsten Disclose (disclose.pwc.ch/27/) wird Ihren Leseadrenalinspiegel hochschnellen lassen, denn wir widmen uns einem besonders sportlichen Thema: High Performing Organisations.

Fokus-Artikel 6 verschafft einen Einblick in das Thema Audit 4.0, Part 2, High Performing Auditors

Im Zug der Digitalisierung explodiert die Nachfrage nach Kosteneffizienz, mehr Sicherheit, mehr Transparenz und faktenbasierten Entscheidungen. Das richtet die Finanzfunktionen von Unternehmen neu aus und revolutioniert die Wirtschaftsprüfung. Beide müssen einen grösseren qualitativen und nutzbringenden Beitrag leisten. CFO und Prüfer entwickeln sich von vergangenheitsorientierten Qualitätsgaranten zu Datenagenten.

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René Rausenberger
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Blockchain Taskforce gibt Empfehlungen zur Stärkung des Blockchain-Standorts Schweiz ab

Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat am diesjährigen Blockchain Summit vom 26. April 2018 im Herzen des Zuger Crypto Valleys ein Whitepaper zum Thema „Stärkung des Blockchain-Standorts Schweiz“ sowie ein Positionspapier zur rechtlichen Einordnung von ICOs entgegengenommen. Verfasst wurden die Schriften von der Blockchain Taskforce, einer Gruppe von rund 50 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Dokumente enthalten eine Reihe von Empfehlungen, wie Gesetze und Rahmenbedingungen in den Bereichen Blockchain und ICO angepasst werden sollen, um den Blockchain/ICO-Standort Schweiz bestmöglichst zu stärken und zu positionieren.

Die Blockchain Taskforce kommt darin unter anderem zum Schluss, dass

  • aus Praktikabilitäts- und Wirtschaftlichkeitsgründen die Möglichkeit der digitalen Besitzübertragung von Tokens bereits jetzt im Rahmen einer weiten Auslegung des geltenden Rechts möglich sein soll. Alternativ wird eine Gesetzesänderung vorgeschlagen;
  •  das Geldwäschereigesetz keiner Änderung bedarf. Es genüge, die bestehenden Regeln konsequent auf die neue Technologie anzuwenden;
  • eine sogenannte „Sandbox“ (bzw. ein Experimentierraum mit geringeren Regulierungsvorgaben) für junge Blockchain-Unternehmen geschaffen werden soll (analog der bereits existierenden Fintech-Sandbox);
  • es für den Blockchain-Standort Schweiz äusserst wichtig sei, dass Blockchain-Unternehmen in der Schweiz ohne weiteres ein Bankkonto eröffnen können. Dies sei derzeit nur erschwert möglich;
  • neue Standards (sog. Best-Practice-Regeln) für die Ausgabe von Tokens und Transaktionen auf der Blockchain geschaffen werden sollen. Dabei soll die FINMA definieren, ab wann Token im Sinne des Finanzmarktinfrastrukturgesetzes als Effekten oder als Einlagen im Sinne des Bankgesetzes gelten sollen;
  • allgemeine Kriterien zum Begriff „Token“ etabliert werden müssen. Mit einer sog. „Token Map“ soll daher eine Reihe von Kriterien und Begriffen vorgeschlagen werden, die im Zusammenhang mit der Gestaltung und Bewertung von Blockchain-basierten Projekten, welche eigene Token ausgeben, verwendet werden können.

Die Blockchain Taskforce gab zudem bekannt, dass sie ihre Tätigkeiten fortsetzen, aber sich in Swiss Blockchain Institute umbenennen werde. Für die Finanzierung der künftigen Tätigkeiten des Instituts soll ein ICO durchgeführt werden. Sie will so ihre Tätigkeiten auf eine stabile finanzielle Basis stellen, wie es in der Mitteilung heisst.

Mehr Informationen unter:

Starkung des Blockchain-Standorts Schweiz

Positionspapier zur rechtlichen Einordnung von ICOs

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Guenther Dobrauz
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Wie werden Schweizer Unternehmen digitale Champions?

PwC-Studie 2018 Industrie 4.0

Beziehen Sie die Schweizer Resultate hier.

Die digitale Transformation ist die wichtigste Herausforderung für Industrieunternehmen weltweit. Die neue Studie von PwC «How to Be a Digital Operations’ Champion – Global Industry 4.0 Study 2018» zeigt, dass Schweizer Unternehmen Aufholbedarf haben.

Die Studie untersucht das digitale Ökosystem von Industrieunternehmen, wie weit die Einführung neuer Technologien fortgeschritten ist und welchen Einfluss die digitale Revolution auf die Mitarbeiter und die Unternehmenskultur hat. Die Unternehmen wurden ebenfalls gefragt, welche Digitalisierungsprojekte sie in den kommenden fünf Jahren umsetzen werden. Die Studie liefert Antworten aus der Befragung von 1155 Industrieunternehmen in 26 Ländern – mit einer separaten Auswertung für die Schweiz.

Um es vorwegzunehmen: In der Schweiz sind digitale Champions rar, und zu viele Schweizer Unternehmen nehmen sich selbst noch als digitale Novizen wahr. Die Region Asien-Pazifik führt die digitale Transformation weltweit an, Europa hinkt bezüglich Digitalisierung generell hinterher.

Digitalisierung ist für Unternehmen, die im globalen Wettbewerb stehen, zentral. Bereits mehr als 40% der weltweit befragten Unternehmen haben neue Schlüsseltechnologien implementiert, mehr als 70% planen eine Einführung in den nächsten fünf Jahren. Von der Nutzung neuer Technologien versprechen sich die Unternehmen Umsatzsteigerungen von 15% und Effizienzgewinne von 12% über die nächsten fünf Jahre.

Der Einsatz neuer Technologien kann also handfeste Wettbewerbsvorteile mit sich bringen. Bereits geplante Einführungen digitaler Lösungen konzentrieren sich auf die Bereiche der vorausschauenden Bewirtschaftung von Fertigungsanlagen und Produkten, der integrierten Planung der Einkaufs- und Fertigungsketten und des Einsatzes von Robotik.

Abbildung 1: Die Vorteile von Investitionen in digitale Technologien. Durchschnittlich erwartete Vorteile über die nächsten 5 Jahre.

Digitale Champions, rund 10% der global agierenden Unternehmen in der verarbeitenden Industrie, offerieren ihren Kunden digitale Ökosysteme, die das operative Geschäft und die eingesetzte Technologie mit den Kunden verknüpfen. Neue Technologien werden dabei umfassend installiert, um eine Zusammenarbeit entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu ermöglichen. Die Digitalisierung bietet grossen Unternehmen die Möglichkeit, den Anteil der Produktion in reifen Märkten und nahe bei den Endkunden zu erhöhen.

Regionale Unterschiede weisen darauf hin, dass die Region Asien-Pazifik auf dem Weg zur Digitalisierung führend ist. Asiatische Unternehmen sind digital am reifsten und am zuversichtlichsten betreffend die digitale Transformation (58%). Nord- und südamerikanische Unternehmen liegen knapp dahinter (54%), während Europa klar zurückliegt (42%). Auch die Vorteile der Einführung digitaler Technologien werden im asiatisch-pazifischen Raum am positivsten beurteilt.

Bei Schweizer Unternehmen sind Fertigungsmanagementsysteme und Robotikapplikationen schon häufiger anzutreffen als im globalen Durchschnitt. Auch die digitale Unternehmenskultur ist verhältnismässig weit entwickelt. Aber in Bezug auf integrierte Lieferketten und künstliche Intelligenz liegen sie deutlich zurück, im Besonderen im Vergleich zu Asien und den USA. Die im Rahmen der Studie befragten 50 Schweizer Unternehmen sind insgesamt weniger digitalisiert als die internationalen. Zu viele Schweizer Unternehmen nehmen sich selbst als digitale Novizen wahr, und digitale Champions sind in der Schweiz selten. Zuversichtlich stimmt, dass die Schweizer Industrieunternehmen in den nächsten fünf Jahren grosse Anstrengungen zur Umsetzung von Industrie 4.0 unternehmen werden. Zudem lässt sich ein Trend zur Rückverlagerung bestimmter Produktionsprozesse in die Schweiz zu erkennen.

Roger Müller, Head Digital Operations, PwC Schweiz, erklärt: «Von den Schweizer Befragten glaubt knapp die Hälfte (41%), dass zukünftig wieder mehr Produkte im eigenen Land produziert werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz könnte also durch mehr Automatisierung steigen, wenn die Herstellungskosten konkurrenzfähig mit der Lohnarbitrage von Billiglohnländern werden und Firmen wieder Vorteile darin sehen, vor Ort in der Nähe ihrer Absatzmärkte zu produzieren.»

Abbildung 2: Was ist der Status quo in der Schweiz betreffend neue Technologien? Wie weit haben Sie die entsprechenden Technologien in Ihrem Unternehmen bereits eingesetzt? (50 Unternehmen in der Schweiz, verglichen mit 1155 Unternehmen weltweit)

Der Einsatz der vieldiskutierten künstlichen Intelligenz steht jedoch erst am Anfang. Lediglich 15% der Industrieunternehmen weltweit – und nur 1% in der Schweiz – geben an, mit künstlicher Intelligenz zu arbeiten, dies vor allem in den Bereichen Produktionsoptimierung sowie Forschung und Entwicklung. Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, die Qualität operativer Entscheidungsprozesse zu revolutionieren. Die Herausforderungen bei der Einführung von Lösungen, die auf künstlicher Intelligenz basieren, liegen vor allem darin, dass die Mitarbeiter mit diesen neuen Technologien nicht vertraut sind und sie somit nur schwer umsetzen und von ihnen profitieren können. Zudem ist die Transparenz dieser Technologien noch nicht weit genug fortgeschritten, das nötige Vertrauen kann noch nicht entstehen. Vielfach sind die einsetzbaren Lösungen noch nicht marktreif.

Beziehen Sie die Studie hier

PwC’s Experience Center Opening, 14. Juni 2018

Sie möchten mehr über die PwC-Studie und die Schweizer Resultate erfahren? Nehmen Sie am Eröffnungsanlass von PwC’s Experience Center im Bereich Industrial Products teil. Mehr Informationen finden Sie hier.

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Roger Müller
Head Digital Operations
PwC Schweiz
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Disclose 27, Fokus-Artikel 5: Audit 4.0, Part 1, Finanzfunktionen und -prozesse

Disclose – Das Onlinemagazine von PwC 

«Für Höchstleistung braucht es Menschen, digitale Technologien und Vertrauen.»

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Fokus-Artikel 5 verschafft einen Einblick in das Thema Audit 4.0, Part 1, Finanzfunktionen und -prozesse:

In der Finanzfunktion lässt sich ein Grossteil der repetitiven Tätigkeiten standardisieren und mit Robotic Process Automation (RPA) schnell und systemübergreifend automatisieren. Diese Entwicklung wird schon lange prognostiziert. Doch erst mit der Verfügbarkeit von Daten und der breiten Klaviatur an digitalen Werkzeugen wird sie tatsächlich Realität. So wandelt die Digitalisierung die Finanzfunktion grundlegend: vom Zahlenverwalter zum Sparringspartner.

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Paul de Jong
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Dr Christian B. Westermann
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FinTech Aktionsplan – Europäische Kommission leitet Massnahmen für einen wettbewerbsfähigeren und innovativeren Finanzmarkt ein

Für viele Finanzdienstleistungsunternehmen bieten Finanztechnologien (kurz „FinTech“) und technologische Innovationen im Allgemeinen enorme Möglichkeiten in Bezug auf den Zugang zu Finanzmittel, operative Effizienz, Kosteneinsparungen und Wettbewerb. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission am 8. März 2018 einen Aktionsplan mit insgesamt 23 Massnahmen vorgelegt, wie die Chancen technologischer Innovationen im Finanzdienstleistungssektor besser genutzt werden können. Zukünftig soll die EU ein globaler Knotenpunkt für FinTech werden.

Der Aktionsplan verfolgt im Wesentlichen drei Ziele:

  •  innovativen Geschäftsmodellen eine binnenmarktweite Expansion ermöglichen,
  • den Einsatz neuer Technologien (wie z.B. Distributed-Ledger-Technologie wie Blockchain, künstliche Intelligenz, Mobilanwendungen, Cloud-Computing etc.) im Finanzsektor fördern und
  •  die Cybersicherheit sowie die Integrität des Finanzsystems stärken.

Der FinTech-Aktionsplan

Zur Erreichung der vorgenannten Ziele sind unter anderem die folgenden Massnahmen vorgesehen:

  •  Die Kommission wird ein FinTech-Labor beherbergen, bei dem europäische und nationale Behörden in einem neutralen Umfeld mit Technologieanbietern zusammenarbeiten können.
  • Weiterführung des bereits eröffneten EU Blockchain Observatory and Forum. Das Forum wird im weiteren Verlauf des Jahres 2018 über die Möglichkeiten und Herausforderungen von Krypto-Assets berichten und arbeitet bereits an einer umfassenden Studie für Distributed-Ledger- und Blockchain-Technologien.
  • Durch den Einsatz innovativer Technologien zur Vernetzung nationaler Datenbanken soll die Digitalisierung der von börsennotierten Unternehmen in Europa veröffentlichten Informationen weiter vorangetrieben werden. Dadurch soll es Anlegern zukünftig ermöglicht werden, vereinfacht auf wesentliche Informationen zugreifen zu können, um ihre Investmententscheidungen zu treffen.
  • Zum verbesserten Informationsaustausch im Bereich Cybersicherheit wird die Kommission regelmässig Workshops veranstalten.
  • Die Kommission wird anhand von Leitlinien der Europäischen Finanzaufsichtsbehörden einen Leitfaden mit bewährten Verfahren zu Regulierungsboxen (sog. „Sandboxes“) vorlegen. Unter einer „Sandbox“ versteht man einen sicheren und kontrollierten Raum, in dem FinTech-Unternehmen Innovationen – mit oder ohne regulatorische Entlastung – am Markt testen können.

Verordnung zum Crowdfunding

Im Bereich des „Crowdfunding“ hat die Europäische Kommission einen umfangreichen Verordnungsvorschlag vorgelegt, mit dem erstmals ein europäischer Rechtsrahmen für diese Finanzierungsform geschaffen wird. Nach dem Willen der Europäischen Kommission sollen Start-ups und kleine Unternehmen zukünftig leichter finanzielle Mittel bei Investoren über das Internet einsammeln können. Aufgrund unterschiedlicher Regularien ist es derzeit für Plattformen schwierig, in andere EU-Länder zu expandieren. Für das Crowdfunding sollen daher künftig einheitliche Regeln gelten und es soll die Lizenz eines Landes ausreichen, die jeweilige Plattform in ganz Europa betreiben zu können.

Demgegenüber sollen Anleger durch klare Regeln für die Offenlegung von Informationen, Regeln für Governance und Risikomanagement und einen kohärenten Ansatz für die Aufsicht von Crowdfunding-Plattformen geschützt werden.

Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen dem Vorschlag noch zustimmen.

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Vom Fachexperten zum digitalen Unternehmer

Noch vor wenigen Jahren fuhr unser Berufsstand auf einer breiten Land­strasse, die Mittellinie klar markiert, die Leitpfosten in gleichbleibendem Abstand gesetzt, die Höchstgeschwin­digkeit auf 80 km/h limitiert. Unsere Ziele waren eindeutig, die Regeln be­kannt. Heute bewegen wir uns auf einer kurvenreichen Passstrasse, müs­sen Strassenzustand, Felssturzgefahren und Engpässe Meter für Meter abschätzen und uns nach jeder Kurve neu orientie­ren. Die einen halten diesen Kurs mit Vorfreude auf die er­wartete Aussicht, die anderen mit Vorsicht auf den Gegenver­kehr und die Dritten mit Angst vor dem Abgrund.

Erfahren Sie hier mehr über die digitale Ära sowie Bits, Bytes und Blockchain.

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René Rausenberger
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FINMA publiziert Wegleitung zu Initial Coin Offerings (ICOs)

In ihrer Medienmitteilung vom 16. Februar 2018 hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA ihre lang erwartete Wegleitung zu Initial Coin Offerings (ICO) publiziert, in welcher die Mindestangaben und Prinzipien bei finanzmarktrechtlichen Unterstellungsanfragen definiert werden.

Unter einem ICO versteht man eine digitale Form der öffentlichen Kapitalbeschaffung zu unternehmerischen Zwecken. Dabei werden Blockchain-basierte „Coins“ bzw. „Tokens“ im Austausch gegen Kryptowährungen (z.B. Bitcoin) oder staatlich emittierte Währungen verkauft. Der Token steht dabei für einen bestimmten Wert oder eine Gegenleistung, die das Unternehmen vor dem ICO festlegt.

Bereits in ihrer Medienmitteilung vom 29. September 2017 hat die FINMA das innovative Potenzial dieser Technologie anerkannt und die möglichen Berührungspunkte von ICOs zum geltenden Finanzmarktrecht aufgezeigt. In ihrer publizierten Wegleitung hält die FINMA nun zu Recht fest, dass eine generell-abstrakte Beurteilung bezüglich des anwendbaren Finanzmarktrechts aufgrund der sehr unterschiedlichen Ausgestaltung von Token und ICOs nicht möglich sei und vielmehr eine Einzelfallbetrachtung nötig ist.

Token-Kategorien

Die FINMA unterscheidet grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Arten von Token (wobei Mischformen möglich sind):

  • Zahlungs-Token: Gelten als reine Kryptowährungen. Sie können als Zahlungsmittel für den Erwerb von Waren oder Dienstleistungen genutzt werden oder der Geld- und Wertübertragung dienen. Sie sind nicht mit weiteren Funktionen oder Projekten verknüpft.
  • Nutzungs-Token: Diese vermitteln Zugang zu einer digitalen Nutzung oder Dienstleistung, welche auf oder unter Benutzung einer Blockchain-Infrastruktur erbracht werden.
  • Anlage-Token: Repräsentieren Vermögenswerte (wie z.B. Anteile an Unternehmen, Erträge oder Ansprüche auf Dividenden oder Zinszahlungen). Je nach Ausgestaltung ist der Token wie eine Aktie, Obligation oder ein derivatives Finanzinstrument zu qualifizieren.

Rechtliche Beurteilung

Die FINMA kam zum Schluss, dass bei ICOs in rechtlicher Hinsicht vor allem die Geldwäscherei- und Effektenhandelsregulierung betroffen ist. Das Bankgesetz („BankG“) und das das Kollektivanlagengesetz („KAG“) sind demgegenüber typischerweise nicht betroffen.

Gestützt auf die Funktionsweise der verschiedenen Tokens nimmt die FINMA bei ICOs folgende rechtliche Beurteilung vor:

  • Zahlungs-ICOs: Zahlungs-Tokens fallen unter das Geldwäschereigesetz („GwG“), qualifizieren jedoch nicht als Effekten unter dem Finanzmarktinfrastrukturgesetz („FinfraG“) sowie dem Börsengesetz („BEHG“).
  • Nutzungs-ICOs: Qualifizieren grundsätzlich nicht als Effekten, sofern der Token ausschliesslich einen Anspruch auf Zugang zu einer digitalen Nutzung oder Dienstleistung vermittelt und im Zeitpunkt der Ausgabe in diesem Sinne einsetzbar ist. Dient ein Nutzungs-Token hingegen auch zu Anlagezwecken, wird er als Effekte angesehen.
  • Anlage-ICOs: Anlage-Tokens behandelt die FINMA als Effekten.

Denkbar sind auch Mischformen der verschiedenen Kategorien.

Die FINMA anerkennt das Innovationspotenzial von ICOs und der Blockchain-Technologie, weist aber auch auf Risiken hin, die sich für Anleger ergeben.

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Günther Dobrauz
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Audit 4.0 – Digitale Wirtschaftsprüfung

Der Einsatz von innovativen Technologien verändert Abschlussprüfung und -prüfer

Der technologische Wandel stellt die Finanzfunktionen vor neue Herausforderungen und bringt die Wirtschaftsprüfung unter Zugzwang. Nur wer mit digitalen Innovationen mitgeht, hält diesem Druck in Zukunft stand und erhöht die Qualität von Finanzberichterstattung und Abschlussprüfung.

Die globale Komplexität und Anforderungen an Datensicherheit und Transparenz nehmen zu. In diesem Umfeld sind die Unternehmen bestrebt, die Glaubwürdigkeit gegenüber allen Stakeholdern zu festigen und auszubauen. Deren Wunsch nach mehr Informationen steigt parallel zur Menge und zu den Verfügbarkeiten berichtsrelevanter Daten. Um diesem Wunsch zu entsprechen, muss der Bedarf an Mehrinformationen adäquat adressiert werden. Das bedeutet, dass die Unternehmen in der vorherrschenden Datenflut klar und unmissverständlich die für ihre Steuerung und Finanzberichterstattung relevanten Daten von irrelevanten trennen. Sie sind demnach gut beraten, das Vertrauen in ihre Performance, die damit verbundene Finanzberichterstattung und die dieser zugrunde liegenden Daten zu stärken. Das Audit stellt dabei nicht nur eine rechtliche Notwendigkeit dar, sondern den Hauptpfeiler des Vertrauens.

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René Rausenberger
Dipl. Wirtschaftsprüfer, Partner, Leiter Technology Driven Audit
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Kristina Prenrecaj
Dipl. Wirtschaftsprüferin, Senior Manager, Financial Audit and
Advisory Services, Technology Driven Audit
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FINMA revidiert Rundschreiben zur „Video- und Online-Identifizierung“

Am 18. März 2016 hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA das Rundschreiben 2016/7 „Video- und Online-Identifizierung“ in Kraft gesetzt. Finanzintermediären ist es seither möglich, neben der persönlichen Vorsprache oder der Eröffnung einer Kundenbeziehung auf dem Korrespondenzweg, neue Kunden auf dem digitalen Weg zu identifizieren.

In ihrer Medienmitteilung vom 13. Februar 2018 hat die FINMA mitgeteilt, dass die Sorgfaltspflichten beim digitalen Kunden-Onboarding an die technologischen Weiterentwicklungen angepasst werden. Der Entwurf zum teilrevidierte Rundschreiben umfasst in Bezug auf die digitale Identifizierung neuer Kunden insbesondere folgende Neuerungen:

Video-Identifizierung

  • Um eine sichere Identifizierung zu gewährleisten und die Verwendung gefälschter Ausweise zu erschweren, sollen neu mindestens drei zufällig ausgewählte optische Sicherheitsmerkmale der Identifikationsdokumente durch die Finanzintermediäre überprüft werden (z.B. Hologramme, Laserkippbilder, Sicherheitsfaden, Mikroschrift etc.);
  • Die formalen Merkmale (z.B. Layout, Orthographie, Schriftart etc.) sollen neu mit Referenzen aus einer Ausweisdatenbank abgeglichen werden;
  • Die Verifikation der Vertragspartei im Identitätsprozess mittels Einmalpasswort (TAN) soll neu nicht mehr verlangt werden;
  • Neu soll der Identifizierungsvorgang auch dann fortgesetzt werden dürfen, wenn Hinweise auf erhöhte Risiken vorliegen. Die Geschäftsbeziehung soll jedoch erst nach Durchführung zusätzlicher Abklärungen und Zustimmung der vorgesetzten Person / Geschäftsführung aufgenommen werden dürfen.

Online-Identifizierung

  • Finanzintermediäre sollen angehalten werden, von allen relevanten Seiten der Identifizierungsdokumente ein Lichtbild einzuholen. Analog zur Video-Identifizierung soll auch bei der Online-Identifizierung der Vergleich mit einer Ausweisdatenbank verlangt werden;
  • Als zusätzliches Sicherheitselement wird neu eine Lebenderkennung (selfie with liveness detection) gefordert;
  • Neu soll nicht mehr zwingend eine Überweisung von einer Bank in der Schweiz verlangt werden. Unter bestimmten Vorgaben sollen auch Überweisungen von Banken in Liechtenstein oder in einem Mitgliedstaat der Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF) ausreichend sein.

Die FINMA führt bis zum 28. März 2018 eine Anhörung durch. Den Finanzintermediären wird eine Übergangsfrist von 6 Monaten ab Inkrafttreten des teilrevidierten Rundschreibens gewährt, um ihre Prozesse bei der Video- und Online-Identifizierung anzupassen.

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Das Geschäfts­modell von Uber gibt Gas

Kaufen, wachsen, verdrängen – und jetzt: teilen. In einigen Märkten setzen sich jenseits von Wachstum und Hyperwettbewerb neue Geschäftsmodelle durch: der Ko-Konsum über digitale Plattformen. Was unterscheidet diese Geschäftsmodelle von herkömmlichen? Warum setzen sich manche durch? Und was können wir daraus lernen? In diesem Blog vergleichen wir den konventionellen Ansatz von Taxibetreibern mit dem unkonventionellen Vorreitermodell von Uber.

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Zum Vormarsch der Sharing Economy wesentlich beigetragen haben Unternehmen wie die Ferienwohnungsvermittlung Airbnb oder die Fahrvermittlung Uber. Tauschgeschäfte wie diese hat es allerdings schon vor der digitalen Revolution gegeben. Zimmer wurden bereits im Mittelalter gegen ein geringes Entgelt vermietet. Und lange vor Uber nutzten Reiselustige die Vorteile der Mitfahrgelegenheit. Doch erst dank der Digitalisierung liessen sich diese Tauschbeziehungen in der grossen Masse erfassen – und Märkte zu Massenmärkten aufsteigen.

Ein Modell mit dem gewissen Extra

«Das neue Uber», so bezeichnen Medien immer häufiger vielversprechende Startup-Geheimtipps, die erfolgreich neue Branchen angreifen. Denn Uber gilt als Primus schlechthin der Sharing Economy. Uber hat die Fahrzeugbeförderung vereinfacht und lehrt in Städten weltweit die lokalen Taxibetriebe das Fürchten. Diese wissen sich häufig nur durch rechtliche Schritte zu wehren – teilweise sogar mit Erfolg, wie Beispiele in New York City oder in deutschen Metropolen zeigen. Bleibt die Frage, was das Geschäftsmodell von Uber dem klassischen Taximodell so überlegen macht.

Klassisches Geschäftsmodell eines Taxibetriebs.

Die Geschäftsmodelle von Uber und bisheriger Taxiunternehmen sind auf den ersten Blick gar nicht so verschieden. In beiden Fällen werden Fahrgäste von A nach B befördert. Doch Uber geht in den Bereichen Schlüsselressourcen und Kundenkanäle komplett neue Wege.

Das Geschäftsmodell von Uber.

Flexible Schlüsselressourcen

Unter Schlüsselressourcen verstehen wir alle Mittel, die gewinnbringend zur Herstellung oder Veredelung eines Angebots eingesetzt werden und deren Verfügbarkeit knapp ist (z.B. talentierte Mitarbeitende, seltene Erden, eine einzigartige Markenbindung usw.). Etablierte Taxibetriebe besitzen meistens einen grossen Fuhrpark und Taxilizenzen, die von den Städten erworben wurden. Deren Herausgabe ist in der Anzahl streng limitiert, damit sich ein zu starker Wettbewerb und entsprechende Kleinstlöhne verhindern lassen. Gleichzeitig macht es dieser Umstand für Taxibetriebe beinahe unmöglich, in weitere Städte zu expandieren.

Uber dagegen besitzt keine eigene Flotte und erst recht keine firmeneigenen Chauffeure. Die Schlüsselressource von Uber ist die digitale Plattform, also der virtuelle Marktplatz, auf dem sich unabhängige Chauffeure und Fahrgäste für die Fahrten verabreden. Dabei legt Uber die Regeln für die Geschäftsbeziehungen fest (zugelassene Autotypen, Preise, Bezahlung, Bewertungen). Um sich in neuen Städten zu etablieren, musste Uber weder einen Fuhrpark aufbauen noch Chauffeure rekrutieren. Das Unternehmen konnte einfach mit vergleichsweise geringem Personalaufwand seine Plattform auf die neuen Städte ausrollen. Diese Flexibilität ermöglichte Uber eine schnelle und aggressive Expansion rund um den Globus, wie es sie kaum je zuvor gegeben hat.

Vernetzte Kundenkanäle

Kundenkanäle beschreiben den Weg vom Kunden zum Angebot. Dazu gehören alle Distributions- und Kommunikationskanäle, über die der Kunde vom Angebot erfährt oder dieses erwirbt. Im Taxigeschäft sucht der Fahrgast ein Taxi. Steht nicht gerade ein frei verfügbares in der Nähe, muss er die Taxizentrale anrufen und ein Weilchen warten. Nicht so bei Uber, hier muss er keine x-beliebige Taxirufnummer auswendig lernen. Denn hat er die Uber-App einmal auf seinem Smartphone installiert, startet seine nächste Taxifahrt nur wenige Klicks entfernt. Die App erfasst über GPS den Standort des Kunden automatisch und vermittelt sofort zwischen Chauffeur und Fahrgast – kürzere Anfahrt, weniger Wartezeit.

Kurz und gut

Ein Geschäftsmodell beschreibt im Kern jenen Vorteil, von dem ein Kunde durch den Erwerb des Produkts oder der Dienstleistungen profitiert. Sowohl bei herkömmlichen Taxibetreibern als auch bei Uber können Fahrgäste von einem Ort zum nächsten gelangen. Allerdings unterscheidet sich das Uber-Modell in den Schlüsselressourcen und Kundenkanälen grundlegend vom klassischen Taxianbieter und optimiert den Nutzen – also der Kern des Geschäftsmodells – für Fahrgäste und Chauffeure. Die App verringert Bestellaufwand und Wartezeit für die Fahrgäste. Chauffeure kommen einfacher zu Fahraufträgen. So deutlich, dass sogar Privatpersonen in den Taximarkt einsteigen und ihre Fahrdienste anbieten.

In manchen Branchen löst gerade diese Art von Disruption – also die Störung bestehender Geschäftsmodelle – einen Wandel aus. Dabei zwingen Uber und ähnliche Plattformen die Mitbewerber dazu, ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen und sich von innen heraus selbst zu «stören» – statt darauf zu warten, dass die Disruption sie von aussen überrollt.

 

Ihr Ansprechpartner

Olivier Kofler
Experience Center Director
Office: +41 58 792 3090
Email: olivier.kofler@pwc-digital.ch